Der Stein

von Marius von Mayenburg

Witha, ihre Tochter Heidrun und ihre Enkelin Hannah haben sich ihre eigene deutsche Familienlegende über den heldenhaften Großvater und die Rettung einer jüdischen Familie zur Zeit des NSRegimes geschaffen. Während sie sich durch die Jahre lügen, das Erlebte neu erfinden und Erinnerungen tief im Garten verscharren, gräbt ihre Nachmieterin Stefanie die Wahrheit und ihre persönliche deutsch-deutsche Familienlegende aus. Die vier Frauen verbindet ein Haus in Dresden, das mit dem Wandel der politischen Systeme auch die Besitzer wechselt und die Frage nach dem wahren Eigentümer stellt. Ist es die jüdische Familie, die es erbaut, die arisch-deutsche Familie, die es 1935 von ihr übernimmt oder eine der Parteien, die zur Zeit der DDR darin wohnt? Weiter, immer weiter werden die Räume neu besetzt, die Geschichten umgedeutet, und dennoch am Vergangenen krampfhaft festgehalten.
 

  • premiere 18 Dez 14
  • Vorstellungsdauer ca. 1 std. 40
  • Keine Pause
  • Regie Sarantos Zervoulakos
  • Bühne Thea Hoffmann-Axthelm
  • Kostüme Christian Kiehl
  • Licht Georgij Belaga
  • Dramaturgie Christina Hommel
mit
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Das kommunikative Gedächtnis der Familie

von Harald Welzer

Das „Familiengedächtnis“ stellt kein umgrenztes und abrufbares Inventar von Geschichten dar, sondern besteht in der kommunikativen Vergegenwärtigung von Episoden, die in Beziehung zu den Familienmitgliedern stehen und über die sie gemeinsam sprechen. Solche Vergegenwärtigungen der Vergangenheit finden in der Regel beiläufig und absichtslos statt — Familien halten keine Geschichtsstunden ab, sondern thematisieren Vergangenes zu unterschiedlichsten Anlässen.

Das kommunikative Gedächtnis der Familie

Der Stein

Inhaltsangabe

1935 übernehmen Witha und ihr Mann Wolfgang das Haus einer jüdischen Familie in Dresden und legen damit das Fundament für ihr neues Leben. Doch das erhoffte Glück löst sich nicht ein. Zunächst zerstört ein über die Mauer geworfener Stein nur eine Scheibe. 1945 zerstören Bomben die gesamte Stadt. Witha, ihre Tochter Heidrun und das Haus überstehen den Krieg.

Der Stein
16 Dez 14
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"Als ob man ins Leben von jemand anderem einzieht." – übermorgen feiert im Marstall unsere letzte Produktion des Jahres Premiere: Sarantos Zervoulakos inszeniert Marius von Mayenburgs "Der Stein".

Spielzeit 2014/2015

Wirklichkeitsflüchtige aus Bayern und der Welt: Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2014/2015! Weitere Infos zu den einzelnen Produktionen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das Sie hier online lesen bzw. hier herunterladen können (PDF).

Spielzeit 2014/2015