Der Weibsteufel

von Karl Schönherr

"Zuerst habt ihr mich aufgerissen bis auf den Grund, und jetzt möchts ihr mich wieder zudrehn, wie einen Wasserhahn. Aber mich fangts nimmer ein."

Auf ein Schmugglerehepaar an der Grenze zwischen Bayern und Tirol wird ein junger Gebirgsjäger angesetzt, der sich an die Frau heranmachen soll, um dem Mann das Handwerk zu legen. Der Schmuggler hält seine Frau an, auf die Avancen des Polizisten einzugehen, aber aus der taktischen Annäherung zwischen Frau und Jäger erwächst eine alpenländische amour fou und aus der erotischen Tauschfreudigkeit des Ehemanns brennende Eifersucht. Die Erotik der Frau soll den materiellen Interessen der konkurrierenden Männer dienen. Doch sie sprengt die Ökonomie, die sich um ihren Körper herum aufbaut, indem sie echte Gefühle in Umlauf bringt.

Karl Schönherr 1867 bis 1943, aus Tirol stammender Arzt und Autor, war zusammen mit Arthur Schnitzler der erfolgreichste österreichische Dramatiker in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Von Bühnen und Kritik sehr ungleich behandelt, haben die beiden angeblich einmal erwogen, ihre Stücke mit vertauschten Namen erscheinen zu lassen. Die ökonomische Unabhängigkeit, die der „Weibsteufel“ am Ende erreicht, hat in Schnitzlers Werk allerdings kaum je eine Frau erlangt. Martin Kušejs gefeierte Inszenierung wird vom Burgtheater in Wien übernommen.

Residenztheater
  • So 19. Jun 16, 19:00 Uhr
  • Vorstellungsdauer ca. 1 std. 30
  • Keine Pause
  • Regie Martin Kušej
  • Bühne Martin Zehetgruber
  • Kostüme Heide Kastler
  • Musik Bert Wrede
  • Licht Felix Dreyer + Tobias Löffler
  • Dramaturgie Sebastian Huber
mit

die Bühne von oben: der "Weibsteufel"-Wald im Resi.

die Bühne von oben: der "Weibsteufel"-Wald im Resi.

Kurt-Meisel-Preis 2013 für Birgit Minichmayr

Förderpreise für Friederike Ott und Franz Pätzold

Birgit Minichmayr erhält den diesjährigen Kurt-Meisel-Preis. Die Mitglieder des Vereins der Freunde des Residenztheaters würdigen damit ihre schauspielerischen Leistungen in den letzten beiden Jahren. Der Förderpreis für junge Theatertalente geht in diesem Jahr an die beiden Ensemblemitglieder Friederike Ott und Franz Pätzold für ihre hervorragenden künstlerischen Leistungen als "Pünktchen und Anton" in der Inszenierung von Thomas Birkmeir.

Kurt-Meisel-Preis 2013 für Birgit Minichmayr
08 Jun 13
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Resi auf Reisen: dieses Wochenende mit dem "Weibsteufel" bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen und mit "CALL ME GOD" bei den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin. Toitoitoi für beide Gastspiele!

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Der Weibsteufel Programmheft (PDF)

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Bergsteiger Marterln

Die Schueh flüglnäglgnaglt,
Übern Schrofn purzigiglgaglt.
Hear, gib ihm
Die ewige Rueh
Mitsamt seine flüglnäglgnagltn
Schueh!

Bergsteiger Marterln

Das Wald Madl

I mag nit in der Stubn bleibn,
In Wald sein grüene Bam,
Und den Kaffee kennts selber reibn,
I bleib enk nit derham.

Das Wald Madl

Der Himmel

I und mei Schatzl
Habn gester in der Nacht
Den Himmel wöckgstohlen
Und die Stearn aufgfacht.

Der Himmel

Untreu

Du hast mier a Suppn kocht.
In der Kuchl beim Heard
Hast den Jagerbue busselt,
I han enk schon gheart.

Untreu

Ein Meister der Komprimierung

Schönherr galt lange Zeit als der wichtigste und erfolgreichste österreichische Dramatiker neben Schnitzler. Er ist 1867 in Axams zur Welt gekommen. Er studierte Medizin, zunächst in Innsbruck, später in Wien, wo er ab 1891 lebte. Aber noch vor der Jahrhundertwende debütierte er mit Mundartgedichten und kleinen Erzählungen im Stil traditioneller Kalendergeschichten.

Ein Meister der Komprimierung

DER WEIBSTEUFEL (FOTOGALERIE)