Theaterluft

Hinter den Kulissen: Abonnenten im Malersaal © Marco Gierschewski
Hinter den Kulissen: Abonnenten im Malersaal © Marco Gierschewski

Am vergangenen Samstag konnten Abonnenten einen ganz besonderen Tag am Resi verbringen, denn der im letzten Jahr eingeführte und mit Begeisterung aufgenomme Abonnententag mit einem Blick hinter die Kulissen ging in eine zweite Runde. Wie funktioniert eigentlich Theater? Um diese Frage zu beantworten, wurden die über 700 Gäste in kleinen Gruppen durch das Haus geführt und dabei mit den unterschiedlichen Arbeitsbereichen vertraut gemacht. Sowohl Ensemblemitglieder als auch Mitarbeiter aus der Technik, dem Künstlerischen Betriebsbüro und vielen weiteren Theaterbereichen leiteten die Gruppen, versorgten sie dabei mit vielen Informationen über das Residenztheater aus erster Hand und natürlich mit eigenen Erfahrungsberichten und Geschichten aus dem Arbeitsalltag am Resi.

Eine Route startete im Zuschauerraum und führte durch die Ausstattung, den Kostümfundus in die Rüstkammer, während bei der anderen die Maske, der Requisitenfundus und der Malersaal auf dem Plan standen. In den einzelnen Bereichen standen den jeweiligen Gruppen Experten aus den Fachgebieten Rede und Antwort: Die Gewandmeisterin Ute Funk präsentierte beispielsweise einige besonders beeindruckende Kostüme und der Requisitenchef Dirk Meisterjahn demonstrierte die Brucheigenschaften von Zuckerglas auf dem Haupt von Schauspieler Gunther Eckes. Nach und nach setzten sich so die einzelnen Elemente zu einem Gesamtbild des tatsächlichen Entstehungsprozesses von Theater zusammen und immer wieder herrschte großes Erstaunen darüber, wie viele Details für eine einzige Inszenierung zusammenspielen.

Zusätzlich zu den Führungen gab es ein vielseitiges Rahmenprogramm. In der Bar "Zur schönen Aussicht" konnten die Resi-Abonnenten sowohl einem Gespräch zwischen Chefdramaturg Sebastian Huber und Ensemblemitglied Marcel Heuperman zuhören als auch bei einer Diskussion von Dramaturg Götz Leineweber und Iwanow-Darsteller Thomas Loibl lauschen. Auch für die technikinteressierten Besucher gab es ein Highlight, denn zu jeder vollen Stunde wurde auf der Resi-Bühne eine Technikshow präsentiert, die zeigte, wie vielfältig die Möglichkeiten zum Beispiel bei Einsatz der Beleutung und des Tons sind. Bei den Workshops vom JUNGEN RESI galt es dann selbst aktiv zu werden: Hier übten sich die Besucher im Improvisieren und Sprechen auf der Bühne. Und um schließlich die große Menge an Informationen und Erfahrungen in Ruhe auf sich einwirken zu lassen, lud der Schmuckhof, der sonst ebenfalls den Resi-Mitarbeitern vorbehalten ist, zum entspannten Verweilen mit Köstlichkeiten von der Grillstation ein.

Am Ende war der Tag nicht nur für die Abonnenten ein besonderes Erlebnis, sondern auch für alle Mitwirkenden, die zum einen mehr über ihren eigenen Arbeitplatz erfuhren, und zum anderen aus den oder in die Hintergründe treten und sich direkt mit den Menschen auseinandersetzen konnten, für die sie Theater machen.