Kinder der Sonne

von Maxim Gorki

Deutsch von Ulrike Zemme

"Kinder der Sonne" hat Gorki im Gefängnis geschrieben, nachts, mit Sondergenehmigung der Behörden. Er war nach dem sogenannten Petersburger Blutsonntag inhaftiert worden, der schließlich zur Russischen Revolution von 1905 führen sollte. In einer Art Gefängnis kann man sich auch die Figuren in seinem dritten Stück vorstellen, auch wenn es in diesem Fall nach einer etwas heruntergekommenen, aber großzügigen Altbauwohnung aussieht, deren Türen allenfalls von innen verschlossen werden. Es ist das Gefängnis des guten Lebens einer bürgerlich intellektuellen Gesellschaft von Künstlern, Ärzten, Wissenschaftlern, das Gefängnis der Lebensangst und Wirklichkeitsscheu, der echten Gefühle für die falschen Menschen oder der falschen Gefühle für die richtigen. Es ist auch das Gefängnis der großen Hoffnungen und Visionen, von der Rettung der Welt durch Erschaffung des "neuen Menschen" und der "neuen Kunst". Am Ende aber werden die um sich selbst kreiselnden Figuren dieser kleinen Welt im Konjunktiv den Einbruch der Realität nicht verhindern können. Und weil sie so lange nicht herein durfte, kommt die Wirklichkeit in schrecklichen Gestalten: als Epidemie, Aufstand, Selbstmord, Wahnsinn.

Residenztheater
  • Sa 23. Sep 17, 19:00 Uhr
  • Fr 29. Sep 17, 20:00 Uhr
  • Sa 14. Okt 17, 20:00 Uhr
  • So 29. Okt 17, 19:00 Uhr
  • premiere 23 Sep 17
  • Regie David Bösch
  • Bühne Patrick Bannwart
  • Kostüme Meentje Nielsen
  • Musik + Komposition Karsten Riedel
  • Licht Gerrit Jurda
  • Dramaturgie Sebastian Huber
mit