Marstallplan

Luxus braucht Sklaverei *

* „Luxus braucht Sklaverei“ H. Müller „Gesammelte Irrtümer“ Verlag der Autoren, 1996, Seite 119

Wie leben wir und auf wessen Kosten? Wer zahlt den Preis von Luxus und Wachstum? Das Sommerfestival "Marstallplan" 2015 stellt sich diesen Fragen, lädt junge Regisseure und neue Akteure zum Thema ein. Die Marstallplan-Inszenierungen klassischer und neuer Theaterstücke, Performances, Installationen und Poeme werden in kurzer Zeit produziert, es sind Skizzen und eine gewollte Überforderung am Ende der Spielzeit. Das Festival sucht 2015 das Spiel mit der grotesken Geschichte des Handels vom Menschen mit Menschen. Dabei ist Heiner Müllers These so alt wie die moderne Gesellschaft: Erst die Sklaverei begründet den Reichtum der Herrscher, ob bei den Persern oder in Ägypten, ob bei Römern oder Griechen. Das ist keinesfalls vergangen und vorbei, noch nie gab es so viele Sklaven wie jetzt, so viele Menschen, die unter der Verfügungsgewalt anderer stehen, die unter Androhung von Gewalt und unangemessener Bezahlung zur Arbeit gezwungen werden. Zwangsarbeit, Prostitution und unregulierte Arbeitsmärkte betreiben zig Millionen Sklaven auf der Welt, zwingen sie in Schuldknechtschaft und andere Abhängigkeiten. Sie bauen unsere Stadien, befriedigen unsere Wünsche oder schlachten unser Fleisch. Den modernen Sklaven und reichen Kindern geben wir im "Marstallplan" eine Bühne und dem Wachstumsmarkt Mensch ein Festival lang Aufmerksamkeit.

Spielzeit 2014/2015

Wirklichkeitsflüchtige aus Bayern und der Welt: Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2014/2015! Weitere Infos zu den einzelnen Produktionen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das Sie hier online lesen bzw. hier herunterladen können (PDF).

Spielzeit 2014/2015