Wir sind hier aufgewacht

WIR SIND HIER AUFGEWACHT
von Simon Stone
Uraufführung/Auftragswerk
Premiere 18. Oktober 2019
Cuvilliéstheater
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Premierenverschiebung

Die für 18. Oktober 2019 geplante Premiere von Simon Stones «Wir sind hier aufgewacht» muss leider verschoben werden.

Ein seit über drei Jahre geplantes Filmprojekt von Simon Stone hat diesen Sommer wider allen Erwartens die erforderliche finanzielle Zusicherung erfahren. Wir bedauern zutiefst, dass die für das Cuvilliéstheater zum Auftakt der Spielzeit geplante Uraufführung daher leider verschoben werden muss, aber wir konnten Simon Stone, der dem neuen Ensemble und Andreas Beck seit fünf Jahren und durch viele ausgezeichnete Inszenierungen sehr verbunden ist, sein ihm so wichtiges Projekt nicht verwehren. Auch Simon Stone bedauert es von Herzen, aber der Startschuss zu diesem lange von ihm entwickelten Filmprojekt musste nun erfolgen.


Da Simon Stone seine Theatertexte während der Proben gemeinsam mit dem Ensemble entwickelt, kann niemand anderer zum aktuellen Stand der Produktion an seiner statt die Regie übernehmen. Simon Stone bittet alle Beteiligten des Residenztheaters wie auch die Zuschauer*innen um Entschuldigung und Verständnis (dt. Übersetzung siehe weiter unten*):
 

«It is with a heavy heart that I have made this decision. I started the move to Munich three months ago with the full intention of completing the opening production for Andreas Beck’s first season at the Residenztheater.  At the time, my film had fallen apart, a film that had been three years in preparation, constantly delayed due to the lead actress’ commitments to other projects in between, which was then also subsequently delayed by moving from studio to studio and then, a few months ago, finding itself without a studio at all. Recently Netflix stepped in, offered us the amount we need to make it, insisted on me continuing in the director’s chair, and the cast came into place. It became clear we couldn’t delay another year and still make the movie, after years of delays. So I felt contractually and artistically obliged to follow through on the work I set in motion years ago.
My commitment to the Residenztheater remains undiminished. I live in this city, in the state of Bavaria, and I am fully determined to present the work that we have promised to the theatre’s audience. I would like to apologise for the disappointment to the audience, the stress and workload to my colleagues who have already put such incredible work into creating the piece, to the technical and planning departments, to the whole administration of the theatre and the state. All I can say is that I will make it up to you. As soon as possible.
More than anything I wish this extraordinary ensemble, that Munich and Bavaria are lucky to have at their flagship theatre, a blessed opening. What a great time for this theatre! I can’t wait to continue telling the story with them very soon.
With apologies and love
Simon Stone»

Die Vorstellungen am 18. und 19. Oktober 2019 im Cuvilliéstheater müssen leider ersatzlos entfallen.Für Sonntag, 20. Oktober 2019 planen wir nun neu die ursprünglich für 7. Februar 2020 angekündigte Münchner Premiere «Die drei Musketiere» nach Dumas in der Inszenierung von Antonio Latella. Über alle weiteren Vorstellungsänderungen sowie den neuen Premierentermin von «Wir sind hier aufgewacht» informieren wir Sie zeitnah. Eintrittskarten können selbstverständlich zurückgegeben oder umgetauscht werden, die Abonnent*innen werden persönlich informiert.

*«Schweren Herzens habe ich diese Entscheidung getroffen. Ich bin vor drei Monaten nach München gezogen, mit der vollen Absicht, die Eröffnungsproduktion für Andreas Becks erste Spielzeit am Residenztheater fertigzustellen. Zu der Zeit war mein Filmprojekt hinfällig, das ich drei Jahre vorbereitet hatte und das aufgrund anderer Projekte der Hauptdarstellerin wie diverser Produzentenwechsel mehrmals verschoben worden war, am Ende hatten wir gar kein Produktionsstudio mehr. Dann stieg Netflix ein und bot uns die Summe, die wir für den Film brauchen. Sie bestanden auf mich als Regisseur, und die Besetzung konnte zustandekommen. Es war klar, dass wir nach so vielen Jahren des Aufschubs kein weiteres Jahr verschieben könnten. Daher fühlte ich mich vertraglich und künstlerisch verpflichtet, die Arbeit an dem vor lange in Gang gesetzten Projekt fortzuführen.
Meine Verbundenheit dem Residenztheater gegenüber ist ungemindert. Ich lebe in dieser Stadt, im Freistaat Bayern, und ich habe die volle Absicht, die Arbeit zu präsentieren, die wir dem Theaterpublikum versprochen haben. Ich möchte mich für die Enttäuschung beim Publikum entschuldigen wie auch für den Stress und die Umstände bei den Kolleginnen und Kollegen, die bereits so unglaublich viel Arbeit in die Stückentwicklung gelegt haben, bei den technischen und planerischen Abteilungen, bei der gesamten Verwaltung des Theaters und des Freistaats. Alles, was ich sagen kann, ist, dass ich es wiedergutmachen werde. So bald wie möglich.
Mehr als alles wünsche ich diesem außerordentlichen Ensemble, mit dem München und Bayern sich glücklich schätzen können, es in diesem außergewöhnlichen Theater zu haben, eine gesegnete Eröffnung. Was für eine großartige Zeit für dieses Theater! Ich kann es kaum erwarten, die Geschichte mit ihnen ganz bald weiterzuerzählen.
Mit Bedauern und Zuneigung
Simon Stone»

Seit seinem Auftreten greift der Mensch in die Welt ein und fügt ihr Neues hinzu: Er entwirft einen Kosmos aus Sprache, spannt ein Netz sozialer Beziehungen und bevölkert die Welt mit immer raffinierteren Objekten und technischen Erfindungen. All diese Hervorbringungen und Äußerungen des Menschen sind aufs Engste mit ihm verzahnt. Sie wirken auf ihn zurück, sind mit ihm im Austausch und stellen einen wesentlichen Teil seiner Identität dar. Was aber wäre der Mensch ohne diese gemeinsam hergestellte Welt? Was ist er ohne Welterfahrung und Austausch mit anderen? Zeigt sich dann der eigentliche Kern seines Wesens?

 

Zwei Stücke der europäischen Dramenliteratur – Marivaux’ «Der Streit» und Calderón de la Barcas «Das Leben ein Traum» – stellen diese Fragen in einer bizarren Versuchsanordnung: In sozialer Isolation aufgezogene Kinder, die als Erwachsene wieder in die Gesellschaft eingeführt werden, sind die Objekte eines Experiments, in dem die Macht von Identität, gesellschaftlicher Prägung, Schicksal, Charakter und freiem Willen exemplarisch durchgespielt wird.

 

Der australische Autor und Regisseur Simon Stone, dessen aufsehenerregende, radikal zeitgenössische Interpretationen klassischer Dramen international für Furore sorgen, greift Motive aus Marivaux’ Komödie der französischen Frühaufklärung und aus Calderón de la Barcas spanischem Versdrama des Siglo de Oro auf und untersucht in seinem neuen Schauspiel «Wir sind hier aufgewacht» die Identität des Menschen im Zeitalter sozialer Netzwerke und neuer Medien.

Künstlerische Leitung

Inszenierung Simon Stone
Bühne Mel Page
Kostüme Mel Page
Licht Gerrit Jurda
Dramaturgie Constanze Kargl