Es waren ihrer sechs

Ein filmischer Inszenierungseinblick

frei nach dem gleichnamigen Roman von Alfred Neumann in einer Bearbeitung von Tomasz Śpiewak

Online-Premiere am 18. Februar 2021

Altersempfehlung ab 14 Jahren

Dauer: ca. eine Stunde und 35 Minuten

Mit Valentino Dalle Mura, Christian Erdt, Pauline Fusban, Vincent Glander, Niklas MittereggerLuana Velis

 

Inszenierung Michał Borczuch Bühne und Kostüme Dorota Nawrot Video und Schnitt Wojciech Sobolewski Musik Bartosz Dziadosz Licht Jacqueline Sobiszewski Dramaturgie Tomasz Spiewak, Michael Billenkamp

 

 

Als 1945 der Roman «Es waren ihrer sechs» des nach Los Angeles emigrierten Autors Alfred Neumann erscheint, löst er eine heftige öffentliche Kontroverse in Deutschland aus. Basierend auf einem Zeitungsartikel aus dem Time Magazine über die Flugblattaktionen und die Hinrichtung der Mitglieder der Weißen Rose, entwickelte Neumann aus dem Leben und Wirken der Widerstandskämpfer ein «freies Spiel der Fantasie» wie er es nannte: «Es geht nicht um die Geschwister Scholl. Es geht nicht einmal um die von mir geschaffenen Geschwister Möller, deren Name und Sprache und Nationalität getrost ausgewechselt werden können. Es geht nur um die Gestaltung einer ewigen Idee.»

 

«Jeder von uns ist für den anderen verantwortlich.»

 

Der polnische Regisseur Michał Borczuch und der Dramaturg und Autor Tomasz Śpiewak nehmen in ihrer Bearbeitung des Romans diese «ewige Idee» vom jugendlichen Widerstand gegen totalitäre Herrschaftssysteme zum Ausgangspunkt. Es ist der Versuch, sowohl die Gedankenwelt von Neumanns Protagonisten als auch das reale Wirken der Weißen Rose zu rekonstruieren. Borczuchs Inszenierung ist eine Versuchsanordnung an der Schnittstelle zwischen Theater und Film, die sich über die Stationen Jugend, Verfassen der ersten Flugblätter, Verhaftung, Gefängnis und Hinrichtung diesen Figuren annähert. Darüber hinaus sucht Borczuch in jeder der Stationen eine Brücke in unsere Gegenwart und zu heutigen, jugendlichen Protestformen zu schlagen.

Die Onlineversion von «Es waren ihrer sechs» ist kein klassischer Inszenierungsmitschnitt, sondern arbeitet mit dem über den gesamten Probenzeitraum gedrehten Filmmaterial.

 

Michał Borczuch hat eine der markantesten Handschriften der gegenwärtigen polnischen Theaterszene und spielt in seinen Arbeiten mit dem Grenzbereich zwischen Authentizität und Fiktion genauso wie mit den Interdependenzen von Leben und Theater. Er zeigt mit «Es waren ihrer sechs» seine erste Arbeit in München.

 

Das Streaming-Angebot des Residenztheaters wird realisiert in Kooperation mit easy-connect.