Kurz + Knackig: Regisseure vor der Premiere

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In der Spielzeit #resi1819 starten wir mit einer neuen Reihe auf unserer Website und den Social Media Kanälen: Hinter den Kulissen und während der Probenarbeiten entstehen kleine Portraits zu unseren Premieren-Regisseuren: kurz und knackig!


Als erste Premiere der Spielzeit gestaltete Tina Lanik am 27.09.2018 Peter Weiss' Revolutionstheater "Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats, dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade", kurz: "Marat/Sade" – und inszenierte die brennende Aktualität des Dramas: "Wir sind es doch, die die Welt verändern müssen"!

Am 28.09.2018 folgte mit Sulayman Al Bassams "UR" die erste Uraufführung der Spielzeit #resi1819. Ausgehend vom sumerischen Klagelied über die Zerstörung der antiken Stadt Ur entwirft der kuwaitische Regisseur und Dramatiker ein "Überzeitliches Ritual in transhistorischer Perspektive".  

Der bis heute einzige erfolgreiche Sklavenaufstand der Weltgeschichte bildet die Folie für Heinrich von Kleists "Die Verlobung in St. Domingo" – und damit die Basis für Robert Borgmanns bildmächtige Auseinandersetzung mit dem Subalternen, den Folgen des imperialen Eurozentrismus sowie Fragen nach interkultureller Verständigung.

Mit "Der nackte Wahnsinn" wählt Martin Kušej in der letzten Inszenierung während seiner Resi-Intendanz Michael Frayns Komödie über die (unendlich fortsetzbare) Entgrenzung von Wahrheit und Fiktion, Kunst und deren Produktion. Das Spiel-im-Spiel ist für Kušej mehr noch eine "signature production" seiner 8jährige Amtszeit... 

Samuel Beckett bemerkte zu seiner Endzeit-Tragikomödie "Endspiel": "Ich möchte, dass in diesem Stück viel gelacht wird. Es ist ein Spielstück." Das nimmt Regisseurin Anne Lenk ernst und lässt ihre Darsteller Oliver Nägele (Hamm) und Franz Pätzold (Clov), Ulrike Willenbacher (Nell) und Manfred Zapatka (Nagg) genau das tun: Spielen - zwischen Regelhaftigkeit und Freiheit.

Den Marstalljahresplan 2018 eröffnete das Science-Fiction-Verwirrspiels "Victory Condition" des britischen Autors Sam Brown in der Inszenierung seines Landsmanns Sam Brown. Der Regisseur erkundet in einer klaustrophonischen Situation, inwiefern Beziehungen in einer immer vernetzteren Welt möglich sind, in der mehr zeitgleich geschieht als wir erfassen können: "Das ist ein sehr seltsames, konzeptuelles Stück..."

Blanka Rádóczy, Absolventin der Theaterakademie August Everding, widmet sich in "Der Mieter" einem psychotischen Stoff, der 1976 schon Roman Polański zu seinem gleichnamigen Horrorfilm inspirierte. Die junge Regisseurin interessiert sich für die Einheit der verschiedenen Mittel und ist überzeugt: "Dieses Stück kann nur im Marstall spielen!"

Mit „Der Spieler“ setzte Dostojewskij alles auf eine Karte. In seiner Neuinszenierung, die am 14.12.2018 Premiere im Residenztheater feiert, interpretiert Andreas Kriegenburg den alten Stoff um Gier und Geld rasant und höchst aktuell: Als "europäische Metapher für die rasante Reise in den Selbstverlust“.


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