Kasimir und Karoline
von Ödön von Horváth
O‘zapft is!
Willkommen auf der Wiesn, im biergeschwängerten Paradies auf Erden, wo man noch Mensch sein darf. Dort entzweien sich der soeben abgebaute Kasimir und seine Freundin Karoline, weil sich die allgemeine Krise und das Private eben nicht trennen lassen. Dort gerät Karoline an Schürzinger, der sie für eine Beförderung verhökert wie ein abgelegtes Kleidungsstück. Dort zertreten der Merkl Franz und seine Erna das letzte bisschen Würde ihrer Zweisamkeit. Neben der Bestialität der Stammtische verlieren die ausgestellten Jahrmarkts-Abnormitäten alle Unheimlichkeit.
Ödön von Horváth 1901 bis 1938, der magyarisch-kroatisch-tschechisch-deutsche Kosmopolit, dem Bayern einst die Staatsbürgerschaft verweigerte, schrieb 1932 das brillante Volksstück zur Stunde, die noch lange nicht vorbei ist, voller seelischer Krüppel, brutaler Gemütlichkeit und Wiesnlieder, die einen frieren lassen. 121 Mal ist die Anweisung „Stille“ in die Szenen geschrieben. In dieser Stille kreist ein Zeppelin am Firmament, brechen die Gläser und hin und wieder ein Rückgrat, steht einsam Karolines Einsicht: „Ich müsste so tief unter mich hinunter, damit ich höher hinauf kann“.
Frank Castorf *1951, dessen letzte Münchner Regiearbeit 20 Jahre zurückliegt, inszeniert zum ersten Mal ein Stück von Horváth.
- Vorstellungsdauer ca. 4 std.
- eine pause
- Regie Frank Castorf
- Bühne Hartmut Meyer
- Kostüme Jana Findeklee + Joki Tewes
- Musikalische Einstudierung Rudolf Gregor Knabl
- Licht Gerrit Jurda
- Dramaturgie Angela Obst
- Marc Hosemann Kasimir
- Birgit Minichmayr Karoline
- Shenja Lacher Der Merkl Franz / Jakob
- Bibiana Beglau Dem Merkl Franz seine Erna / Schürzinger / Rosa
- Götz Argus Rauch / Papa
- Jürgen Stössinger Speer / Mama / Direktor
- Tatjana Lindl Elli / Lippennegerin
- Mai-Thy Hoang Maria / Gorillamädchen
KURT-MEISEL-PREIS 2012 FÜR BIBIANA BEGLAU
FÖRDERPREIS FÜR ANDREA WENZL
Bibiana Beglau erhält den diesjährigen Kurt-Meisel-Preis des Vereins der Freunde des Residenztheaters in Anerkennung ihrer großen Schauspielkunst am Residenztheater. Der Förderpreis für junge Theatertalente geht in diesem Jahr an Andrea Wenzl für ihre hervorragenden künstlerischen Leistungen.
"Da kriege ich das Kotzen"
Interview mit Frank Castorf
Im Interview mit Cicero spricht Frank Castorf über Angela Merkel und Richard Wagner, Zynismus und sein Theaterverständnis: "Mein Theater fordert die Existenz, ja. Aber sein Zweck ist gerade, das Abrutschen im Leben zu vermeiden. Auf der Bühne entsteht erst aus der Überforderung Wahrheit. Und, klar, es geht um die absolute Selbstzerstörung. Ich verstehe das Theater als Ort, an dem wir unsere Dunkelheit ausleben können, um nicht von ihr in den Tod gerissen zu werden."
Angebote für Schüler und Studenten
Mit speziellen Angeboten für Schulen und Ausbildungsstätten möchte das JUNGE RESI besonders die verschiedenen ästhetischen Ansätze der Bühne, verschiedene Handschriften und Arbeitsweisen eines Regisseurs und die Lesart der Dramaturgie näher bringen. Alle TeilnehmerInnen erleben Theater mit allen Sinnen, können ihre Talente und Schlüsselqualifikationen fördern und die eigene Welt in den Stücken entdecken.
Der Arbeiter
Die Kunst als Gestaltung der Arbeitswelt
Das Antlitz der Welt trägt die Spuren der Revolution, es ist von Bränden und vom Streit der Interessen verheert.
Kasimir und Karoline
Ach lassen Sie doch das dumme Geschwätz, Sie! Sie wollen ein Professor sein und dabei haperts bei den Grundlagen?!
Kasimir und Karoline
Also das von wegen gratulieren: gratulieren kann der Karolin niemand zu dieser Verbindung. Kein Mensch!
KASIMIR UND KAROLINE (FOTOGALERIE)
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