Song von der Zuckerfabrik

nach Voltaire. Bearbeitet von Peter Thiessen

Es sind harte Zeiten hier nach harten Jahr'n
und die Sitten sind so hart wie sie immer war'n
hier in der Zuckerfabrik
hier in der Zuckerfabrik

Und reisst uns die Mühle einen Finger von der Hand
hackt man ab, was von der Hand noch übrig blieb
hier in der Zuckerfabrik
hier in der Zuckerfabrik

Und jedem der versuchte diesem Elend zu entflieh'n
schlägt man ab das Bein mit Schenkeln und Knien
und wie der Zufall so spielt
ist mir gleich beides passiert

Das ist der Preis, das ist der Preis
das ist das Blut das bei uns fließt
das ist der Preis, das ist der Preis
um den ihr drüben in Europa euren Zucker genießt

Sonntags in der Kirche hör ich eure Litaneien
dass wir alle, schwarz und weiss, die Kinder Adams seien
hier in der Zuckerfabrik
hier in der Zuckerfabrik

Nun verstehe ich nicht viel von Genealogie
doch Geschwisterkinder, glaub ich, war’n wir nie
hier in der Zuckerfabrik
hier in der Zuckerfabrik

Denn wenn ich unser Elend seh, glaub ich kaum dass man
mit seinen Anverwandten sehr viel schlechter umgehen kann
hier in der Zuckerfabrik
hier in der Zuckerfabrik

Das ist der Preis, das ist der Preis
das ist das Blut das bei uns fließt
das ist der Preis, das ist der Preis
um den ihr drüben in Europa euren Zucker genießt

Das ist der Preis, das ist der Preis
das ist das Blut das bei uns fließt
das ist der Preis, das ist der Preis
um den Candide auf seiner Reise den Optimismus genießt
um den Candide auf seiner Reise den Optimismus genießt

Wie kann ich einen Gott begreifen
der seine Kinder gütig liebt
und doch zugleich mit vollen Händen
das Unglück über sie ergießt?

CANDIDE ODER DER OPTIMISMUS (FOTOGALERIE)

Candide oder der Optimismus

Candide oder der Optimismus

von Voltaire

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CANDIDE ODER DER OPTIMISMUS: BÜHNENBILD UND DEKORATION (FOTOGALERIE)

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Nach dem Optimismus ist vor dem Optimismus

oder: Warum Voltaire Recht hat und irrt

Wirtschaftskrise, Umweltzerstörung, weltweite Migration, demographische Probleme, Kindesmissbrauch, Terror – die Welt scheint kurz vor dem Abgrund zu stehen. Wie können wir angesichts dieser Schwierigkeiten überhaupt noch guten Gewissens existieren, ja sogar lachen und uns vergnügen?

Nach dem Optimismus ist vor dem Optimismus