Die Kopenhagen-Trilogie

Premiere
Residenztheater
Fr 25 Mär
DIE KOPENHAGEN-TRILOGIE
nach den Romanen «Kindheit» – «Jugend» – «Abhängigkeit» von Tove Ditlevsen
Deutschsprachige Erstaufführung
Premiere 25. März 2022
Residenztheater
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

«Ein Mädchen kann nicht Dichterin werden!» Mit diesem Satz ihres Vaters im Gepäck wächst die dänische Schriftstellerin Tove Ditlevsen im Kopenhagen der 1920er-Jahre auf. Sie fühlt sich fremd in der eigenen Familie. Die Mutter ist unterkühlt, der Vater im Zuge der Wirtschaftskrise bald arbeitslos. Für Literatur, die Träume und das Talent der Tochter ist da kein Platz. Die höhere Schule darf sie trotz ihrer Begabung nicht besuchen. Um Geld zu verdienen, tritt sie mit vierzehn Jahren erst eine Lehre als Hausmädchen, später eine als Bürogehilfin an. In ihrer Freizeit aber schreibt sie Gedichte. Einziger Adressat: ihr geheimes Tagebuch – aus Angst, jemand Unbefugtes könnte sie lesen. Mit jedem Schritt von zu Hause weg hofft sie, ihrem Traum, Schriftstellerin zu werden, ein Stück näherzukommen. Es ist zugleich die Utopie eines anderen, besseren Lebens, mit Kunst und Literatur als Zufluchts- und Rettungsort vor einem Alltag, der von Krisen und Kriegen gezeichnet ist. Schließlich erfüllt sich ihr Wunsch von der großen literarischen Karriere – zu einem sehr hohen persönlichen Preis.

 

Tove Ditlevsens «Kopenhagen-Trilogie» ist keine Autobiografie, sondern Autofiktion, in der die Autorin mit ihren Leser*innen brillant zu spielen weiß. Radikal und schonungslos ehrlich auf der einen, lakonisch humorvoll auf der anderen Seite, so lässt sich ihr Stil am besten beschreiben. «Die Kopenhagen-Trilogie» ist zugleich Hauptwerk und Vermächtnis einer großen dänischen Schriftstellerin, die zu Recht als Vorläuferin von Didier Eribon, Annie Ernaux oder Édouard Louis gefeiert wird.

 

Die schwedische Regisseurin und Choreografin Therese Willstedt wird den Stoff erstmals für eine deutsche Bühne adaptieren und gibt damit ihr Debüt am Residenztheater.

Künstlerische Leitung

Inszenierung Therese Willstedt
Bühne und Kostüme Christian Friedländer