Lola M.

LOLA M.
Eine abenteuerliche Oper von und mit Georg Ringsgwandl
Uraufführung/Auftragswerk
Premiere 31. Dezember 2020
Residenztheater
Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Anlässlich des 200. Geburtstages von Lola Montez

 

Warum erscheinen immer noch Stücke, Romane, Filme und Songs über eine Frau, die vor 200 Jahren als Eliza Gilbert in Irland geboren wurde? Eine zweifelhafte Tänzerin, die auf ihrer Reise durch Europa Fürsten, Prinzen, den Zaren von Russland und Franz Liszt faszinierte, die aus jeder Stadt, die sie besuchte, von der Polizei verjagt wurde und schließlich in München landete, wo ihr Treiben innerhalb eines Jahres zu Unruhen führte, die den Staat ins Wackeln brachten und den König zur Abdankung.

 

Lässt man den Mythos um diese Frau beiseite und betrachtet die historischen Fakten ihrer nur 39 Lebensjahre, staunt man erst recht. In Bayern spielte sich ja nur die vierzehnmonatige Liebesgeschichte mit dem König ab, die erfolgreichste Zeit ihres Lebens begann, als Lola Montez Europa verlassen musste. Theatertourneen durch Amerika und Australien, Vorträge vor riesigem Publikum, sie war die berühmteste Frau ihrer Zeit, schillernd, geistreich, wohlhabend und geachtet bis in die höchsten Kreise. Sie hat Ein- und Ansichten zur Stellung der Frau formuliert wie 120 Jahre nach ihr Susan Sontag.

 

Lola Montez leistete sich Entgleisungen, gegenüber denen die kalkulierten Pseudoprovokationen der heutigen Popgrößen maximal putzig wirken.

 

Die härteste Zumutung bedeutet Lola aber für den Autor, wie soll er so ein Leben in ein Theaterstück packen? 

 

(Georg Ringsgwandl)

 

 


 

 

Georg Ringsgwandl – nicht nur als Liedermacher, sondern auch als Theaterautor und Schauspieler eine Institution – versucht in seiner Hommage an Lola Montez eine Ehrenrettung der berüchtigten Geliebten des bayerischen Königs Ludwig I. und der aufregendsten Frau, die Bayern im 19. Jahrhundert erlebte und davonjagte. Nach seinem Theaterstück über den Märchenkönig «Ludwig II. Die volle Wahrheit» adaptiert er im Auftrag des Residenztheaters ein weiteres Kapitel der bayerischen Geschichte als zeitgenössisches Musiktheater.

 

«Was soll ich sagen, liebe Margareth, widrige Vorgänge an der Börse, rätselhafte Schulden, aber der König hat immer noch ein großes Herz.»

 

«Es ist zu befürchten, dass die Affäre Lola Montez in mehr Facetten schillert, als es die gängigen Lexikoneinträge vermuten lassen. Man glaubte, man habe einer ‹aristoklastischen Superschlampe› das Handwerk gelegt. Aber vielleicht hat Bayern mit Lola Montez eine der fähigsten Frauen des 19. Jahrhunderts vertrieben?» Georg Ringsgwandl

Künstlerische Leitung

Inszenierung und Musik Georg Ringsgwandl
Kostüme Lola Paltinger