Phädras Nacht

Ein Projekt von Albert Ostermaier + Martin Kušej

Viel zu lange schon hat der Krieg in Afghanistan Phädra den Mann geraubt, so dass Wahn und Verlangen aus ihr ein haltlos süchtiges Wesen gemacht haben. Phädra säuft. Phädra weint um Theseus. Phädra wütet. Hippolyt, den Flüchtling, den Theseus ihr als Boten, als Sohn und geschundene Seele anvertraut, will die liebeskranke Frau erobern, ohne Rücksicht darauf, dass nicht sie es ist, die der geschenkte Sohn begehrt, sondern ihre Tochter Aricia. Doch die Liebe hat keine Chance in dieser verlorenen Welt, in der ein fremdenfeindlicher Mob alles verfolgt, was nicht seinesgleichen ist. So findet Theseus, heimgekehrt aus dem Krieg, zuhause nur das Gleiche vor wie an der Front: Hass, Gewalt und Tod. Der griechische Mythos um eine verschmähte Frau, die aus Rache dafür sorgt, dass ein Unschuldiger ermordet wird, hat Dramatiker von Euripides bis Sarah Kane zu Bearbeitungen inspiriert. Martin Kušej und Albert Ostermaier erzählen in "Phädras Nacht" von der Analogie zweier Gesellschaften: die eine von außen in den Krieg gestürzt, die andere von innen heraus im Kampf gegen alles Äußere. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit gelten nicht mehr, und Hippolyt im Zentrum der Geschehnisse muss am eigenen Leib erfahren, wie brutal die feurige Wut des Mobs in Eiseskälte umschlägt.

  • premiere 06 Mai 17
  • Vorstellungsdauer ca. 2 std.
  • Keine Pause
  • Regie Martin Kušej
  • Bühne Annette Murschetz
  • Kostüme Heidi Hackl
  • Musik Mitja Vrhovnik-Smrekar
  • Licht Tobias Löffler
  • Dramaturgie Laura Olivi
mit
  • Bibiana Beglau Phädra
  • Aurel Manthei Theseus, ihr Mann, ein Afghanistanheimkehrer
  • Pauline Fusban Aricia, deren Tochter
  • Nils Strunk Hippolyt, ihr Pflegesohn, afghanischer Flüchtling
  • Thomas Gräßle Asklepios, Arzt
  • Gunther Eckes Mob 1, Neonazi
  • Moritz Borrmann + László Branko Breiding + William Cooper + Emery Escher + Max Koch + Max Krause + Bekim Latifi + Alexander Weise Mob-Chor
  • Martin Bayer + Rouven Blessing + Alexander Breiter + Oliver Exner + Philipp Gorissen + Wiktor Grduszak + Luca Hillen + Dirk Lambrecht + Vedran Lovric + Jan Termin Mob / Flüchtlinge

Phädras Nacht

INHALTSANGABE

Wird unsere Freiheit am Hindukusch verteidigt? Und ist diese Freiheit nicht auch im eigenen Land gefährdet? Und was macht der Krieg mit der Liebe? Theseus ist im Krieg in Afghanistan und seine Frau Phädra verzweifelt daran. Sie fühlt sich von ihrem Mann und der Welt verlassen. Ihr Verlangen nach Liebe hat aus ihr eine Süchtige gemacht. Phädra trinkt, schluckt Tabletten, weint um Theseus, ist wütend auf den Mann, der sie zurückgelassen und damit ihre Welt zur Gefrierkammer und einem Haus ohne Türen gemacht hat.

Phädras Nacht

"Ich brenne. Wie eine Fackel werde ich durch diese Nacht rennen und alles in Flammen setzen." Phädra

PHÄDRAS NACHT (FOTOGALERIE )

AUSNAHMEZUSTAND: DIE NEUE SPIELZEIT AM RESIDENZTHEATER

Martin Kušej präsentiert seine Pläne für die Saison 2016/17

Am 11. Mai 2016 stellte Intendant Martin Kušej im Rahmen einer Pressekonferenz sein Programm für die kommende Spielzeit 2016/17 vor. Mit dem neuen Spielplan verstärkt Martin Kušej die politische Ausrichtung des Residenztheaters, dessen Qualität der Intendant vor allem in seinem starken Ensemble sieht. Zu Zeiten einer tatsächlichen oder herbeigeredeten Legitimationskrise, in der das Politische leichterhand infrage gestellt wird und mit inneren und äußeren Bedrohungen spekuliert wird, stehen daher die Katastrophenerfahrungen, die in der Dramatik der vergangenen Jahrhunderte gespeichert sind, im Zentrum des Spielplans des Residenztheaters.

AUSNAHMEZUSTAND: DIE NEUE SPIELZEIT AM RESIDENZTHEATER

Spielzeit 2016/2017

Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2016/17 am Residenztheater! Weitere Infos zu den einzelnen Inszenierungen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das ab sofort in unseren Spielstätten für Sie bereit liegt und das Sie hier herunterladen können (PDF) oder hier direkt online durchblättern.

Spielzeit 2016/2017

Studierende!

Hier trifft Euch nicht nur Goethes Faust

Großes Theater zum kleinen Preis: Für Studierende gibt es am Resi Studentenkarten zum Kinopreis, erhältlich für jede Theatervorstellung des Residenztheaters. Daneben gibt es spezielle Angebote, Sonderaktionen und ein vielseitiges Programm u.a. mit der TheaterBar, Führungen oder Workshops.

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