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Welt / Bühne III

Plattform für internationale Dramatik

Über die Frau im Nahen Osten wird viel gesprochen – über sie, wohlgemerkt, nicht mit ihr. Es geht um ihre Freiheit, ihren Schleier, ihr Verhältnis zum Mann; nur die Unterscheidung des Individuums von der Masse, die "die arabische Frau" verkörpert, wird nicht zur Diskussion gestellt. Die dritte Ausgabe der Veranstaltungsreihe "Welt/Bühne", die das Residenztheater in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und unterstützt von den Freunden des Residenztheaters veranstaltet, stellt drei Texte arabisch- und persischsprachiger Dramatikerinnen vor, die das Bild der sogenannten arabischen Frau differenzieren, sie zu Wort kommen lassen.

In ihrem Stück "No desert roses" präsentiert die ägyptische Autorin Laila Soliman den Wandel der ägyptischen Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten und setzt ihn in Bezug zur Rolle der Frau. Sie wurde 1981 in Kairo geboren und studierte bis 2004 Theaterwissenschaften und Arabische Literatur an der Amerikanischen Universität Kairo sowie an der Amsterdamer Universität der Künste DasArts. Sie inszeniert und schreibt Stücke, die u.a. in New York, im Libanon und verschiedenen europäischen Ländern aufgeführt werden. 

Aliya Khalidi erzählt in "Anbara" die wahre Geschichte der libanesischen Frauenrechtlerin Anbara Salam Al-Khalidi, die es 1927 als eine der ersten Frauen im Mittleren Osten wagte, ihren Schleier öffentlich abzulegen. Die Autorin studierte im Libanon und in Leeds Regie und promovierte an der Universtity of London zu arabischem Theater. Sie lehrt an der Amerikanischen Universität in Beirut und arbeitet auch als Regisseurin. Ihre Inszenierung des Stücks "80 Steps" wurde 2014 ausgewählt, um den Libanon beim Arabischen Theaterfestival in Sharjah, UAE, zu repräsentieren. 

In "Akklimatisation" stellt Mahin Sadri die Geschichten dreier Iranerinnen dem Wandel der Zeit gegenüber. Mahin Sadri arbeitet als Autorin und Schauspielerin mit Amir Reza Koohestani und dessen "Mehr Theater Group", mit der sie regelmäßig bei europäischen Festivals und Theatern zu Gast ist. Als Schauspielerin ist sie in Koohestanis Inszenierung "Der Fall Meursault – Eine Gegendarstellung" an den Münchner Kammerspielen zu erleben.

Im Anschluss an die Lesungen ist das Publikum zur Diskussion mit den Autorinnen eingeladen.

"No desert roses" von Laila Soliman
Mit: Mathilde Bundschuh, Sibylle Canonica, Hanna Scheibe
Einrichtung: Blanka Rádóczy
Dramaturgie: Thorben Meißner

"Anbara" von Aliya Khalidi
Mit: Anna Graenzer, Lavinia Nowak, Hanna Scheibe, Theresa Weihmayr, Philip Dechamps, Till Firit, Thomas Huber
Einrichtung: Demjan Duran
Dramaturgie: Anna Stab

"Akklimatisation" von Mahin Sadri
Mit: Anna Graenzer, Lisa Schwarzer, Theresa Weihmayr
Einrichtung: Caner Akdeniz
Dramaturgie: Natalie Baudy

Projektleitung: Laura Olivi

Welt/Bühne 2017/18

Schreibwerkstatt mit internationalen Autoren

Die Globalisierung macht es täglich deutlich – es gibt nur eine Welt. Gleichzeitig ist die weltweite Vernetzung auf dem Gebiet der dramatischen Literatur nicht annähernd so fortgeschritten wie in anderen Bereichen der darstellenden Künste. Dramatische Texte, sofern sie nicht aus dem angloamerikanischen Bereich stammen, "reisen" oft nicht so problemlos, wie andere Theaterformen, die, mitunter weniger textbasiert, über die Kanäle der internationalen Festival-Netzwerke eine größere Verbreitung finden.

Welt/Bühne 2017/18

Internationale zeitgenössische Dramatik

"Welt / Bühne" mit Monologen der Migration

Die vierte und letzte "Welt / Bühne" vor der Sommerpause präsentiert Monologe der Migration. Die Stücke von Wasim Ghrioui und Amer Hlehel ziehen Verbindungen in vier Länder, die sich als Ausgangspunkte, Zwischenhalte oder Zielorte von Fluchtbewegungen in der Geschichte finden: Palästina, Syrien, Libanon und Deutschland.

Internationale zeitgenössische Dramatik

WELT / BÜHNE 2016/17 (FOTOGALERIE)

Arabisch- und persischsprachige Dramatikerinnen

In der dritten Ausgabe der Veranstaltungsreihe zu internationaler zeitgenössischer Dramatik "Welt / Bühne" kommen am 8. April arabisch- und persischsprachige Dramatikerinnen zu Wort.

Arabisch- und persischsprachige Dramatikerinnen

Neue Plattform für internationale Dramatik

Veranstaltungsreihe "Welt / Bühne" mit dem Goethe Institut

Ab dieser Spielzeit startet das Residenztheater in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und unterstützt vom Verein der Freunde des Residenztheaters im Marstall eine neue Veranstaltungsreihe internationaler zeitgenössischer Dramatik.

Neue Plattform für internationale Dramatik