Phosphoros

von Nis-Momme Stockmann

Uraufführung

In der Antike nannte man den Morgenstern "Phosphoros", den Lichtbringer, und den Abendstern "Hesperos", obwohl es sich um ein und den selben Planeten handelt: die Venus. Die Venus, das nach Sonne und Mond hellste Gestirn unseres Sternensystems, steht gleichermaßen für Licht, Kraft, Schönheit und Liebe wie für Schatten, Finsternis, Rausch und Verzweiflung. Diese Dualität treibt die Personen in Nis-Momme Stockmanns gleichnamigem Drama mitten in den Sturm unserer Gegenwart.

Auf der Suche nach dem "Licht in ihren Biographien" verlieren sich Stockmanns zahlreiche "Phosphoros"- Figuren in der Egozentrik ihrer Lebensläufe, die sie in ihrem grotesk-komischen Aufeinandergeworfensein von der Sehnsucht nach Liebe und einem höheren Lebenssinn nicht loskommen lässt.

"Ein Stück über das dämliche Wort 'Schicksal', die Macht des Einzelnen, über die Masse und sein Individuum, über die Zeit, über Kontrolle und vor allem über die gängige Verwechslung von Angst mit Liebe", so beschreibt der Autor Nis-Momme Stockmann seinen neuen Theatertext, der im Auftrag des Münchner Residenztheaters in Kooperation mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen als Teil des Münchner Faust-Pak(e)tes zur Uraufführung kam.
 

  • premiere 31 Mai 14
  • Vorstellungsdauer ca. 3 std.
  • eine pause
  • Regie Anne Lenk
  • Bühne Judith Oswald
  • Kostüme Silja Landsberg
  • Musik Jan Faszbender
  • Licht Uwe Grünewald
  • Dramaturgie Andrea Koschwitz
mit
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Ist Lew Katz ein moderner Faust?

Im Zentrum von Nis-Momme Stockmanns "Phosphoros" lebt und lehrt der Uniprofessor Lew Katz. Er unterrichtet theoretische Physik und tut sich mit den zeitgenössischen Umständen an den hiesigen Universitäten schwer. Er will die Studenten zu eigenständigem Denken anregen darüber, "was die Welt im Innersten zusammenhält" und schimpft über den Unibetrieb. Seine Gedankenwelt bleibt den Studenten fremd. Er bekommt Probleme mit der Univerwaltung und auch in Lews Privatleben, seiner "kleinen Welt", läuft einiges verkehrt. Ist Lew Katz ein moderner Faust?

Ist Lew Katz ein moderner Faust?
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Faust am Resi

Der Juni steht ganz im Zeichen von "Faust": Intendant Martin Kušej inszeniert im Residenztheater "der Tragödie erster Teil" von Johann Wolfgang Goethe, Premiere ist am 5. Juni 2014. Die letzte "Faust"-Interpretation am Residenztheater liegt über 30 Jahre zurück. Daneben wird Johan Simons, Intendant der Münchner Kammerspiele, als Gastregisseur im Cuvilliéstheater Elfriede Jelineks "FaustIn and out" auf die Bühne bringen. Auch die Uraufführung von Nis-Momme Stockmanns "Phosphoros" beschäftigt sich mit Themen aus "Faust". Und im Juli werden sich sieben junge Regisseure im Rahmen unseres Sommerfestivals "Marstallplan" mit "Faust II" auseinandersetzen.

Faust am Resi