Marstall

Marstall 2011 (Kafka)Marstall 2011 (Kafka)

Der Marstall, erbaut von Leo von Klenze, diente der adeligen Gesellschaft Anfang des 19. Jahrhunderts als Hofreitschule. Doch mit dem Untergang der Monarchie findet auch das Reiten im Marstall ein Ende. Die Räumlichkeiten werden fortan als Museum genutzt, in dem die Bevölkerung nutzlos gewordene, prunkvolle Kutschen des ehemaligen Königs bewundern kann.

Während der Bombenangriffe im zweiten Weltkrieg wird das Gebäude stark beschädigt. Nachdem man es notdürftig wieder aufgebaut hat, wird es von den Staatstheatern jahrelang als Montagehalle, Holzlager und zum Abstellen von Dekorationsteilen benutzt.

Ende der 1960er Jahre suchen viele Künstler mit neuen, experimentellen Stücken und Ideen nach alternativen Aufführungsorten. 1971 wird im Marstall das Potential einer solchen Studio- und Experimentierbühne erkannt und ein gutes Jahr später eröffnet Walter Schmidinger mit Franz Xaver Kroetz‘ Stück "Globales Interesse" im Rahmen des Kulturprogramms der Olympischen Spiele in München feierlich die neu gewonnene Spielstätte. In den folgenden Jahren ist hier unter anderem die Uraufführung von Ingmar Bergmans "Szenen einer Ehe" zu sehen. Nationale und internationale Künstler sind immer wieder im Marstall zu Gast.

In den oberen Etagen finden eine Werkstatt, ein Malersaal und ein Requisitenlager ihren Platz. Bis heute entstehen hier sämtliche Bühnenbilder für das Residenztheater. 

Unter der Intendanz von Eberhard Witt in den Jahren 1993 bis 2001 übernimmt Elisabeth Schweeger die künstlerische Leitung des Marstalls. Sie entwickelt ihn zu einem Zentrum der zeitgenössischen und avantgardistischen (darstellenden) Kunst in Europa, an dem diese (weitgehend) frei von inhaltlichen oder ökonomischen Zwängen und fernab des normalen Staatstheateralltags ganz im Zentrum stehen kann. Durch die zahlreichen Koproduktionen und den intensiven Austausch mit anderen Künstlern und Institutionen entsteht in und um den Marstall ein Netzwerk verschiedenster Kunstformen und Kulturschaffender. So steigt die Bedeutung des Marstalls für das kulturelle Geschehen nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa.

Marstall-CaféMarstall-Café

Auch in der Intendanz von Martin Kušej ist der Marstall ein Ort, an dem offenere Formen, Projekte und Veranstaltungsreihen ihren Platz finden, wie beispielsweise eine Residency der Performancegruppe Showcase Beat Le Mot, eine Reihe zu und mit Alexander Kluge sowie ein internationales Fassbinder-Festival. Daneben bietet der Marstall aber auch Raum für Theater-Inszenierungen, u.a. von Martin Kušej, Jürgen Kuttner und Marius von Mayenburg. Das Marstallcafé lädt vor und nach den Vorstellungen zum geselligen Verweilen und dient auch als Schauplatz verschiedener Veranstaltungen wie der TheaterBar des Jungen Resi oder unserer Reihe "Nachts und Nebenbei".

CALL ME GOD

CALL ME GOD

von Gian Maria Cervo, Marius von Mayenburg, Albert Ostermaier, Rafael Spregelburd

CALL ME GOD
Reigen

Reigen

von Arthur Schnitzler

Reigen
Die Hamletmaschine

Die Hamletmaschine

von Heiner Müller

Die Hamletmaschine
Die bitteren Tränen der Petra von Kant

Die bitteren Tränen der Petra von Kant

von Rainer Werner Fassbinder

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The Happy Ending of Franz Kafka's Castle

The Happy Ending of Franz Kafka's Castle

von Showcase Beat Le Mot

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Das Interview

Das Interview

von Theo van Gogh

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Der Geldkomplex

Der Geldkomplex

nach Franziska Gräfin zu Reventlow

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