Eine Familie

von Tracy Letts

Deutsch von Anna Opel

Beverly Weston hat sich entschieden. An einem schwülen Samstagmorgen mitten im August verschwindet er spurlos aus seinem Landhaus in den Osage Plains von Oklahoma. Mit seiner Ehefrau Violet hatte er eine stille Übereinkunft getroffen. Alkohol und Tabletten bestimmten den Alltag ihres gemeinsamen Lebens, das ohne die erwachsenen Töchter Barbara, Ivy und Karen einsam geworden war.

Fünf Tage später wird Beverley tot aufgefunden. Zur Beerdigung des Vaters kehren die drei Schwestern mit ihren Männern und dem Rest der Familie in das Haus ihrer Kindheit zurück. Seit Jahren haben sie einander nicht gesehen. Sie verbindet kaum noch etwas und doch sind sie eine Familie, die von der matriachalisch auftrumpfenden Violet mehr als überfordert ist.

In Tracy Letts tragikomischem Generationendrama feiern exzentrische Charaktere ein verzweifelt heiteres Fest der Selbstzerstörung, das nach Theatererfolgen in New York, Wien und Berlin sowie seiner Hollywood Verfilmung in Tina Laniks Inszenierung am Residenztheater erstmals in München zu sehen ist.

  • premiere 03 Jul 15
  • Vorstellungsdauer ca. 3 std.
  • eine pause
  • Regie Tina Lanik
  • Bühne Jens Kilian
  • Kostüme Heidi Hackl
  • Musik Rainer Jörissen
  • Licht Andreas Fuchs
  • Dramaturgie Andrea Koschwitz
mit

EINE FAMILIE (FOTOGALERIE)

"Drunter wimmelt's und brodelt's"

Interview mit Charlotte Schwab

Während der Proben zu Tracy Letts mit dem Pulitzer-Preis gekröntem Stück "Eine Familie" sprach die Süddeutsche Zeitung mit Hauptdarstellerin Charlotte Schwab über ihre Rolle der bösartigen Mutter Violet, Grenzüberschreitungen - und natürlich über Familie: "Ich glaube, dass das, was wir als gut und intakt empfinden, oft nur eine dünne Oberfläche ist. Drunter wimmelt's und brodelt's. Jeder muss damit klarkommen. Sich von seinen Illusionen verabschieden. Um die Familie kämpfen. Oder eben nicht."

"Drunter wimmelt's und brodelt's"
Bild 

"Dieses Irren- haus ist mein Zu- hause."
Tracy Letts, "Eine Familie"