Gemeinsam Grenzenlos

1. Juli – Aktionstag bayerischer Theater gegen Rechts

Angesichts mehrfacher Anfeindungen gegen Theater und Künstler haben sich die bayerischen Theater zu einem Bündnis für Offenheit und Toleranz zusammengeschlossen. Wir wollen ins Bewusstsein rufen, wie wichtig die Freiheit der Kunst und des Theaters für den Zusammenhalt unserer demokratischen Gesellschaft ist. Die Freiheit der Kunst ist ein hohes Gut. Nach politischer Indienstnahme der Künste durch die Nationalsozialisten wurde dies im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert. Gerade im Theater hat sich diese Freiheit in verschiedenen Zeiten unserer Geschichte bewährt, so waren in den 1960er und 1970er Jahren die Bühnen der Bundesrepublik Plattform für einen konfliktreichen Diskurs der Generationen über Schuld und Verantwortung.

Theater bietet zu jeder Zeit eine Bühne für das freie Spiel der Gedanken, der Argumente und der Lebensentwürfe: In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Und wie können wir sie miteinander gestalten? Diesen Spielraum zu sichern ist unsere Aufgabe. Damit in unserer Gesellschaft die freie Rede und der offene Gedankenaustausch einen Platz haben – Theater ist grenzenlos, offen für alle. Lassen Sie uns gemeinsam in diesem und allen anderen Theatern, heute und in Zukunft überlegen, diskutieren und hinterfragen: In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Haben Sie Mut, wir sind viele! Gemeinsam sind wir grenzenlos!

Im Residenztheater zeigen wir zu diesem Anlass am 1. Juli den politischen Theaterabend "Phädras Nacht", in der nicht nur die liebeskranke Phädra für Hippolyt zur Bedrohung wird, sondern auch eine fremdenfeindliche Gesellschaft, die alles verfolgt, was nicht ihresgleichen ist. Martin Kušej und Albert Ostermaier erzählen den antiken Mythoas neu, als Analogie zweier Gesellschaften: die eine von außen in den Krieg gestürzt, die andere von innen heraus im Kampf gegen alles Äußere. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit gelten nicht mehr. Theseus findet, heimgekehrt aus dem Krieg, zuhause nur das Gleiche vor wie an der Front: Hass, Gewalt und Tod. Hippolyt im Zentrum der Geschehnisse muss am eigenen Leib erfahren, wie brutal die feurige Wut des Mobs in Eiseskälte umschlägt. 

 

Phädras Nacht Programmheft Auszug (PDF)

Phädras Nacht Programmheft Auszug (PDF)
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Phädras Nacht

INHALTSANGABE

Wird unsere Freiheit am Hindukusch verteidigt? Und ist diese Freiheit nicht auch im eigenen Land gefährdet? Und was macht der Krieg mit der Liebe? Theseus ist im Krieg in Afghanistan und seine Frau Phädra verzweifelt daran. Sie fühlt sich von ihrem Mann und der Welt verlassen. Ihr Verlangen nach Liebe hat aus ihr eine Süchtige gemacht. Phädra trinkt, schluckt Tabletten, weint um Theseus, ist wütend auf den Mann, der sie zurückgelassen und damit ihre Welt zur Gefrierkammer und einem Haus ohne Türen gemacht hat.

Phädras Nacht

PHÄDRAS NACHT (FOTOGALERIE )

Phädras Nacht

Phädras Nacht

Ein Projekt von Albert Ostermaier + Martin Kušej

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