Jede Menge Theater

"Die Realität ist für diejenigen, die ihre Träume nicht aushalten": Spielzeitbanner zur Spielzeit 2013/2014
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Wieder ist ein ereignisreiches Theaterjahr vorüber: das Jahr 2013 am Resi. Ein keineswegs vollständiger Rückblick auf die letzten zwölf Monate.

Wir haben im vergangenen Jahr Flagge gezeigt gegen rechts, wir haben Otfried Preusslers Geburtstag gefeiert und Pumuckl lebendig werden lassen, wir haben im Rahmen unseres ersten Theaterflohmarkts unserem Publikum ein Stück Münchner Theatergeschichte für Daheim überlassen, wir haben es gleich mit zwei Inszenierungen auf den Titel der "Theater Heute" geschafft, wir haben Platz 6 bei der Deutschen Theaterfußball-Meisterschaft gewonnen, wir haben im Rahmen der Twitter-Theater-Woche zum ersten Mal Statisten live von der Bühne twittern lassen, wir haben immer wieder für euch gekocht, euch bei der TheaterBar auf die Bühne gelassen und mit euch gefeiert, wir haben alle LMU-Erstsemester ins Theater eingeladen und wir haben natürlich vor allem jede Menge Theater gemacht: auf unseren drei Bühnen im Residenztheater, dem Cuvilliéstheater und dem Marstall sowie seit Dezember sogar unter dem Cuvilliéstheater. Und natürlich auf zahlreichen Gastspielen u.a. in Paris, Tel Aviv, Turin, Berlin, Hamburg, Wien oder Mülheim.

In den letzten zwölf Monaten haben u.a. Jürgen Kuttner und Tom Kühnel Lola Montez wiederbelebt, das ganze Residenztheater feierte ein Wochenende lang den 250. Geburtstag von Jean Paul, Martin Kušej hat mit "In Agonie" eine sechsstündige Marathon-Inszenierung über den ersten Weltkrieg geschaffen, Calixto Bieito erarbeitete zum Büchner-Jahr eine ganz eigene Interpretation von "Leonce und Lena" als Büchner-Hommage, Tina Lanik inszenierte zusammen mit der renommierten Handspring Puppet Company eine gefeierte Version von Max Frischs "Stiller", David Bösch zeigte uns mit seinem "Orest" einen sehr menschlichen Helden, der nicht nur knapp tausend Studenten in seinen Bann zog, Frank Castorf nahm das Publikum mit auf eine furiose "Reise ans Ende der Nacht", Samuel Weiss begeisterte viele tausend Kinder und lies es für die ganze Familie schneien und Bernhard Mikeska führte die Zuschauer zum ersten Mal in die historischen Gewölbe unter dem Cuvilliéstheater.

Und Regisseur Dimiter Gotscheff sollte mit Heiner Müllers "Zement" im Mai seine letzte große Premiere bei uns am Residenztheater erleben. Wir sind froh, dass wir gemeinsam mit ihm noch ein intensives Wochenende für Heiner Müller feiern konnten, mit ihm diskutieren und uns austauschen. Und wir sind immer noch bestürzt über seinen frühen und plötzlichen Tod in diesem Jahr, aber zugleich zutiefst dankbar für das große Geschenk, das er uns mit seiner letzten Arbeit "Zement" gemacht hat.

Ein großes Dankeschön an unser Publikum und v.a. an alle Kolleginnen und Kollegen vor, auf und hinter der Bühne für ein aufregendes Theaterjahr am Resi: danke für die Leidenschaft! Wir freuen uns wahnsinnig auf ein neues, spannendes Jahr mit euch allen. Bis bald in unserem Theater.