"Hanging Tree" und die Stärke antiker Frauenfiguren

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Anna Grabe, Schülerin am Theresia-Gerhardinger-Gymnasium, berichtet vom Lernen von antiken Frauenfiguren im Rahmen von TUSCH – Theater und Schule. Ihren eigenen Ideen zu "Antigone" und "Die Troerinnen" und wie viel von den starken Frauenfiguren dieser Dramen in ihnen selbst steckt, zeigen die Schülerinnen in "und ich brenne und ich fürchte und ich hoffe".

In unserer Klasse haben wir uns mit dem Drama "Die Troerinnen" des Euripides auseinandergesetzt, das vom Schicksal der Ehefrauen der gefallenen Trojaner nach dem Trojanischen Krieg handelt. Wir werden dieses antike Stück mit unserer modernen Interpretation in Form eines Fernsehabends auf dem Olymp mit den Göttern Zeus, Poseidon und Athene präsentieren. Die drei lassen sich den Begriff "Krieg" erklären, überprüfen den Stand des Trojanischen Kriegs und werden über das Schicksal der Troerinnen belehrt. Durch das TUSCH- Projekt hat sich in unserer Klasse eine stärkere Gemeinschaft gebildet. Ich finde solche Projekte für die Klasse sehr wichtig, dass man mit jedem Ereignis immer mehr zusammenwächst. Da wir uns für TUSCH mit dem Drama "Die Troerinnen" befasst haben, wurde von unserer Deutschlehrerin organisiert, dass wir uns die jeweilige Inszenierung vom Residenztheater anschauen konnten. Ich selbst finde, dass Theaterbesuche eine wunderbare Gelegenheit sind, um sich mit alten und neuen Werken auseinanderzusetzen. Dieses Mal war eine besonders lustige Erfahrung, dass wir alle, obwohl wir dieses Stück zum ersten Mal live im Theater erlebten, bei einigen Stellen mitsprechen konnten, da wir diese chorisch als Klasse gemeinsam aufführen werden und sie bereits geprobt hatten. 

"Der Sieg wurde nicht durch Mut errungen, sondern durch List. Die Trojaner sind tot. Alle!" (Die Troerinnen, Euripides, Monolog des Poseidon, Szene 1)

Meiner Meinung nach wirkt es sehr eindrucksvoll, wenn neunundzwanzig Neuntklässlerinnen einen so ausdrucksstarken Text zusammen sprechen. Mir macht es persönlich sehr Spaß, in einer Gruppe, mit der man vertraut ist, Theater zu spielen, und im Endeffekt ein großartiges Ergebnis auf die Beine zu stellen. Deswegen freue ich mich sehr auf unsere vier Auftritte in der Schule, wo wir mit den anderen Klassen einen hoffentlich eindrucksvollen Abend präsentieren können. Aufgeregt bin ich schon. Das liegt vielleicht auch daran, dass wir im Moment überlegen, ob wir in unsere Inszenierung das Lied "Hanging Tree" aus "Die Tribute von Panem" einbauen sollten. Doch wenn wir es einbauen, dann nicht die Originalversion. Ich habe für dieses Projekt das Lied so umgeschrieben, dass die Troerinnen es so hätten gesungen haben können. Falls wir meine Version wirklich verwenden, wäre ich wirklich sehr gespannt, wie die Dramaturgen und das Publikum darauf reagieren. Alles in allem bin ich überaus dankbar, dass uns eine so phantastische Möglichkeit gegeben wird, mit professionellen Schauspielern zusammenzuarbeiten. Ich habe so Einiges aus den bisherigen Proben mitnehmen können und hoffe, dass das bei den kommenden Proben und  Aufführungen weiterhin so bleibt.  Es ist sehr spannend so ein Projekt erleben zu dürfen und ich freue mich für alle, denen das in Zukunft ebenfalls ermöglicht wird, denn es macht richtig viel Spaß.

Anna Grabe geht in die Klasse 9a des Theresia-Gerhardinger-Gymnasiums in München.