Mensch Meier

von Franz Xaver Kroetz

Der durchschnittlichste deutsche Name? Meier. Otto Meier ist ein Mann durchschnittlichen Alters mit einem durchschnittlichen Leben: Er ist verheiratet, arbeitet in einer Autofabrik, seine Frau kümmert sich um den Haushalt, sein Sohn ist in der Pubertät und angemessen fremd. Das Geld wird streng verwaltet, reicht aber aus, um sonntags mal einen Ausflug in den Biergarten zu machen. Träume und Freiheitsphantasien werden mit Modellflugzeugen abgegolten. Das könnte der zementierte Masterplan sein bis zum Tod – doch Risse werden sichtbar: Der Sohn bekommt nicht die gewünschte Lehrstelle, in der Fabrik wird mehr und mehr abgebaut, und ein fehlender 50-Mark-Schein lässt die Familie implodieren. Plötzlich steht Otto allein da und versteht die Welt nicht mehr.

"Mensch Meier!" So wie der Titel zwischen Redewendung und existentiellem Anspruch oszilliert, bewegt sich auch das Drama selbst zwischen privaten Verwerfungen und epochalen Umbrüchen. Kroetz skizziert in pointierten Alltagsszenen eine Familie, die zwischen Abstiegsangst und Aufbruchsstimmung, zwischen imaginierter und realer Identitätssuche zerbricht. Der Mensch Meier ist der Mann von nebenan, bis heute will er, dass alles wieder wird, wie es nie war, und keiner kennt ihn so gut wie Kroetz.

Marstall
  • So 05. Jun 16, 19:00 Uhr
  • Di 14. Jun 16, 20:00 Uhr
  • Do 14. Jul 16, 20:00 Uhr
  • So 24. Jul 16, 19:00 Uhr
  • premiere 10 Jan 16
  • Vorstellungsdauer ca. 1 std. 35
  • Keine Pause
  • Regie David Bösch
  • Bühne Patrick Bannwart
  • Kostüme Cátia Palminha
  • Musik Karsten Riedel
  • Licht Gerrit Jurda
  • Dramaturgie Angela Obst

Mensch Meier

INHALTSANGABE

Der Name Meier ist etymologisch dem lateinischen „major (domus)“ verbunden, dem Vorsteher der Dienerschaft eines Hauses, und heute einer der häufigsten Nachnamen der Deutschen. Man könnte also sagen, der Meier ist der Anführer des deutschen kleinen Mannes.

Mensch Meier

MENSCH MEIER (FOTOGALERIE)

Der Feind im Inneren

Martin Kušej präsentiert seine Pläne für die Spielzeit 2015 16 am Residenztheater

Am 29. April 2015 stellte Intendant Martin Kušej im Rahmen einer Pressekonferenz sein Programm für die kommende Spielzeit 2015 16 am Residenztheater vor. In vielen Stücken der neuen Spielzeit am Residenztheater richtet sich der Verdacht nach innen, sitzt der (vermeintliche) Feind im eigenen Lager, stellt sich heraus, dass Richter und Täter identisch sind: Das gilt sowohl für die ganz großen klassischen Stoffe wie "Prinz Friedrich von Homburg" und den Mythos von "Ödipus" als auch für modernere Dramen wie Arthur Millers "Hexenjagd". Und insbesondere in den zeitgenössischen Stücken "Die Netzwelt" von Jennifer Haley, Ayad Akhtars Pulitzer-Preis-gekröntem Stück "Geächtet", Peter Handkes "Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rande der Landstraße" sowie in Stefano Massinis "Lehman Brothers" wird der Feind im Inneren besonders deutlich spürbar.

Der Feind im Inneren
Bild 

Spielzeit 2015/2016

Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2015 16! Weitere Infos zu den einzelnen Produktionen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das Sie hier herunterladen können (PDF) und hier direkt online durchblättern.

Spielzeit 2015/2016