Candide oder der Optimismus

von Voltaire

Aufgewachsen im Schloss des Barons von Thunder-ten-tronckh ist Candide überzeugt, er lebe in der besten der Welten und alles sei gut, so wie es ist. Doch allzu offensichtlich ist die Welt ein ewiger Krieg und die Gegenwart aussichtslos. Für Voltaire ist das mehr komisch denn tragisch. 1759 inmitten von Kriegen und Naturkatastrophen erschienen, verlacht sein Roman die Schönredner und optimistischen Verdränger, die sich hartnäckig an den Glauben klammern, dass doch noch alles gut wird. Er hält ihnen das Abbild einer schief gegangenen Schöpfung als brutalen Slapstick entgegen und rät am Schluss allen, "den Garten zu bestellen", sich mit Freunden der Arbeit zu widmen, um das Leben erträglich zu machen. Zuvor erlebt Candide einen Roadtrip durch die Welt, der zu einer Reise der schwindenden Hoffnung und Utopien wird.

Friederike Heller *1974 beschäftigte sich schon mehrere Male mit den großen Romanen zur krisenbehafteten Moderne – von Thomas Manns "Zauberberg" bis Michel Houellebecqs "Elementarteilchen".

  • Vorstellungsdauer ca. 1 std. 20
  • Keine Pause
  • Regie Friederike Heller
  • Bühne und Kostüm Sabine Kohlstedt
  • Musik Peter Thiessen + Sebastian Vogel + Ulrich Wangenheim + Alex Paulick
  • Musikalische Leitung Peter Thiessen
  • Licht Tobias Löffler
  • Video Philipp Haupt + Stefan Muhle
  • Musik, Koordination Jürgen Söder
  • Dramaturgie Andreas Karlaganis
  • Regieassistenz Christoph Hetzenecker
mit
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Nach dem Optimismus ist vor dem Optimismus

oder: Warum Voltaire Recht hat und irrt

Wirtschaftskrise, Umweltzerstörung, weltweite Migration, demographische Probleme, Kindesmissbrauch, Terror – die Welt scheint kurz vor dem Abgrund zu stehen. Wie können wir angesichts dieser Schwierigkeiten überhaupt noch guten Gewissens existieren, ja sogar lachen und uns vergnügen?

Nach dem Optimismus ist vor dem Optimismus