Das goldene Vlies

von Franz Grillparzer

Medea, Tochter des Königs Aietes, Kindsmörderin und große Liebende, behütete in ihrer Jugend das goldene Vlies: ein magisches, unheilvolles Widderfell, das seinen Besitzer unbesiegbar macht und für das Aietes den Eroberer Phryxus einst ermordet hatte. Diese Verletzung des Gastrechts bleibt nicht ohne Folgen: Denn als Jason das goldene Vlies in die Heimat zurückholen will, verliebt sich Medea in den Argonauten und beide fliehen mit dem Vlies. Jahre später erbitten sie von König Kreon für sich und ihre Kinder in der Fremde Hilfe und Asyl. Jason und die Söhne dürfen bleiben, Medea dagegen, die Barbarin, soll das Land verlassen.
Anne Lenk inszeniert nach ihren Münchner Arbeiten „Du hast gewackelt. Requiem für ein liebes Kind“, „Phosphoros“ und „Hoppla, wir leben!“ Franz Grillparzers 1821 uraufgeführtes dramatisches Gedicht als großes Liebes- und Überlebensdrama. Dabei wählt sie als Zentrum ihrer Aufführung den Zeitpunkt, an dem Medea beschließt, ihre Identität und ihren Glauben aufzugeben, um sich zu integrieren. Die private Tragödie als Spiegel einer Verkettung von Schieflagen in der Geschichte und Gegenwart lässt an die Ursachen und Zusammenhänge moderner Beziehungs- und Bürgerkriege denken und stellt die Frage aller Fragen: Wer warf den ersten Stein?

Residenztheater
  • Sa 02. Jul 16, 19:30 Uhr
  • premiere 06 Dez 15
  • Vorstellungsdauer ca. 2 std. 50
  • eine pause
  • Regie Anne Lenk
  • Bühne Judith Oswald
  • Kostüme Sibylle Wallum
  • Musik Leo Schmidthals
  • Licht Markus Schadel
  • Dramaturgie Andrea Koschwitz
mit

welcome: Aufbau für "Das goldene Vlies".

welcome: Aufbau für "Das goldene Vlies".

Das goldene Vlies

INHALTSANGABE

Nach Jahren der Flucht erbitten Jason und Medea von König Kreon für sich und ihre Kinder Hilfe und Asyl. Nach Kreons Willen dürfen Jason und seine Söhne bleiben, Medea dagegen, die Barbarin, soll das Land verlassen und weiterziehen. Obwohl Medea das fluchbeladene goldene Vlies tief in der Erde begraben und sich zum Zwecke einer erwünschten Integration von ihren Zauberkräften verabschiedet hat, weist man sie aus.

Das goldene Vlies
Bild 

"Die Verteidigerin"

Interview mit Meike Droste

Vor der Premiere von "Das goldene Vlies" sprach Medea-Darstellerin Meike Droste, die zum ersten Mal am Residenztheater arbeitet, mit der Süddeutschen Zeitung über ihre Rolle in der ARD-Serie "Mord mit Aussicht", Bühnenmorde und vor allem über ihre Sicht auf Grillparzers Medea-Figur: "Für mich erlischt in dem Moment etwas in ihr, der Mord an den Kindern ist absolute Rache an dem, der sie verraten hat und gleichzeitig ein nicht anders können, weil sie alles verloren hat. Und vor allem ist er die Erfüllung eines Fluchs, der am Beginn der Geschichte steht."

"Die Verteidigerin"
04 Dez 15
Bild

wer zum ersten Mal im Residenztheater spielt: Meike Droste. ab Sonntag ist sie als Medea in "Das goldene Vlies" zu sehen. willkommen am Resi!

DAS GOLDENE VLIES (FOTOGALERIE)

Traum(a)hafte Erinnerungsräume

Im Blog zeigt Kostümbildnerin Sibylle Wallum ihre Entwürfe für Anne Lenks Inszenierung von Grillparzers "Das goldene Vlies" und beschreibt das Konzept für das Kostümbild bzw. den Einsatz der Kostüme: "Die Spieler wechseln durch Kleidung die Fronten, die Kulturen und ihre Zugehörigkeit." MEHR ...
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