Die schmutzigen Hände

von Jean-Paul Sartre

„Wieder einmal die Konfrontation der Moral mit der Praxis“, notierte Simone de Beauvoir über „Die schmutzigen Hände“. Sartre trieb in seinem 1948 uraufgeführten Stück anhand eines Mordauftrags die Frage nach den Prinzipien (nicht nur) politischen Handelns in eine blutige Dialektik. Hugo, ein junger Intellektueller, versucht seiner bourgeoisen Herkunft zu entkommen, ist der kommunistischen Partei beigetreten und wartet auf große Aufgaben. Wir befinden uns in Illyrien, einem fast fiktiven Staat, dessen Regierung mit dem faschistischen Ausland kollaboriert. Im Untergrund arbeitet Hugos Partei gegen die Regierung und ist dabei zwischen dogmatischer Ideenliebe und beweglicher Realpolitik intern völlig zerstritten. Als die Niederlage der Faschisten absehbar wird, wittert der charismatische Pragmatiker Hoederer die Chance, einen Kompromiss mit den politischen Gegenspielern zu schließen, um der Partei nach Kriegsende an die Macht zu verhelfen. Hugo wird vom gegnerischen Parteiflügel als Sekretär bei Hoederer eingeschleust, um ihn zu töten – und bringt neben einer Waffe auch Jessica, seine Ehefrau, mit. Auf dem schmalen Grat zwischen Ernst und Spiel, Zuneigung und Abgrenzung beginnt ein Kampf der beiden ungleichen Männer um die richtige Tat, und Jessica wird zum entscheidend zufälligen Spielfaktor im friendly fire.

 

Cuvilliéstheater
  • Do 05. Okt 17, 19:30 Uhr
  • Fr 06. Okt 17, 19:30 Uhr
  • Vorstellungsdauer ca. 2 std.
  • Keine Pause
  • Regie Martin Kušej
  • Bühne und Kostüme Stefan Hageneier
  • Musik Bert Wrede
  • Licht Tobias Löffler
  • Dramaturgie Angela Obst
mit

KÖPFE IN STÜCKEN 02: Vorläufige Befreiung

Ein Fortsetzungsroman von Dietmar Dath

Der Beamte im Vorzimmer tippte provozierend langsam seine Fragen in den Rechner, bevor er sie an Sven richtete und dessen mündliche Antworten dann noch langsamer eingab: "Sie haben also die Verpflichtungen verstanden, die Sie eingehen, wenn ich die Verwarnte jetzt in Ihre Verantwortlichkeit überstelle?" "Ja", erwiderte Sven respektvoll knapp, weil er wusste, dass die Leute von der SICHERHEIT den Leuten von der ROLLENORDER grundsätzlich Geschwätzigkeit unterstellten.

KÖPFE IN STÜCKEN 02: Vorläufige Befreiung

DIE SCHMUTZIGEN HÄNDE (FOTOGALERIE)

AUSNAHMEZUSTAND: DIE NEUE SPIELZEIT AM RESIDENZTHEATER

Martin Kušej präsentiert seine Pläne für die Saison 2016/17

Am 11. Mai 2016 stellte Intendant Martin Kušej im Rahmen einer Pressekonferenz sein Programm für die kommende Spielzeit 2016/17 vor. Mit dem neuen Spielplan verstärkt Martin Kušej die politische Ausrichtung des Residenztheaters, dessen Qualität der Intendant vor allem in seinem starken Ensemble sieht. Zu Zeiten einer tatsächlichen oder herbeigeredeten Legitimationskrise, in der das Politische leichterhand infrage gestellt wird und mit inneren und äußeren Bedrohungen spekuliert wird, stehen daher die Katastrophenerfahrungen, die in der Dramatik der vergangenen Jahrhunderte gespeichert sind, im Zentrum des Spielplans des Residenztheaters.

AUSNAHMEZUSTAND: DIE NEUE SPIELZEIT AM RESIDENZTHEATER

Spielzeit 2016/2017

Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2016/17 am Residenztheater! Weitere Infos zu den einzelnen Inszenierungen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das ab sofort in unseren Spielstätten für Sie bereit liegt und das Sie hier herunterladen können (PDF) oder hier direkt online durchblättern.

Spielzeit 2016/2017