In Agonie

Trilogie "Die Glembays", "Galizien" und "In Agonie"

von Miroslav Krleža

"Niemand hat die Begabung oder die Kraft, diesen Leichnam chirurgisch zu öffnen, der unsere Wirklichkeit genannt wird, und einen Schnitt durch die Tiefe der Dinge zu machen, damit wir sehen, wer wir sind, was wir sind, wo wir stehen, wohin wir gehen. Niemand tut das. Und niemand denkt darüber nach, dass schon morgen, und wie! unter uns die Messer zu sprechen beginnen. Wie sie es schon getan haben." Er ist einer der wichtigsten Autoren der jugoslawischen Literatur des vergangenen Jahrhunderts, der hierzulande weitgehend unbekannte Kroate Miroslav Krleža. Hervorgegangen aus dem alten Österreich-Ungarn, dessen Niedergang er beschrieb, wurde er zu einem Schriftsteller europäischen Formats, der sich in der ungarischen, polnischen und russischen Literatur ebenso zuhause fühlte wie in der deutschen, französischen und englischen. Drei seiner Dramen werden in dieser Koproduktion mit den Wiener Festwochen zu einem großen Bilderbogen zusammengespannt.

Zagreb, am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Hier, am äußersten Rand des habsburgischen Reichs, rechnet in "Die Glembays" ein großbürgerlicher Sohn mit seinem mächtigen Vater, mit seiner gesamten bigotten Klasse ab. Der Vater stirbt in diesem Familien-Duell und das taumelnde Europa stürzt in eine Katastrophe von bis dahin ungeahntem Ausmaß.

"Galizien", genauso weit in der Ferne gelegen und im Dreck des Krieges versinkend. Eine dekadente Offizierskaste feiert immer noch ihre hohlen Standes- und Herrschafts-Rituale und verbeißt sich blutgierig in längst verlorene Schlachtfelder. Auch die finale Kapitulation bringt keine Erlösung, sondern nur die völlige Auslöschung der Welt, wie man sie bis dahin kannte. Auf das Kriegstheater folgt das Kammerspiel "In Agonie", in dem ein abgedankter Offizier keinen Platz in den neuen Verhältnissen findet.

Premiere am 23. Mai 2013 im Volkstheater Wien im Rahmen der Wiener Festwochen, Münchner Premiere am 1. Juni 2013 im Residenztheater.

  • Vorstellungsdauer ca. 6 std.
  • zwei pausen
  • Eine Koproduktion mit den Wiener Festwochen
  • Regie Martin Kušej
  • Bühne Annette Murschetz
  • Kostüme Heide Kastler
  • Musik Bert Wrede
  • Licht Tobias Löffler
  • Dramaturgie Sebastian Huber
mit
  • Jens Atzorn Dr. theol. et phil. Aloys Silberbrandt / Feldkaplan Aloys Silberbrandt
  • Michele Cuciuffo Oberleutnant Dr. Gregor
  • René Dumont Oberleutnant Dr. Bobby Agramer / Ein taubstummer Bettler
  • Gunther Eckes Dr. jur. Bobby Fabriczy-Glembay / Artilleriehauptmann Lukács
  • Norman Hacker Oberleutnant Walter
  • Britta Hammelstein Schwester Angelica / Laura Lenbach
  • Markus Hering Dr. Ivan Edler von Krizovec
  • Sophie von Kessel Charlotte / Baronin Meldegg-Cranensteg / Gräfin Madeleine Petrowna
  • Arthur Klemt Dr. med. Paul Altmann / Ordonnanz / Infanterist Podrawetz / Oberarzt Dr. Altmann
  • Shenja Lacher Kadett Horvat
  • Franz Pätzold Oliver / Fähnrich Schimunitsch
  • Gerhard Peilstein Titus Andronicus Fabriczy-Glembay / Oberst de Malocchio
  • Tom Radisch Kadett der Jägerkompanie Jankowitsch / Assessor
  • Götz Schulte Major Hochnetz / Baron Lenbach
  • Manfred Zapatka Ignaz Jaques Glembay / Brigadier Oberst Heinrich
  • Johannes Zirner Dr. phil. Leo Glembay / Dragoneroberleutnant Somogyi Málmós

Bayerischer Kunstförderpreis 2014 für Resi-Schauspieler Franz Pätzold

Franz Pätzold erhält für seine Arbeit am Residenztheater den bayerischen Kunstförderpreis 2014 in der Sparte Darstellende Kunst. Die mit je 6.000 Euro dotierten Preise gehen an Franz Pätzold, Anna Drexler, Cathrin Lange und Anna-Maria Thoma. "Mit den Bayerischen Kunstförderpreisen zeichnen wir herausragende bayerische Nachwuchskünstlerinnen und -künstler aus", betont Bayerns Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle. "Unsere Preisträger in der Sparte Darstellende Kunst haben durch ihr Spiel auf der Bühne nicht nur die Jury beeindruckt. Der Preis soll für unsere jungen Talente nicht nur Anerkennung, sondern auch ein Ansporn für ihre weitere Entwicklung sein", so Spaenle weiter.

Bayerischer Kunstförderpreis 2014 für Resi-Schauspieler Franz Pätzold
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Shenja Lacher erhält Kurt-Meisel-Preis 2014

Verleihung zusammen mit dem Marstallplan-Publikumspreis am 20. Juli 2014

Residenztheater-Ensemblemitglied Shenja Lacher erhält den mit 5.000 Euro dotierten Kurt-Meisel-Preis 2014 des Vereins der Freunde des Residenztheaters. Die Mitglieder des Vereins würdigen damit Lachers herausragende schauspielerische Leistungen am Residenztheater, dessen Ensemble er seit 2008 angehört. Der diesjährige Förderpreis wird erstmals als Publikumspreis zum Abschluss des Marstallplans an eine der sechs Festival-Inszenierungen vergeben. Der Förderpreis ist dieses Jahr mit 6.000 Euro dotiert, die Bekanntgabe ist im Rahmen der Preisverleihung am 20. Juli 2014. Die feierliche Verleihung der Preise findet im Rahmen einer öffentlichen Theatermatinee im Residenztheater am Sonntag, den 20. Juli, um 11.00 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

Shenja Lacher erhält Kurt-Meisel-Preis 2014

Themenwochenende "Unruhige Träume"

Vor hundert Jahren steuerte Europa auf den Ersten Weltkrieg zu, auf "die erste Katastrophe des jungen 20. Jahrhundert, den großen Krieg, aus der sich alle folgenden Katastrophen ergaben", wie der Historiker Fritz Stern schreibt. Ein Themenwochenende vom 8. bis 11. November 2013 verfolgt – rund um Martin Kušejs Inszenierung von Miroslav Krležas Trilogie "In Agonie“ und Frank Castorfs Inszenierung von "Die Reise ans Ende der Nacht“ nach Louis-Ferdinand Céline – Europas Taumeln vor hundert Jahren.

Themenwochenende "Unruhige Träume"
04 Nov 13
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freut sich sehr mit Bühnenbildnerin Annette Murschetz über den Nestroy-Preis 2013 für die beste Ausstattung für "In Agonie" und gratuliert allen anderen Preisträgern!

Was für ein Theater

Der Münchner Merkur hat eine Vorstellung von "In Agonie" hinter der Bühne begleitet: eine außergewöhnliche Backstage-Reportage über eine Mammut-Aufgabe für alle Beteiligten, Manfred Zapatkas Gummiglatze, 20 Minuten Bühnenregen, 2.500 Bücher, Kunstblut - und Linseneintopf.

Was für ein Theater