Der Preis des Menschen

Marstall, 20.00 Uhr
Mo 02 Nov
Marstall, 20.00 Uhr
Fr 13 Nov
Marstall, 19.00 Uhr
So 15 Nov
Marstall, 20.00 Uhr
Sa 21 Nov
Marstall, 20.00 Uhr
Fr 27 Nov
Marstall, 20.00 Uhr
Do 10 Dez
Marstall, 20.00 Uhr
Fr 11 Dez
Marstall, 20.00 Uhr
Di 22 Dez
Marstall, 19.00 Uhr
Fr 25 Dez
DER PREIS DES MENSCHEN
von Thiemo Strutzenberger
Uraufführung
Premiere 11. Oktober 2020
Marstall
1 Stunde 15 Minuten
Keine Pause
Altersempfehlung: ab 16 Jahren

Frankreich zur Zeit der Napoleonischen Kriege. Die Gräfin Angela de Lima flieht vor ihrem gewalttätigen Mann ins Kloster, wo sie auf die Novizin Francisca trifft, die am uneingelösten Liebesversprechen des Klerikers Dinis zerbricht. Die verarmte Herzogin Elisa de Montfort begegnet einem Sklavenhändler, mit dem sie einen Liebeshandel eingeht, um seine Weltanschauung am Beispiel ihrer selbst ad absurdum zu führen, während der Diener Pedro da Silva von der aristokratischen Herrschaft nach Belieben als Liebespfand oder Eigentum reklamiert wird.

«Mein Herz ist so leer. Ich kann deines gebrauchen.»

Der Roman «Mistérios de Lisboa» des portugiesischen Schriftstellers Camilo Castelo Branco diente Thiemo Strutzenberger als Assoziationsquelle. Anhand der Liebesbeziehungen und zwischenmenschlichen Tragödien seines Personals formuliert er eine Ökonomie der Machtverhältnisse und Ausbeutungsprinzipien. Er beschreibt eine Welt, deren Ordnung nach wie vor auf den Ansprüchen der Kolonialmacht basiert und wo der Ruf nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit nur dort widerhallt, wo es der Rang erlaubt. Die Spuren dieser Wertelogik, die Menschenleben in Zahlen rechnet, verfolgt Strutzenberger bis in unsere Gegenwart: Unter welchen Bedingungen wird der Mensch zur Ware? Was ist der Preis, den wir bereit sind, für den Erhalt des Eigenen zu zahlen – und auf wessen Kosten?

 

«Die Figuren ergreifen, in historische Gewänder gekleidet, einander wie Besitztümer. In ihrem Bestreben nach Zugehörigkeit sind sie der Liebe ebenso ausgesetzt wie der Französischen Revolution. Ihre Verstrickungen vollziehen sich dabei vor der ungeheuerlichen Kulisse des transatlantischen Sklavenhandels.» Thiemo Strutzenberger

 

Der serbische Regisseur Miloš Lolić, der für seine kunstaffinen, ausdrucksvollen Inszenierungen bekannt ist, bringt «Der Preis des Menschen» zur Uraufführung.

Zum Autor Thiemo Strutzenberger

Geboren 1982 in Kirchdorf an der Krems (Oberösterreich), absolvierte Thiemo Strutzenberger sein Schauspielstudium am Max Reinhardt Seminar in Wien und war bereits währenddessen im Ensemble des Burgtheaters. Anschließend wechselte er an das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg und an das Theater Neumarkt in Zürich, bevor er 2010 Ensemblemitglied am Schauspielhaus Wien wurde. Er schloss den Masterstudiengang für Gender Studies an der Universität Wien ab und nahm am Autorenprojekt FORUM Text der uniT (Graz) sowie am Autorenförderprogramm des Schauspielhaus Wien «stück/für/stück» teil. 2010 wurde sein Stück «The Zofen Suicides» uraufgeführt, 2013 und 2014 folgten die Uraufführungen von «Queen Recluse» (Regie: Martin Schmiederer) und «Hunde Gottes » (Regie: Barbara Weber) am Schauspielhaus Wien. 2014 war er für den österreichischen Theaterpreis NESTROY als «Bester Schauspieler» nominiert. 2015 wurde Thiemo Strutzenberger Ensemblemitglied am Theater Basel, wo er u. a. mit Nora Schlocker, Robert Borgmann, Antonio Latella, Stefan Bachmann, Ulrich Rasche und Robert Icke zusammenarbeitete. Seine erste Regiearbeit «Das Ende von Eddy» nach dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Édouard Louis, realisierte er 2017 am Theater Basel. Im Zuge seiner dortigen Arbeit als Hausautor in der Spielzeit 2018/2019 wurde sein Stück «Die Wiederauferstehung der Vögel» (Regie: Katrin Hammerl) 2019 zur Uraufführung gebracht und zum Festival Radikal Jung in München eingeladen. Seit der Spielzeit 2019/2020 ist Thiemo Strutzenberger Ensemblemitglied am Residenztheater.

Künstlerische Leitung

Inszenierung Miloš Lolić
Bühne Evi Bauer
Kostüme Jelena Miletić
Musik Nevena Glušica
Licht Uwe Grünewald
Dramaturgie Stefanie Hackl