Insgeheim Lohengrin

von Richard Wagner, Alvis Hermanis, Götz Leineweber, Wolfram Rupperti, Charlotte Schwab, Ulrike Willenbacher, Paul Wolff-Plottegg und Manfred Zapatka

Ein kleiner Zirkel aktiver Lohengrinliebhaber trifft sich regelmäßig in einer konspirativen Wohnung. Insgeheim, weil die Hingabe an das romantische Pathos in München 2017 generell als verdächtig gilt. Der Nachbar darf von der verzückten Einbildungskraft nichts wissen. Innig tauschen sie sich aus, spüren die Geheimnisse des Schwanenritters auf, hören immer wieder die Aufnahmen, die sie im Laufe ihrer Liebhaberschaft angesammelt haben, oder erinnern die Zeugnisse und Spuren, die Wagners Musik im Leben hinterlässt. Es ist nicht immer leicht, davon zu sprechen, jeder der fünf Eskapisten fand seinen ganz eigenen Zugang in den Wagnerschen Kosmos, dessen Grundstimmung der Komponist selbst so beschreibt: "Aus einer Welt des Hasses und des Haders schien die Liebe verschwunden zu sein: in keiner Gemeinschaft der Menschen zeigte sie sich deutlich mehr als Gesetzgeberin. Aus der öden Sorge für Gewinn und Besitz, der einzigen Anordnerin alles Weltverkehrs, sehnte sich das unertötbare Liebesverlangen des menschlichen Herzens endlich wiederum nach Stillung eines Bedürfnisses, das, je glühender und überschwenglicher es unter dem Drucke der Wirklichkeit sich steigerte, umso weniger in eben dieser Wirklichkeit zu befriedigen war." Kein Wunder, dass zunehmend die Einsamkeit um sich greift.

Cuvilliéstheater
  • Mo 22. Jan 18, 19:30 Uhr
  • premiere 05 Mai 17
  • Vorstellungsdauer ca. 2 std. 40
  • eine pause
  • Regie und Bühne Alvis Hermanis
  • Mitarbeit Bühne Bärbel Kober
  • Kostüme Cátia Palminha
  • Musikberatung Rudolf Gregor Knabl
  • Licht Markus Schadel
  • Dramaturgie Götz Leineweber
mit

Der Herbst ist Theaterfrühling

Draußen wird es kälter, also rein ins Theater!

Der Spielplan des Residenztheaters hält im Oktober und November großes Ensembletheater wie die jüngste Resi-Inszenierung von David Bösch "Kinder der Sonne", Shakespeares blutigen "Macbeth" in der Regie von Andreas Kriegenburg oder die gefeierte Mythos-Aktualisierung "Phädras Nacht" von Albert Ostermaier und Martin Kušej auf der Resi-Bühne bereit.

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"Lohengrin" als Feindbild der "progressiven" sozialistischen Kunst

Richard Wagners Oper "Lohengrin" ist zwar im Kontext des Vormärz entstanden, wurde jedoch nach der Reichsgründung von rechts vereinnahmt und stieß deshalb im 20. Jahrhundert bei Linken auf Ablehnung. Die progressiven Ideen im "Lohengrin" inspirierten dennoch liberale Marxisten und Künstler wie Wassily Kandinsky. MEHR ...
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KÖPFE IN STÜCKEN 12: WEITERDREHEN WELTABWÄRTS

Ein Fortsetzungsroman von Dietmar Dath

Die Schreie des jungen Mannes, den sie gezwungen hatte, sein Leben in ihres rutschen zu lassen, ignorierte Svenja, so gut sie konnte, da sie sich konzentrieren musste, weil sie wusste, dass sie nicht einfach geradeaus laufen durfte, sonst würde sie, so nah an der überschriebenen Szene, ins schlechte Sterben zurückfallen. Ihr kraftvolles, wütend verzweifeltes Rennen war eine Art verkehrter Anlauf zu einem Sprung, der schon hinter ihr lag.

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Insgeheim Lohengrin Programmheft Auszug (PDF)

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Insgeheim Lohengrin

INHALTSANGABE

Ein kleiner Zirkel aktiver Lohengrinliebhaber trifft sich regelmäßig in einer konspirativen Wohnung. Insgeheim, weil die Hingabe an das romantische Pathos in München 2017 generell als verdächtig gilt. Der Nachbar darf von der verzückten Einbildungskraft nichts wissen. Innig tauschen sie sich aus, spüren die Geheimnisse des Schwanenritters auf, hören immer wieder die Aufnahmen, die sie im Laufe ihrer Liebhaberschaft angesammelt haben, oder erinnern die Zeugnisse und Spuren, die Wagners Musik im Leben hinterlässt.

Insgeheim Lohengrin

INSGEHEIM LOHENGRIN (FOTOGALERIE)

"Nie soll dein Reiz

ent-schwin-den,

bleibst du von Zweifel rein!"

Richard Wagner,

"Lohen-

grin"

Das Resi ist zurück im Cuvilliéstheater!

Ende April sind wir mit "Eines langen Tages Reise in die Nacht", "Philoktet" und "Die Netzwelt" zurück im Rokoko-Theater und freuen uns auf die Premiere von Alvis Hermanis' Inszenierung "Insgeheim Lohengrin" am 5. Mai.

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AUSNAHMEZUSTAND: DIE NEUE SPIELZEIT AM RESIDENZTHEATER

Martin Kušej präsentiert seine Pläne für die Saison 2016/17

Am 11. Mai 2016 stellte Intendant Martin Kušej im Rahmen einer Pressekonferenz sein Programm für die kommende Spielzeit 2016/17 vor. Mit dem neuen Spielplan verstärkt Martin Kušej die politische Ausrichtung des Residenztheaters, dessen Qualität der Intendant vor allem in seinem starken Ensemble sieht. Zu Zeiten einer tatsächlichen oder herbeigeredeten Legitimationskrise, in der das Politische leichterhand infrage gestellt wird und mit inneren und äußeren Bedrohungen spekuliert wird, stehen daher die Katastrophenerfahrungen, die in der Dramatik der vergangenen Jahrhunderte gespeichert sind, im Zentrum des Spielplans des Residenztheaters.

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