Scheinwelten und Luftschlösser

Fotoausstellung über ein Land zwischen Tag und Traum, eine fremde Welt an geläufig klingenden Orten © Thomas Dashuber
Fotoausstellung über ein Land zwischen Tag und Traum, eine fremde Welt an geläufig klingenden Orten © Thomas Dashuber

Im Programm der neuen Spielzeit liegt ein großer Schwerpunkt auf der Auseinandersetzung mit den großen Wirklichkeitsflüchtigen der Literatur: Mit Peer Gynt, Madame Bovary, Baal, den drei Schwestern, Torquato Tasso und auch George und Martha aus "Wer hat Angst vor Virginia Woolf" begegnen uns Menschen auf der Bühne, die der Gegenwart eine eigene, erfunde, erlogene, erdichtete Wirklichkeit entgegensetzen. Sie führen mal leisere mal lautere Kämpfe gegen das Realitätsprinzip, gegen seine Regeln von Ökonomie, Nüchternheit und Anstand. Keine Mechaniker also, die an der Wirklichkeit herumreparieren, Meinungen reproduzieren, auf Standpunkte stolz sind, sondern Überflüssige, Auswanderer, Dichter, Hirnwütige - "Tür an Tür mit einem anderen Leben" würde Alexander Kluge sagen.

ScheinweltenScheinweltenDas war auch der Ausgangspunkt für die bekannten Dokumentarfotografen Ulrike Myrzik und Manfred Jarisch, die für eine Reportage in unserem Spielzeitheft für die Spielzeit 2014/15 einen Monat lang durch Bayern gereist sind. Ihre Bilder zeigen das Bayern der anderen Wirklichkeiten – ein Land zwischen Tag und Traum, eine fremde Welt an geläufig klingenden Orten.

Denn das Theater repräsentiert nicht Wirklichkeit, es bildet sie nicht ab, es schafft sie neu. Wenn es gelingt, andere Bilder von ihr herzustellen, besteht Hoffnung, dass die Wirklichkeit das nicht unverändert übersteht...

Eine Ausstellung im oberen Foyer des Residenztheaters zeigt nun die großformatigen Fotos von Ulrike Myrzik und Manfred Jarisch aus dem Spielzeitheft sowie zahlreiche weitere noch nicht veröffentlichte Aufnahmen, die im Rahmen dieser Reportage entstanden sind.