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Offener Prozess. Die NSU-Protokolle IV.

Lesung mit den Ensembles der Münchner Kammerspiele, des Münchner Volkstheaters und des Residenztheaters

Seit dem 6. Mai 2013 läuft im Münchner Oberlandesgericht der Prozess um die zehnjährige Mordserie des sogenannten "Nationalsozialistischen Untergrunds". Je länger das Verfahren dauerte, desto deutlicher wurde nicht nur das Versagen der staatlichen Institutionen bei der Aufklärung der Terrorakte. Es wurde auch immer fraglicher, inwiefern der Prozess selber überhaupt zu einer grundlegenden Aufarbeitung der zu Tage tretenden Defizite im Selbstverständnis von Staat und Gesellschaft beitragen kann. Seit drei Jahren tun sich die Ensembles der großen Münchner Theater zusammen, um aus den von Annette Ramelsberger, der Gerichtsreporterin der Süddeutschen Zeitung, und ihrem Kollegen Tanjev Schultz erstellten Protokollen zu lesen. Auch dieses Mal wird das Prozessgeschehen des gerade abgelaufenen Jahres in verdichteter Form rekonstruiert. Momentan sieht es so aus, als würde das Verfahren im späten Frühjahr 2018 zu Ende gehen. Im Vordergrund werden daher sicher auch die Plädoyers der Nebenkläger stehen, die momentan in ergreifenden Worten auf den strukturellen Rassismus der Vorgänge um den NSU-Komplex aufmerksam machen.

Mit Schauspielern der Ensembles der Münchner Kammerspiele, des Münchner Volkstheaters und des Residenztheaters.

In Zusammenarbeit mit dem Süddeutsche Zeitung Magazin.

 

Marstall
  • Di 06. Feb 18, 20:00 Uhr
  • Vorstellungsdauer ca. 2 std. 15
  • Dramaturgie Andrea Koschwitz