Die Troerinnen

von Euripides/Jean-Paul Sartre

Troja ist zerstört – wie Sindschar und Aleppo. Die Troerinnen und ihre Königin Hekuba trauern um die Toten und erwarten ihr Schicksal. Die griechischen Sieger feiern und nehmen sich die fremden Frauen: Hekuba soll Odysseus, ihre Tochter Kassandra Agamemnon als Sklavin dienen. Ihre Schwiegertochter Andromache wird mit ihrem Sohn jegliche Hoffnung auf die Zukunft verlieren und Helena, die mit ihrer Liebe zum schönen Paris den Krieg um Troja ausgelöst hat, ihren Ehemann Menelaos wiedersehen. Einen Chor junger Frauen und Mädchen erwartet ein schreckliches Ende.

Als Verfügungsmasse im Krieg auf das nackte Leben zurückgeworfen, werden die Troerinnen in der 415 v. Chr. uraufgeführten Tragödie mit der eigenen Schuld und Verantwortlichkeit konfrontiert. Dabei lässt Euripides die Grenzen zwischen Opfer und Täter, zwischen Besiegten und Siegern verschwimmen. Die Götter verlieren ihre Schutzwirkung und verfluchen die Menschen und ihren selbstzerstörerischen Krieg. 

Nach Sartre gibt es "keinen Entschuldigungsgrund", denn "ich unterscheide mich nicht von dieser Zeit, also bin ich dieser Krieg, der die Zeit, die ihm vorangegangen ist, beendet, abgrenzt und verständlich macht." Die Troerinnen, von Männern und Göttern verlassen, ringen um ihre Menschenwürde und um ihre persönliche Schuld als Teil einer Gesellschaft, deren "bessere Hälfte" sie einst gewesen sind.

 

Residenztheater
  • Fr 10. Mär 17, 19:30 Uhr
  • Sa 18. Mär 17, 20:00 Uhr
  • Do 23. Mär 17, 20:00 Uhr
  • premiere 10 Mär 17
  • Regie Tina Lanik
  • Bühne Stefan Hageneier
  • Kostüme Stefan Hageneier
  • Licht Tobias Löffler
  • Video Florian Schaumberger
  • Dramaturgie Andrea Koschwitz
mit

AUSNAHMEZUSTAND: DIE NEUE SPIELZEIT AM RESIDENZTHEATER

Martin Kušej präsentiert seine Pläne für die Saison 2016/17

Am 11. Mai 2016 stellte Intendant Martin Kušej im Rahmen einer Pressekonferenz sein Programm für die kommende Spielzeit 2016/17 vor. Mit dem neuen Spielplan verstärkt Martin Kušej die politische Ausrichtung des Residenztheaters, dessen Qualität der Intendant vor allem in seinem starken Ensemble sieht. Zu Zeiten einer tatsächlichen oder herbeigeredeten Legitimationskrise, in der das Politische leichterhand infrage gestellt wird und mit inneren und äußeren Bedrohungen spekuliert wird, stehen daher die Katastrophenerfahrungen, die in der Dramatik der vergangenen Jahrhunderte gespeichert sind, im Zentrum des Spielplans des Residenztheaters.

AUSNAHMEZUSTAND: DIE NEUE SPIELZEIT AM RESIDENZTHEATER

Spielzeit 2016/2017

Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2016/17 am Residenztheater! Weitere Infos zu den einzelnen Inszenierungen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das ab sofort in unseren Spielstätten für Sie bereit liegt und das Sie hier herunterladen können (PDF) oder hier direkt online durchblättern.

Spielzeit 2016/2017