Kuttner erklärt die Welt

"Die DDR - auch im Osten trug man Westen" in Kooperation mit dem Museum VILLA STUCK

Über 20 Jahre lang veranstaltete Jürgen Kuttner an der Berliner Volksbühne seine Videoschnipselabende, die er an unzählige andere Theater exportierte – auch ans Residenztheater. Nun ist er erneut im Marstall zu erleben, begleitend zur Ausstellung „Von Ferne. Bilder zur DDR“ des Museums VILLA STUCK.

Jeder Videoschnipselabend ist anders. Denn jeder Abend hat ein eigenes Motto, eine eigene These. Dabei kann es einerseits um so Grundsätzliches gehen wie Liebe, Sex, Krieg, Kinder, Fußball, andererseits aber auch um so diffizile Probleme wie das Demokratisierungspotential des deutschen Schlagers, die Politiktauglichkeit mittelamerikanischer Rauschkakteen oder die Frage, mit welchen Präsenten man KPdSU-Generalsekretären eine Freude machen kann.

Jeder Videoschnipselabend hat zwei Elemente. Denn er besteht A) aus den Videos und B) aus Kuttner, dem Mann also, der sie vorab fürs Publikum aussucht, zerschnipselt und schließlich auf der Bühne präsentiert. An jedem Abend kommen ungefähr acht bis zehn Filmausschnitte zur Aufführung, die in der Regel zwei bis vier Minuten lang sind. Rekrutierten sich die Ausschnitte anfänglich noch paritätisch aus alten Sendungen des DDR- und BRD-Fernsehens, operiert Kuttner inzwischen global. So lehrreich, bizarr oder unterhaltsam diese Clips auch sind, ihre wahre Wirkung entfalten sie erst in der Kommentierung durch Kuttner.

Jeder Videoschnipselabend ist unberechenbar. Das Thema kann sich bis zur letzten Minute ändern, kann den aktuellen politischen Ereignissen oder plötzlichen Gemütsschwankungen Kuttners angepasst werden. Ebenso unvorhersehbar wie das Motto ist die Länge des jeweiligen Abends. Zwar haben die präsentierten Ausschnitte für gewöhnlich eine Gesamtlänge von etwa einer halben Stunde, doch schwankt das Zeitmaß ihrer jeweiligen Kommentierung erheblich.

Marstall
  • Sa 29. Jun 19, 19:30 Uhr
mit
  • Jürgen Kuttner