Glaube Liebe Hoffnung

von Ödön von Horváth

Elisabeth möchte ihre Leiche verkaufen. Denn sie braucht dringend Geld für einen Wandergewerbeschein,ohne den kann sie nicht arbeiten – ohne Arbeit kein Geld, ohne Geld kein Wandergewerbeschein. Das Anatomische Institut hat Leichen genug, doch der Präparator leiht ihr die nötigen 150 Mark. Als aber herauskommt, dass sie mit seinem Geld eine Strafe abbezahlt und sich von Frau Prantl dieselbe Summe geliehen hat, wirft man ihr Betrug vor und steckt sie ins Gefängnis. Dass sie die Strafe nur bekommen hat, weil sie ohne Wandergewerbeschein gearbeitet hat, interessiert niemanden. Gesetz ist Gesetz und Mitgefühl ein Luxus, den man sich nicht leisten kann. Tapfer hält Elisabeth an der Hoffnung fest, dass auch ihr einmal ein kleines bisschen Glück zusteht, und wieder auf freiem Fuß verspricht sie sich vom Polizisten Alfons Klostermeyer nicht nur traute Zweisamkeit, sondern auch ein sicheres Einkommen. Doch kaum dass Alfons von ihrer Vorstrafe erfährt, trennt er sich und überlässt Elisabeth ihrem Schicksal.

Horváths „kleiner Totentanz“, 1932 nach einer Idee des Münchner Gerichtsreporters Lukas Kristl verfasst, seziert eine rücksichtslose Gesellschaft, deren Verhalten von Selbstsucht sowie einem unerschütterlichen Glauben an die Integrität der Instanzen geprägt ist und die an ihrer eigenen, allzu bequemen Passivität erstickt.

Residenztheater
  • Mi 29. Mär 17, 20:00 Uhr
  • Fr 07. Apr 17, 20:00 Uhr
  • Di 25. Apr 17, 20:00 Uhr
  • premiere 22 Okt 16
  • Vorstellungsdauer ca. 1 std. 45
  • Keine Pause
  • Regie David Bösch
  • Bühne Patrick Bannwart
  • Kostüme Cátia Palminha
  • Musik Karsten Riedel
  • Licht Gerrit Jurda
  • Dramaturgie Andrea Koschwitz
mit

nachts und nebenbei

Die Assistentenreihe ist mit einer neuen Ausgabe zurück im Marstall

Die Resi-Assistenten aus den Bereichen Regie, Dramaturgie und Bühne nehmen sich das Repertoire des Residenztheaters vor, denken die Stücke weiter, erzählen, was es nicht auf die Bühne geschafft hat, oder stellen klar, wie es besser gewesen wäre. Denn sie sind immer dabei, hören und sehen alles. Diesmal buchstabieren sie in experimentellen und improvisierten Beiträgen zwischen Theater und Musik, Party und Performance nichts geringeres als "Glaube", "Liebe" und "Hoffnung" neu.

nachts und nebenbei

Bayerische Kunstförderpreise 2016 für Valerie Pachner und Thomas Lettow

Resi-Schauspieler werden für "beeindruckendes schauspielerisches Talent" geehrt

Die beiden Resi-Schauspieler Valerie Pachner und Thomas Lettow erhalten den Bayerischen Kunstförderpreis 2016 in der Sparte "Darstellende Kunst". "Mit dem Bayerischen Kunstförderpreis zeichnet der Freistaat Bayern herausragende künstlerische Leistungen aus. Die Preisträger in der Sparte 'Darstellende Kunst' machen das Geschehen auf der Bühne lebendig und fassbar. Allein durch Sprache, Mimik und Gestik haben die Darsteller nicht nur das Publikum begeistert, sondern auch die Jury überzeugt. Ich gratuliere den Preisträgern zu ihrem beeindruckenden schauspielerischen Talent und wünsche ihnen für ihr künftiges Schaffen viel Erfolg", teilte Kunstminister Ludwig Spaenle mit.

Bayerische Kunstförderpreise 2016 für Valerie Pachner und Thomas Lettow

GLAUBE LIEBE HOFFNUNG INHALTSANGABE

Für manchen Menschen bleibt nur noch eine letzte Pfütze Leben und wenn die verschwunden ist, hat er oder sie nichts mehr. Elisabeth ist genau da angekommen. Doch sie gibt nicht auf. Die nötigen Mittel für die Geldstrafe und den Wandergewerbeschein müssen doch irgendwie zu beschaffen sein, selbst wenn sie dafür ihren eigenen Körper verkaufen muss. Natürlich erst, wenn sie gestorben ist. Dann sollen die Herren Wissenschaftler in der Anatomie mit ihrem Körper machen, was sie wollen.

GLAUBE LIEBE HOFFNUNG INHALTSANGABE
10 Nov 16

"Ohne Glaube Liebe Hoffnung gibt es logischerweise kein Leben." Ödön von Horváth

was bleibt, ist Hoffnung... Schlussbild von "Glaube Liebe Hoffnung" von der Seitenbühne aus gesehen.

was bleibt, ist Hoffnung... Schlussbild von "Glaube Liebe Hoffnung" von der Seitenbühne aus gesehen.

Glaube Liebe Hoffnung Programmheft Auszug (PDF)

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KÖPFE IN STÜCKEN 03: Auf der Paukentreppe

Ein Fortsetzungsroman von Dietmar Dath

Die Stadt war nass. Man stand bis zu den Knöcheln im Wasser, die Kanalisation hielt das Zeug seit Wochen nicht mehr, Mainz stank und schwappte. Höhnische Rufe von hinter der Absperrung empfingen Sven, Svenja und das kleine Häuflein ebenfalls Freigesetzter beim Verlassen der Haftanstalt: "Marschiert, marschiert!" "Habt ihr gut geschlafen, habt ihr gut geschlafen?" "Euch sollte man!", das Übliche.

KÖPFE IN STÜCKEN 03: Auf der Paukentreppe