Wir sind Gefangene

nach Oskar Maria Graf

in einer Fassung von Robert Gerloff und Veronika Maurer

Als Chronik einer Zeit und als Anklage gegen sie verfasste Oskar Maria Graf seinen autobiographischen Roman "Wir sind Gefangene".

Die in der Kindheit vom Bruder erlittenen Schläge formen im Bäckerssohn Oskar den Wunsch, die eigene Stimme zu erheben. Er flieht nach München, schreibt Gedichte und nennt sich auf Visitenkarten „Schriftsteller“, während er anarchistische Versammlungen besucht und nachts an der Backmaschine steht. Dem Ersten Weltkrieg entzieht er sich durch nicht enden wollendes Gelächter und einen Hungerstreik, schlägt sich mit diversen Tätigkeiten durch, die er gerne auch wieder aufgibt, erhält ein literarisches Stipendium, säuft sich durchs Schwabing der Bohème, agitiert gegen den Krieg und zieht 1918 schließlich mit den revoltierenden Massen durch München, um endlich eine gerechtere Gesellschaft zu leben, wie sie sich in der Bayerischen Räterepublik ankündigt.

Er ist ein Quertreiber in dieser brutalen Zeit und zeigt gerade dadurch Haltung – aus tief empfundener Solidarität mit den Entrechteten, aus störrischem Ungehorsam gegenüber allen Autoritäten und Autoritären, aus radikaler Ablehnung des Kriegs.

Marstall
  • Sa 25. Jun 16, 20:00 Uhr
  • Mo 27. Jun 16, 20:00 Uhr
  • Mi 06. Jul 16, 20:00 Uhr
  • Di 26. Jul 16, 20:00 Uhr
  • Vorstellungsdauer ca. 2 std.
  • Keine Pause
  • Regie Robert Gerloff
  • Bühne Maximilian Lindner
  • Kostüme Johanna Hlawica
  • Musik Rudolf Gregor Knabl
  • Licht Georgij Belaga
  • Video Stefan Muhle + Marie-Lena Eissing
  • Dramaturgie Veronika Maurer

Im Reisefieber

Das Residenztheater begibt sich auch im April und Mai wieder auf Gastspieltour

Seit mehreren Spielzeiten präsentiert das Residenztheater mehrmals im Monat seine Inszenierungen auf fremden Bühnen im In- und Ausland. Dadurch werden internationale Kooperationen gefördert und einen regelmäßigen Gastspiel-Austausch mit Theatern und Theatergruppen aus ganz Europa gepflegt. Auch in den Frühlingsmonaten April und Mai sind wir mit verschiedenen Inszenierungen sowohl in der Ferne als auch ganz in der Nähe zu Gast.

Im Reisefieber

Wir sind Gefangene

Inhalt

Mit nichts als dem starken Willen, sich durchzuschlagen, und einem großen Ziel vor Augen, nämlich Schriftsteller zu werden, kommt Oskar in München an. Die Prügel seines Bruders waren Anlass zur Flucht aus dem Dorf am Starnberger See und haben Oskar früh mit einem feinen Spürsinn für jeglichen Machtmissbrauch ausgestattet. In München kommt die Schriftstellerkarriere nicht in Gang, und so gilt es sich mit mühsamer Arbeit über Wasser zu halten, das heißt zumeist, nachts an der Backmaschine zu stehen.

Wir sind Gefangene

Wir sind Gefangene Programmheft (PDF)

Wir sind Gefangene Programmheft (PDF)
Bild

Friedensutopien

von Rosa Luxemburg

Die Friedensfreunde aus bürgerlichen Kreisen glauben, dass sich Weltfriede und Abrüstung im Rahmen der heutigen Gesellschaftsordnung verwirklichen lassen, wir aber, die wir auf dem Boden der materialistischen Geschichtsauffassung und des wissenschaftlichen Sozialismus stehen, sind der Überzeugung, dass der Militarismus erst mit dem kapitalistischen Klassenstaate zusammen aus der Welt geschafft werden kann. (…)

Friedensutopien
Bild 

WIR SIND GEFANGENE (FOTOGALERIE)

Bild 
Bild 

Mein Zimmer

von Oskar Maria Graf

Was ich im Lauf der Zeiten liebgewann,
das hängt verstreut an meinen Zimmerwänden:
Tolstoi und Goethe, Lincoln und Lenin,
Ein Bild von Marx, von Masaryk und Thomas Mann,
drei Aquarelle (Wiesen, Berge, Wolken drüberhin)
dazwischen, werktäglich und ohne Drum und Dran
und dennoch wie das Krönende schlechthin,
hängt meine alte Mutter, und mir vollenden
sich gleichsam nach geheimnisvollem Sinn
Zusammenhänge, die mir erst nach schweren Jahren
und wie durch einen Zufall offenbar geworden sind.-

Mein Zimmer