Macbeth

von William Shakespeare

Übersetzung Thomas Brasch

Ein Mann auf dem Hochplateau der Gesellschaft, mit Ehrgeiz, genügend Begabung und liebender Ehefrau bedacht, um ein maßvoll besonderes Leben zu führen. Macbeth heißt dieser Mann, er hat König Duncan von Schottland in der Schlacht den verräterischen Than von Cawdor und die Norweger vom Hals geschafft. Sein Weg kann nur nach oben führen, wenn er keine großen Fehler macht, die Zeit wird es fügen. Doch dann trifft er drei Hexen, die ihm eine Beförderung und den Königstitel prophezeien – und als die Beförderung auf der Stelle eintrifft, wird aus dem Spuk eine mörderische Karriereanleitung. Lady Macbeth setzt alle geschlechtsspezifischen Manipulationsstrategien ein, ihren zaudernden Mann in die Spur des Aufstiegs zu bringen, und eines der gequältesten Killerliebespaare der Literaturgeschichte wird geboren: Denn der erste Mord ist nicht krönender Abschluss, sondern Beginn einer blutigen Kette, die Macbeth Glied für Glied zusammenfügt, bis er sterbend sie schließt und in einsamem Höllengelächter die „Geburtsstunde des europäischen Nihilismus“ (Peter von Matt) bezeugt.

Shakespeare hat ein fieberndes Stück geschrieben, kollabierend in Blut und Schlaflosigkeit, besetzt von der irdischen Gleichung, dass der Fall des einen den Aufstieg des anderen bedingt, und von dem Preis, der fällig wird, wenn man verrät, ein Mensch zu sein.

 

Residenztheater
  • Fr 27. Jan 17, 19:00 Uhr
  • Do 02. Feb 17, 19:00 Uhr
  • Fr 17. Feb 17, 19:00 Uhr
  • Sa 18. Feb 17, 19:00 Uhr
  • premiere 13 Jan 17
  • Vorstellungsdauer ca. 2 std. 45
  • eine pause
  • Regie Andreas Kriegenburg
  • Bühne Harald B. Thor
  • Kostüme Andrea Schraad
  • Licht Gerrit Jurda
  • Dramaturgie Angela Obst
mit

KÖPFE IN STÜCKEN 06: Das Unglück ist zu einem Drittel tödlich

Ein Fortsetzungsroman von Dietmar Dath

Eine massivere Stille als direkt nach dem Durchbruch des Taxis durch die Glaswand, dem Knirschen und Krachen beim Kippen danach, hatte Svenja nie zuvor erlebt. Halb kopfunter, halb seitlich gegen die Rückscheibe des Taxis gepresst, hing sie im Gurt, den sie wenige Minuten vor dem Unfall angelegt hatte – anders als Sven, dem das allerdings wohl auch nicht geholfen hätte – sein Kopf, zwei Handbreit von Svenja entfernt, hing abgeknickt und verdreht am Hals, leblos, mit stierem Blick. Ein in etwa schokoladentafelgroßes Scheibenfragment steckte zwischen rechtem Auge und Nasenwurzel in seinem blutenden Gesicht und spaltete oberhalb der Brauen die Stirn.

KÖPFE IN STÜCKEN 06: Das Unglück ist zu einem Drittel tödlich

Macbeth Programmheft Auszug (PDF)

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Ein Ort des Denkens und des Zweifelns

AZ-Interview mit Andreas Kriegenburg

Regisseur Andreas Kriegenburg kehrt mit der Premiere von Shakespeares "Macbeth" ans Residenztheater zurück. Im Interview spricht er mit der Münchner Abendzeitung u.a. über seine Inszenierung von "Macbeth", Donald Trump und sein Theaterverständnis: "Die Gesellschaft gönnt es sich, einen Ort zu schaffen, in dem das Denken, das Zweifeln, die Angst eines Einzelnen mit großem technischen Aufwand und viel Manpower präsentiert wird, damit die Zuschauer sich dem aussetzen können."

Ein Ort des Denkens und des Zweifelns

unsere nächste große Premiere: "Macbeth"! ab 13. Januar im Resi.

unsere nächste große Premiere: "Macbeth"! ab 13. Januar im Resi.

"Komm, Schick- sal, auf zum Kampf, wer stärker ist."
William Shakes- peare, "Mac- beth"