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Wir sind jung. Wir sind stark. (JUNGES RESI)

Eine Produktion mit Jugendlichen der intergroup

nach dem Film von Burhan Qurbani und dem Drehbuch von Martin Behnke und Burhan Qurbani

August 1992. Ein außer Kontrolle geratener Mob wütet mehrere Tage vor einem Ausländerwohnheim in Rostock-Lichtenhagen. Zuerst fliegen Steine, dann Brandsätze, Balkone werden gestürmt, das Haus in Flammen gesetzt, die Situation eskaliert. Inmitten der tobenden Menge befindet sich eine Gruppe von Jugendlichen, die aus Langeweile und Frust über die steigende Arbeitslosigkeit, wegen ihrer unerfüllten Träume und der sie vernachlässigenden Erwachsenen hierher kommen. Betrunken von der mitreißenden Stimmung vor Ort, dem Beifall der Menge und der plötzlichen Aufmerksamkeit der Presse verlieren sie sich in einer gefährlichen Gruppendynamik und radikalisieren sich.

Die Geschehnisse in Rostock galten 1992 als die schlimmsten ausländerfeindlichen Ausschreitungen der deutschen Nachkriegsgeschichte. "Wir sind jung. Wir sind stark." fragt nach den gesellschaftlichen und individuellen Parametern, die dazu führten und eine derartige Gewaltwelle möglich machten. Der Konflikt wird dabei nicht nur aus der Sicht von jugendlichen Randalierern erzählt, sondern auch anhand der Haltung von Politikern, Polizeibeamten, Eltern, Arbeitgebern. Dadurch entsteht ein Gesellschaftspanorama, das ein Land im Übergang und in der Krise wiedergibt und nach einer schleichenden Radikalisierung Helden in Täter verwandelt. 

Marstall
  • Do 08. Dez 16, 10:30 Uhr
  • Do 08. Dez 16, 20:00 Uhr
  • Vorstellungsdauer ca. 1 std. 25
  • Keine Pause
  • Regie Anja Sczilinski
  • Bühne und Kostüme Peter N. Schultze
  • Musik Kilian Unger
  • Licht Uwe Grünewald
  • Körpertraining Annerose Schmidt
  • Video Marie-Lena Eissing
  • Dramaturgie Christina Hommel
mit
  • Stefan Murr Martin
  • Arnulf Schumacher Jürgen / Peter / Fritz / Polizeichef
  • Jan Banholzer Sohn von Katrin/Flaschensammlerkind
  • Fortesa Berisha Thao
  • Rouven Blessing Goldhahn
  • Leonard Bittner Ingo, Sohn von Katrin/Flaschensammlerkind
  • Susanne Frieling Fr. Schmidt/Polizistin
  • Antonia Fulss Flaschensammlerkind
  • Gloria Göbel Reporterin
  • Alexandros Ioannidis Philipp
  • Sebastian Jehkul Stefan
  • Magdalena Jinx Müller Katrin
  • Lisa Kohler Jennie
  • Christopher Löschhorn Sandro
  • Nina Niknafs Lih
  • Janina Rüb Frau im Publikum
  • Linus Scherz Tabor
  • Simon Schwald Flaschensammlerkind
  • Antonije Stankovic Marcel
  • Philipp Staschull Robbie
  • Olivia Szpetkowska Lien
  • Miriam Thurau Miriam
  • Nina Vieten Ramona
  • Alexander Wertmann Minh
  • Gundula Rauch Frau im Publikum

"Alltag und Rassismus: Keine Schuld?"

BR-Aufzeichnung der Diskussion zum Nachhören

Anlässlich der Thementage "Der NSU-Prozess und die offenen Fragen" zeigte das Residenztheater die Produktion "Wir sind jung. Wir sind stark" über die rechtsextremen Ausschreitungen 1992 in Rostock-Lichtenhagen. Im Anschluss an die Vorstellung diskutierte BR-Moderatorin Jutta Prediger mit dem Ex-Neonazi Felix Benneckenstein, der die bayerische Aussteigerhilfe gegründet hat, und mit Dr. Miriam Heigl von der Fachstelle für Demokratie der Landeshauptstadt München: Gibt es Parallelen zwischen damals und heute?

"Alltag und Rassismus: Keine Schuld?"

Thementage: Der NSU-Prozess und die offenen Fragen

Fünf Jahre nach der Selbstenttarnung des "Nationalsozialistischen Untergrunds" sind immer noch viele Fragen offen und die Wunden nicht verheilt. Daher widmen sich im Oktober 2016 die Fachstelle für Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit der Landeshauptstadt München, das BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung, die Evangelische Stadtakademie München, die Offene Akademie der Münchner Volkshochschule, Bayern2 und ds Residenztheater im Rahmen einer Veranstaltungsreihe diesem Thema.

Thementage: Der NSU-Prozess und die offenen Fragen

10. Treffen bayerischer Theaterjugendclubs

9. bis 12. Juni 2016 im Marstall, im Cuvilliéstheater + Kammer 3

Das Festival für die Theatermacher von morgen feiert sein 10. Jubiläum!

10. Treffen bayerischer Theaterjugendclubs

"Denkanstöße": Schüler-Stimmen zu "Wir sind jung. Wir sind stark."

"Die Emotionen, die übermittelt wurden, waren atemberaubend. Noch dazu diese Nähe zu der Handlung, wie sie kein Film vermitteln kann": Schülerinnen und Schüler einer 11. Klasse haben uns nach dem Besuch einer Aufführung von "Wir sind jung. Wir sind stark." geschrieben. Eindrücke im Blog. MEHR ...
"Denkanstöße": Schüler-Stimmen zu "Wir sind jung. Wir sind stark."

WIR SIND JUNG. WIR SIND STARK.

INHALTSANGABE

Bilder eines hässlichen Deutschlands gehen um die Welt. Ein Mann in einer verfärbten Jogginghose hebt den Arm zum Hitlergruß, Jugendliche in Bomberjacken halten Brandsätze in den Händen, rechtsradikale Sprechchöre schallen durch die Straßen – im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen wütet mehrere Tage ein nicht unter Kontrolle zu bringender Mob vor der Zentralen Aufnahmestelle für Asylsuchende. Zuerst fliegen Steine, später Molotowcocktails und schließlich wird ein Ausländerwohnheim in Brand gesteckt.

WIR SIND JUNG. WIR SIND STARK.

"Greifbare Bedrohung"

Probenbericht

Die Süddeutsche Zeitung war bei den Proben zu "Wir sind jung. Wir sind stark." dabei und hat mit den jugendlichen Darstellern der intergroup über die Arbeit an diesem Stück gesprochen: "Spannend ist das natürlich, nachzuvollziehen, wie jemand auf einmal so radikalisiert wird, zum Täter wird, obwohl er einmal eine gute Basis hatte".

"Greifbare Bedrohung"

Wir sind jung. Wir sind stark. Programmheft (PDF)

Wir sind jung. Wir sind stark. Programmheft (PDF)
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"Der Stoff ist wahnsinnig aktuell"

Interview Deutschlandfunk

Vor der Premiere von "Wir sind jung. Wir sind stark." im Marstall sprach Regisseurin Anja Sczilinksi mit dem Deutschlandfunk über Ausgrenzung, die Kraft von Theater und über die Aktualität dieser Inszenierung: "Im Verlauf der Proben merkten wir, die Anschläge zur Zeit werden immer aggressiver und nähern sich dem an, was in der Geschichte bereits passiert ist. Und es ist ein großer Wunsch, dass das nicht wieder passiert. Und wenn man da drin ist und das sieht, will man es auch hoffentlich, dass es nie wieder passiert."

"Der Stoff ist wahnsinnig aktuell"

JUNGES RESI BRINGT BURHAN QURBANIS "WIR SIND JUNG. WIR SIND STARK" AUF DIE BÜHNE

Premiere mit Jugendlichen der intergroup am 5. Februar im Marstall

Anja Sczilinski, die Leiterin des JUNGEN RESI, inszeniert mit jugendlichen Darstellern "Wir sind jung. Wir sind stark" nach dem preisgekrönten Film von Burhan Qurbani, der von den ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen im Jahr 1992 handelt. Die Autoren von "Wir sind jung. Wir sind stark.", Martin Behnke und Regisseur Burhan Qurbani, erhielten im Januar den Bayerischen Filmpreis für das beste Drehbuch, das vom JUNGEN RESI für die Bühne adaptiert wurde und nun zum ersten Mal im Theater zu sehen ist.

JUNGES RESI BRINGT BURHAN QURBANIS "WIR SIND JUNG. WIR SIND STARK" AUF DIE BÜHNE

Wut und Verzweiflung

"Ein Beispiel dafür, was das Theater durch das gemeinsame Spielen, Arbeiten und Sprechen bei der Auseinandersetzung mit politischen Themen leisten kann": Luca Daberto berichtet von den Proben und der Arbeit an "Wir sind jung. Wir sind stark.", das Anja Sczilinski mit Jugendlichen auf die Marstall-Bühne bringt. MEHR ...
Wut und Verzweiflung

Wir sind jung. Wir sind stark. (Fotogalerie)

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