Geächtet

von Ayad Akhtar

Deutsch von Barbara Christ

Amir Kapoor lebt den amerikanischen Traum: Der Sohn pakistanischer Einwanderer ist Anwalt und arbeitet in einer renommierten jüdischen Kanzlei in New York. Er trägt teure Hemden, genießt gutes Essen und wohnt in einem Loft in der Upper East Side von Manhattan. Es geht ihm gut. Er funktioniert. Seine Strategie heißt Assimilation – sein Problem Identität. Denn Integration bedeutet im Post-9/11-Amerika für Amir die Abkehr von den eigenen Wurzeln, wie dem Islam. Anders seine Frau Emily: Die weiße Amerikanerin ist aufstrebende Malerin und hat durch die Kunst die islamische Kultur für sich entdeckt. Als bei einem Abendessen mit ihrem jüdisch-amerikanischen Kurator Isaac und dessen afroamerikanischer Frau – Amirs Arbeitskollegin Jory – eine Diskussion über religiöse Traditionen eskaliert, verliert Amir inmitten aller Positionen die Kontrolle, holt zum Befreiungsschlag aus und bringt das eigene Selbstbild ins Wanken. In seinem Debutstück diskutiert Ayad Akhtar anhand aufgeklärter Karrieristen im vermeintlich politisch korrekten Fahrwasser hochaktuelle, brennende Themen der USamerikanischen Gesellschaft zwischen Patriot Act und Integration, alltäglichem Rassismus und Terrorismus. 2013 wurde „Geächtet“ mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet. 

Residenztheater
  • Mi 28. Sep 16, 19:30 Uhr
  • Fr 21. Okt 16, 20:00 Uhr
  • Do 27. Okt 16, 20:00 Uhr
  • Vorstellungsdauer ca. 1 std. 35
  • Keine Pause
  • Deutsch von Barbara Christ
  • Regie Antoine Uitdehaag
  • Bühne Momme Röhrbein
  • Kostüme Heide Kastler
  • Musik Het Paleis van Boem
  • Licht Fabian Meenen
  • Dramaturgie Constantin John + Sebastian Huber
mit

Ein Zeichen gegen Rassismus

Das Residenztheater beteilligt sich mit drei Veranstaltungen an den "Internationalen Wochen gegen Rassismus"!

Um rechtsextremistischen Entwicklungen und Bewegungen wie PEGIDA entgegenzuwirken und um Solidarität zu zeigen, finden im Rahmen der "Internationalen Wochen gegen Rassismus" vom 10. bis 23. März europaweit über 1000 Veranstaltungen gegen Rassismus statt. Auch das Residenztheater beteiligt sich mit mehreren Veranstaltungen an der Aktion.

Ein Zeichen gegen Rassismus

GEÄCHTET

INHALTSANGABE

Es ist 8:46 Uhr Ortszeit, als am 11. September 2001 im New Yorker Stadtteil Manhattan eine Passagiermaschine in den Nordturm des World Trade Centers fliegt und explodiert. Kurz darauf wird ein zweites Flugzeug in den Südturm stürzen, eine dritte Maschine in das Pentagon und Amerika endgültig in den Ausnahmezustand. Die U.S.A. erleben an diesem Tag ein bis dato nicht gekanntes Ausmaß an Terror. Als die beiden Türme in sich zusammenfallen, hinterlassen sie nicht nur in der Skyline, sondern auch in der amerikanischen Gesellschaft eine klaffende Wunde.

GEÄCHTET

Drama Baby! Wie die Amerikaner ihre Stücke kriegen ...

Vortrag über amerikanisches Theater und Stücke

Am 20. Februar lädt das Residenztheater vor der Vorstellung von "Geächtet" unter dem Titel "Drama Baby! Wie die Amerikaner ihre Stücke kriegen ..." zu einem Vortrag der amerikanischen Regisseurin Amy Stebbins über amerikanisches Theater und US-Stücke in die Bar "Zur schönen Aussicht" ein. Sie geht ausgehend vom Spielplan des Residenztheaters der Frage nach, was diese Stücke für die deutsche Bühne interessant macht: Vor der dritten Vorstellung von "Geächtet" blickt sie auf die lebendige Theaterszene Chicagos und betrachtet den besonderen, typisch amerikanischen Entstehungsprozess dieses Dramas vom Schreibtisch des Dramatikers bis zur Theaterbühne.

Drama Baby! Wie die Amerikaner ihre Stücke kriegen ...
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"auf unserem eigenen Klischee ausrutschen"

Interview mit Bijan Zamani

Vor der Premiere von Ayad Akhtars "Geächtet" sprach der Münchner Merkur mit Hauptdarsteller Bijan Zamani über Wohnungsbesichtigungen unter falschem Namen, Toleranz und Klischees: "Alle Figuren haben einen klischierten Stempel auf der Stirn: ihre Religion. Und wir sind es in unserer Wahrnehmung auch gewöhnt, das Handeln eines Menschen mit diesem Stempel in Verbindung zu bringen – vor allem bei den konfliktbeladenen Religionen. Das Schöne an dem Stück ist, dass es unsere Gewohnheiten benutzt, um uns aufs Glatteis zu führen, sodass wir selber auf unserem eigenen Klischee ausrutschen."

"auf unserem eigenen Klischee ausrutschen"

unsere nächste Premiere: "Geächtet" ab Donnerstag im Residenztheater.

unsere nächste Premiere: "Geächtet" ab Donnerstag im Residenztheater.

"Es ist Zeit, dass wir aufwachen. Zeit, dass wir aufhören, nur Lippenbekenntnisse zum Islam und zu islamischer Kunst abzulegen. Wir stützen uns auf die Griechen, die Römer… – wo doch der Islam auch zu dem gehört, was uns ausmacht. Aber Gott bewahre, wenn jemand tatsächlich versucht, uns daran zu erinnern."

Ayad Akhtar, "Geächtet"