Theatertour: Auf dem Schnürboden

Wir zeigen euch Ecken des Theaters, die normalerweise verschlossen bleiben: Expedition auf den Schnürboden © Ingo Sawilla
Wir zeigen euch Ecken des Theaters, die normalerweise verschlossen bleiben: Expedition auf den Schnürboden © Ingo Sawilla

Im Rahmen der ersten Twitter-Theater-Woche haben wir einen Tag lang einen kleinen Einblick in unsere Arbeit gegeben und verschiedene Abteilungen des Theaters besucht. Da an diesem Tag nur kurze Besuche und minimale Einblicke in unseren Alltag möglich waren haben wir beschlossen, im Rahmen einer Theatertour nach und nach alle Abteilungen des Theaters zu besuchen, interessante Berufe vorzustellen und spannende Winkel des Theaters via Twitter sichtbar zu machen, die normalerweise für den Zuschauer nicht zugänglich sind.

Nach einem ausführlichen Besuch in der Kostümabteilung mit Kostümdirektorin Elisabeth Rauner Ende Dezember führte uns heute der technische Leiter des Residenztheater, Matthias Neubauer, auf die höchste Stelle des Theaters: in den Schnürboden, 22 Meter direkt über der großen Resi-Bühne.

Um Bühnenbildteile, Vorhänge etc. bewegen, anheben bzw. von der Bühnendecke herablassen zu können, verlaufen Züge von der Bühnenwand über den Schnürboden. Damit der Bühnenbildner nicht an eine bestimmte Stelle der Bühne gebunden ist, sind am Resi über 60 Züge über die Bühnendecke verteilt. 

Auf dem Schnürboden laufen alle "Fäden" zusammen: Von der Bühnenwand über Rollen bis zu dem Loch in der Bühnendecke, durch das sie herabgelassen werden. Im Resi gibt es dafür 30 Handkonterzüge, die per Hand individuell gesteuert werden können. Ein Handkonterzug trägt bis zu 270kg, die mit Gewichten ausgeglichen sind, diese Seile sind aus Hanf. Der Flug der "Schneekönigin" in der gleichnamigen Inszenierung herab aus dem Bühnenhimmel wird z. B. per Hand passend zur Musik gesteuert. Daneben gibt es 30 weitere Maschinenzüge, die maschinell gesteuert werden und größere Lasten transportieren können. In der Galerie oberhalb der Seitenbühne werden die Züge manuell bzw. maschinell bedient, je nach Anforderung und Inszenierung.

Weitere Ein- und Ausblicke gibt es in der Bildergalerie.