Spielzeiteröffnung 2017/18

Politisches Schauspielertheater mit "Kinder der Sonne" + "Das Schlangenei"

Mit der Premiere von Maxim Gorkis "Kinder der Sonne" eröffnet das Residenztheater am 23. September die Spielzeit 2017/18. Es ist die siebte Spielzeit unter Intendant Martin Kušej, in der eine neue Perspektive auf das eigene Schaffen und das Publikum eingenommen wird. Als Eröffnungspremiere inszeniert David Bösch das vom russischen Dramatiker Gorki am Choleraaufstand 1892 angelehnte Drama "Kinder der Sonne" über den eitlen Chemiker Páwel Fjodorowitsch Protassow. Seit Anfang Juni steckt das Ensemble in den Vorproben. David Bösch ist kein unbekanntes Gesicht in München. In den letzten Jahren konnte er am Residenztheater große Erfolge mit Inszenierungen wie "Mensch Meier", "Prinz Friedrich von Homburg" oder zuletzt "Glaube Liebe Hoffnung" feiern.

Maxim Gorki schrieb sein 1905 Uraufgeführtes Drama in russischer Festungshaft. Bereits dreizehn Jahre zuvor standen die Zeichen allerdings schon auf Sturm. Die Cholera trifft Russland nach der großen Hungersnot von 1891. Die gewalttätigen Ausschreitungen richten sich gegen die wissenschaftlichen Eliten, vor allem gegen Ärzte, die der Geschäftemacherei und sogar der aktiven Vergiftung der Bevölkerung bezichtigt werden. Im Haus des Chemikers Protassow ist von den stürmischen Zeiten draußen wenig zu spüren. Viel zu sehr ist er auf die großen Fragen seines Fachs konzentriert.  Einen Blick in die Realität außerhalb der eigenen vier Wände und des eigenen Milieus hat einzig Lisa gewagt, Protassows Schwester. "Ich habe den blanken Hass auf der Straße gesehen, Massen von rasenden Bestien, die sich gegenseitig voll Lust abgeschlachtet haben. Sie hassen euch, weil ihr euch entfremdet habt und ihr hartes unmenschliches Dasein ignoriert. Ihr Hass ist blind, aber ihr provoziert ihn und er wird euch vernichten!"

Am 30. September zeigen wir die zweite Premiere der neuen Spielzeit: "Das Schlangenei" von Ingmar Bergman im Cuvilliéstheater beschreibt ein Deutschland, dessen Ordnung am Zerbrechen ist und dessen Gemütlichkeit sich nur noch im Zuge von Abschottung und Besitzstandswahrung zeigt, und führt dabei tief in die Hölle von Perversion und Verbrechen, von Terror und Totalitarismus. Regisseurin Anne Lenk inszeniert den Film von Ingmar Bergman, der 2018 hundert Jahre alt geworden wäre und dem Residenztheater von 1977 bis 1984 als Theaterregisseur eng verbunden war, als intensives Kammerspiel über die Katastrophe des menschlichen Selbstvernichtungsdrangs, die sich immer wieder aufs Neue erleben lässt.

PREMIERE: 23. SEP 2017, 19.00 Uhr, Residenztheater
KINDER DER SONNE
von Maxim Gorki
Mit Mathilde Bundschuh, Till Firit, Pauline Fusban, Norman Hacker, Thomas Huber, Max Koch, Aurel Manthei, Joachim Nimtz, Katharina Pichler und Hanna Scheibe

PREMIERE: 30. SEP 2017, 19.30 Uhr, Cuvilliéstheater
DAS SCHLANGENEI 
von Ingmar Bergman
Mit Nora Buzalka, Thomas Lettow, Oliver Nägele, Franz Pätzold, Wolfram Rupperti und Ulrike Willenbacher.

Der Vorverkauf läuft! Karten erhalten Sie an der Tageskasse am Marstallplatz 5, online sowie unter 089 2185 1940.

 

FÜR IMMER SCHÖN INHALTSANGABE

Am Anfang, so erzählte der Autor Noah Haidle, sah er nur ein Bild: das einer Frau, die sich unter Schmerzen einen Schuh auszieht, aus dem ein großer Schwall Blut herausschwappt. In diesem ikonographischen Moment kreuzen sich Märchen und Groteske mit den literarischen Leitmotiven der Wunde und der Reise, die zum dornigen, blutgetränkten Weg verschmelzen. Haidle entwickelt hieraus sein Stück, das fast ironisch den Titel „Everything beautiful“ (in der deutschen Übersetzung: „Für immer schön“) trägt.

FÜR IMMER SCHÖN INHALTSANGABE

ALICE IM WUNDERLAND

Über den Autor Lewis Carroll

"Alice im Wunderland" ist eines der phantastischsten Werke der Literatur. Und das, obwohl Charles Lutwidge Dodgson (1832-98), der sich in Variation seiner beiden Vornamen Lewis Carroll nannte, ein wahrhaft bürgerliches Leben führte. Er unterrichtete Mathematik in Oxford, fotografierte gerne und stotterte. Eigentlich zu einer geistlichen Karriere berufen ging er viel zu gern ins Theater, und diese beiden Dinge schlossen sich im viktorianischen England aus. In der Familie war Charles der älteste Junge von elf Kindern, und schon während des Aufwachsens unterhielt er alle.

ALICE IM WUNDERLAND

GLORIA INHALTSANGABE

Sie sind jung. Sie sind erfolgreich und sie haben es fast geschafft: Kendra, Dean, Ani und Miles arbeiten im Midtown-Office eines bekannten New Yorker Magazins. Dieser Job könnte ihr Sprungbrett für die große Karriere sein. Auch wenn Miles nur Praktikant, Ani eigentlich Neurowissenschaftlerin und wie die Bloggerin Kendra auf der Suche nach neuen beruflichen Möglichkeiten eher zufällig in der Kulturredaktion des Magazins gelandet ist. Auch Dean, der "dienstälteste" Assistent der Redaktion, fühlt sich eigentlich als Romanautor.

GLORIA INHALTSANGABE

Das Schlangenei Programmheft Auszug (PDF)

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DAS SCHLANGENEI INHALTSANGABE

Ingmar Bergmans in München gedrehter Film "Das Schlangenei" beschreibt ein Deutschland, dessen Ordnung am Zerbrechen ist und das durch Abschottung und Passivität die demokratische Idee in Frage stellt. Der schwedische Regisseur befand sich zur Zeit der Entstehung des Films im "bayrischen Exil". Er war zuvor während einer Probe im Stockholmer Dramaten zu Unrecht wegen Steuerhinterziehung von der Polizei abgeführt und angeklagt worden. Bergman erlitt einen Nervenzusammenbruch.

DAS SCHLANGENEI INHALTSANGABE

KINDER DER SONNE INHALTSANGABE

Maxim Gorkis früheste Kindheitserinnerung ist der Tod seines Vaters, der im Jahr 1871 an der Cholera starb. Mit der Szene des Dreijährigen am Totenbett des Vaters beginnt die Autobiografie Gorkis - einer Szene, die noch erschütternder wirkt, wenn man wie der norwegische Gorki-Biograf Geir Kjetsaa davon ausgeht, dass es der Sohn war, bei dem der Vater sich infiziert hatte. Für den in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsenen Schriftsteller war die Cholera also nicht nur eine gefährliche Epidemie, sondern eine sehr persönliche Angelegenheit und eine soziale Realität.

KINDER DER SONNE INHALTSANGABE

Kinder der Sonne Programmheft Auszug (PDF)

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Die Wissenschaft ist der Verstand und die Kunst das Herz der Welt

Kostümbildnerin Meentje Nielsen hat die Kostüme zu David Böschs Inszenierung "Kinder der Sonne" entworfen und den Figurinen Zitate von Maxim Gorki beiseite gestellt. Im Blog geben wir euch bereits vor der Premiere Einblick in Kostüme und Inszenierung. MEHR ...
Die Wissenschaft ist der Verstand und die Kunst das Herz der Welt

"Has the world changed, or have I changed?"

Eines Morgens, aus unruhigen Träumen erwachend, im Ohr die alte Liedzeile: "Has the world changed, or have I changed?" Es ist der Petersburger Blutsonntag 1905, Berlin im Novemberregen 1923, ein Junitag im Jahr 1483 in London oder New York in den späten 1980ern. Und auch die schönen Tage von Aranjuez sind bereits vorbei.

"Has the world changed, or have I changed?"

Die Spielzeit 2017/18 im Schnelldurchlauf

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Spielzeit 2017/2018

Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2017/18 am Residenztheater! Weitere Infos zu den einzelnen Inszenierungen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das ab sofort in unseren Spielstätten für Sie bereit liegt und das Sie hier herunterladen (PDF) oder hier direkt online durchblättern können.

Spielzeit 2017/2018
Das Schlangenei

Das Schlangenei

von Ingmar Bergman

Das Schlangenei
Kinder der Sonne

Kinder der Sonne

von Maxim Gorki

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