Die Netzwelt

von Jennifer Haley, Deutsch von Michael Duszat

Deutschsprachige Erstaufführung

Im verführerischen Paradies 'Netzwelt', einem technisch optimierten digitalen Refugium, können sich die Kunden unter fremder Identität ihre geheimsten Wünsche erfüllen. Der vom Geschäftsmann Sims betriebene virtuelle Club macht Geschäfte mit Sex und Gewalt.

Als Sims von der engagierten Ermittlerin Morris wegen Verdacht auf kriminelle Handlungen vorgeladen und verhört wird, argumentiert er mit der Fiktionalität seiner 'Netzwelt' und der Freiwilligkeit aller Beteiligten. Morris, die sich als Woodnut in Sims' 'Netzwelt' eingeloggt hat, erfährt im virtuellen Kontakt mit den von Sims programmierten Geschöpfen erschreckende Wahrheiten über die eigenen Sehnsüchte. Mit Hilfe des vom realen Leben enttäuschten und in den Möglichkeiten des Clubs Erlösung suchenden ehemaligen Lehrers Doyle will Morris Sims nun endgültig überführen und die neunjährige Iris aus dem Bannkreis ihres geliebten Schöpfers befreien.

Jennifer Haleys Theaterstück "Die Netzwelt" verhandelt die Kollision von Technologie und menschlichem Begehren im virtuellen Zeitalter. Die Autorin fragt nach Ethik und Verantwortung sowie der eigentlichen Konsequenz moderner Technologien und wagt einen verstörenden Blick in eine Zukunft, die längst begonnen hat.

  • premiere 26 Sep 15
  • Vorstellungsdauer ca. 1 std. 50
  • Keine Pause
  • Regie Amelie Niermeyer
  • Bühne Alexander Müller-Elmau
  • Kostüme Stefanie Seitz
  • Musik Fabian Kalker
  • Licht Gerrit Jurda
  • Video Jan Speckenbach
  • Dramaturgie Andrea Koschwitz
mit

Drama Baby! Wie die Amerikaner ihre Stücke kriegen ...

Vortrag über amerikanisches Theater und Stücke

Am 20. Februar lädt das Residenztheater vor der Vorstellung von "Geächtet" unter dem Titel "Drama Baby! Wie die Amerikaner ihre Stücke kriegen ..." zu einem Vortrag der amerikanischen Regisseurin Amy Stebbins über amerikanisches Theater und US-Stücke in die Bar "Zur schönen Aussicht" ein. Sie geht ausgehend vom Spielplan des Residenztheaters der Frage nach, was diese Stücke für die deutsche Bühne interessant macht: Vor der dritten Vorstellung von "Geächtet" blickt sie auf die lebendige Theaterszene Chicagos und betrachtet den besonderen, typisch amerikanischen Entstehungsprozess dieses Dramas vom Schreibtisch des Dramatikers bis zur Theaterbühne.

Drama Baby! Wie die Amerikaner ihre Stücke kriegen ...

Die Netzwelt

INHALTSANGABE

In einer fiktiven Zukunft, einer Welt ohne Bäume und lebendige Natur, hat sich das Internet in ein perfekt erfahrbares Paralleluniversum verwandelt: In der "Netzwelt" kann man vollkommen anonym jede Fantasie ausleben, Identitäten sind verschwommen, Träume sind real und Schuld scheint nicht zu existieren.

Die Netzwelt
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DIE NETZWELT (FOTOGALERIE)

Resi startet mit "Prinz Friedrich von Homburg" und "Die Netzwelt" in die neue Saison

Premierenwochenende am 25. + 25. September

Mit der Premiere von Heinrich von Kleists "Prinz Friedrich von Homburg" eröffnet das Residenztheater am 25. September 2015 die neue Spielzeit. Regisseur David Bösch erarbeitet zurzeit Kleists Drama mit Shenja Lacher in der Titelrolle, die Proben laufen. Mit dieser Premiere startet das Residenztheater in die fünfte Spielzeit unter Intendant Martin Kušej, die unter dem Schwerpunktthema "Der Feind im Inneren" steht. Gleich im Anschluss an die erste Premiere, am 26. September 2015, feiert im Cuvilliéstheater Jennifer Haleys "Die Netzwelt" in einer Inszenierung von Amélie Niermeyer ihre deutschsprachige Erstaufführung.

Resi startet mit "Prinz Friedrich von Homburg" und "Die Netzwelt" in die neue Saison
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"Nur weil etwas virtuell ist, ist es nicht nicht real."
Jennifer Haley, "Die Netz- welt"

Der Feind im Inneren

Martin Kušej präsentiert seine Pläne für die Spielzeit 2015 16 am Residenztheater

Am 29. April 2015 stellte Intendant Martin Kušej im Rahmen einer Pressekonferenz sein Programm für die kommende Spielzeit 2015 16 am Residenztheater vor. In vielen Stücken der neuen Spielzeit am Residenztheater richtet sich der Verdacht nach innen, sitzt der (vermeintliche) Feind im eigenen Lager, stellt sich heraus, dass Richter und Täter identisch sind: Das gilt sowohl für die ganz großen klassischen Stoffe wie "Prinz Friedrich von Homburg" und den Mythos von "Ödipus" als auch für modernere Dramen wie Arthur Millers "Hexenjagd". Und insbesondere in den zeitgenössischen Stücken "Die Netzwelt" von Jennifer Haley, Ayad Akhtars Pulitzer-Preis-gekröntem Stück "Geächtet", Peter Handkes "Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rande der Landstraße" sowie in Stefano Massinis "Lehman Brothers" wird der Feind im Inneren besonders deutlich spürbar.

Der Feind im Inneren
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