Der Sturm

von William Shakespeare

Nach einem Sturm landet Antonio, Herzog von Mailand, mit seiner Entourage auf einer Insel. Dort lebt seit zwölf Jahren Prospero, sein Bruder und ehemals Herzog, seit er von den nun Gestrandeten entmachtet und auf einem Boot im Meer ausgesetzt worden ist. Die Insel ist nunmehr Prosperos Herrschaftsbereich. Hier gebietet er über den Luftgeist Ariel, den Autochthonen Caliban und nicht zuletzt über seine Tochter Miranda.

Das Wiedersehen reißt alte Wunden auf und lässt neue Begehrlichkeiten entstehen. Prospero sinnt auf Rache, Miranda verliebt sich in den jungen Ferdinand, Caliban probt den Aufstand, alle Figuren befinden sich in einem Zustand schlaftrunkenen Wachens.

Gísli Örn Garðarsson, der 2012 „Die Verwandlung“ ins Cuvilliéstheater brachte, sucht in den unruhigen Träumen des "Sturm" den Albtraum absoluter Macht.

Wir empfehlen den Besuch der Vorstellung ab 16 Jahren.

  • premiere 20 Okt 13
  • Vorstellungsdauer ca. 1 std. 15
  • Regie Gísli Örn Garđarsson
  • Bühne Börkur Jònsson
  • Kostüme Filippia Elisdottir
  • Musik Jan Faszbender
  • Licht Björn Helgason
  • Dramaturgie Sebastian Huber + Veronika Maurer
mit

Gísli Örn Garðarssons "Sturm" zum Start der Ruhrfestspiele Recklinghausen 2014

Die Ruhrfestspiele Recklinghausen 2014 stehen unter dem Titel "Inselreiche". Passend dazu wurde das Festival am 3. Mai 2014 mit Gísli Örn Garðarssons Inszenierung von Shakespeares "Der Sturm" eröffnet, das in Koproduktion mit den Ruhrfestspielen entstanden ist. Ende Mai wird bei den Ruhrfestspielen zudem Nis-Momme Stockmanns "Phosphoros" in einer Inszenierung von Anne Lenk uraufgeführt.

Gísli Örn Garðarssons "Sturm" zum Start der Ruhrfestspiele Recklinghausen 2014

Happy Birthday Shakespeare!

Im Jahr 2014 feiert William Shakespeare seinen 450. Geburtstag - und das Residenztheater feiert mit: Wir eröffnen mit Amélie Niermeyers Inszenierung von "Was ihr wollt" den deutschen Geburtstagsreigen zum Shakespeare-Jubiläumsjahr. Daneben stehen mit "Der Sturm", "Der Widerspenstigen Zähmung" und "Ein Sommernachtstraum" drei weitere Shakespeare-Inszenierungen auf dem Resi-Spielplan

Happy Birthday Shakespeare!

Der Sturm Programmheft (PDF)

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"Ich arbeite gern außerhalb der Wohlfühlzone"

Interview

Zur Premiere von Gísli Örn Garðarssons Inszenierung von Shakespeares "Sturm" im Marstall sprach Kulturvollzug mit Gunther Eckes über seine Rolle als Luftgeist Ariel: "Auf der Bühne bin ich bereit, mich zu quälen. Das ist ja auch ein theatraler Moment, dem Schauspieler bei der Arbeit zuzusehen. Theater ist dann spannend, wenn es auch Tanz und Bewegung ist."

"Ich arbeite gern außerhalb der Wohlfühlzone"
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SHAKESPEARE GLAUBTE NICHT AN DIE GLÜCKLICHEN INSELN

Macht, Gewalt und (Anti)Utopie in "Der Sturm" von Jan Kott

Shakespeares Theater ist ein theatrum mundi. Gewalttätigkeit als Prinzip der Welt wird darin in kosmischen Kategorien gezeigt. Die Vorgeschichte Ariels und Calibans ist die Wiederholung der Geschichte Prosperos, ein weiterer Beitrag zum selben Thema. Shakespeares Dramen sind nicht nach dem Gesetz der Einheit der Handlung gebaut, sondern nach dem Prinzip der Analogie, der doppelten, dreifachen und vierfachen Fabel, die dasselbe Grundthema wiederholt, sie sind ein System von konkaven und konvexen Spiegeln, die ein und dieselbe Situation spiegeln, vergrößern und parodieren. Dasselbe Thema wiederholt sich in Dur und Moll in allen Registern der Shakespeareschen Musik, es klingt abwechselnd lyrisch und grotesk, pathetisch und ironisch.

SHAKESPEARE GLAUBTE NICHT AN DIE GLÜCKLICHEN INSELN

Der Sturm

Inhaltsangabe

"Der Sturm", 1611 uraufgeführt, gilt als William Shakespeares letztes Drama. Gísli Örn Garðarssons Fassung erzählt das Drama des grollenden entmachteten Regenten, wie er sich im 1. Akt darstellt, weiter. Dieser Prospero kann keinen Frieden schließen. Er sinnt auf Vergeltung, die die Welt für ihn wieder ins Lot bringen würde: indem die Schuldigen bestraft werden. Gerechtigkeit stellt sich erst wieder ein, wenn Rache genommen worden ist.

Der Sturm