Premierenreigen eröffnet #resi1819

"Marat/Sade" | "UR" | "Die Verlobung in St. Domingo"

Save the Date: Am 27./28./29. September eröffnet die achte und letzte Spielzeit unter Martin Kušej mit einem dreifachen Premierenreigen: Nach Tina Laniks Inszenierung von Peter Weiss‘ "Marat/Sade" im Residenztheater, bringt Sulayman Al Bassam "UR" im Marstall zur Uraufführung, bevor Robert Borgmann im Cuvilliéstheater Heinrich von Kleists "Die Verlobung in St. Domingo" folgen lässt.

Was verbindet diese Stücke? - Eine politische Grundhaltung, die den Bogen von der französischen Revolution, über den westlichen Imperialismus, bis zu transhistorischer Erinnerungspolitik spannt.

Regisseurin Tina Lanik ruft mit Peter Weiss' Streitpaar "Marat/Sade" die Geister der französischen Revolution herauf. Während der extreme Sozialist Marat und der skeptische Individualist de Sade noch über die Notwendigkeit sozialer Umwälzung debattieren, gehen die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit längst verloren: Radikaler Individualismus steht auf der Tagesordnung, die Freiheit des Einzelnen geht auf Kosten anderer und die Brüderlichkeit verkommt zum Nationalismus. 

Ohnehin galt die berühmte revolutionäre Parole von "liberté égalité fraternité" nicht für die schwarzen Jakobiner, die 1791 die Marseillaise singend in Santo Domingo im heutigen Haiti gegen ihre Kolonialherren rebellierten. Der bis heute einzige erfolgreiche Sklavenaufstand der Weltgeschichte bildet die Folie für Heinrich von Kleists "Die Verlobung in St. Domingo– und damit die Basis für die theatrale Auseinandersetzung mit dem Subalternen, den Folgen des imperialen Eurozentrismus sowie Fragen nach interkultureller Verständigung, die den Klassiker bis heute aktuell machen. 

Formen des kulturellen Gedächtnisses und seiner ideologischen Aneignung verhandelt "UR" in transhistorischer Perspektive. Ausgehend vom sumerischen Klagelied über die Zerstörung der antiken Stadt Ur entwirft Sulayman Al Bassam ein überzeitliches Ritual: Von der Göttertochter Nin-Gal, die ihre Stadt (erfolglos) mit Poesie zu verteidigen suchte; über die Deutsche Orientgesellschaft, die den Ur-Mythos zu Beginn des 20. Jahrhunderts nationalistisch missbrauchte; bis zur Zerstörungswut des IS im Jahr 2015, der unter anderem die antike Oasenstadt Palmyra zum Opfer fiel.

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#resi1819: Eröffnungspremieren (FOTOGALERIE)

Nicht man selbst sein müssen

Zum Ende machen wir noch einmal ernst: Es geht ums Spielen. Eine Tätigkeit, eine Haltung – und eine Grundsatzfrage. Dem Spieler und der Spielerin sind Authentizität und Glaubwürdigkeit, Selbstgewissheit und jene Identität fremd, die mit sich selbst im Reinen, aber arm an Möglichkeiten ist. Sie bestaunen die Zuverlässigkeit, den festen Glauben an eine planbare Zukunft, die Humorlosigkeit, die Geschlossenheit der Weltbilder, die Vergesslichkeit.

Nicht man selbst sein müssen

DAS SPIEL ALS POLITISCHER AKT: Die Spielzeit 2018/19 am Residenztheater

Am 17. Mai stellte Intendant Martin Kušej im Rahmen einer Pressekonferenz sein Programm für die kommende – seine letzte – Spielzeit am Residenztheater vor. Die Spielzeit 2018/19 wird keinesfalls eine Abschiedsspielzeit, sie ist bestimmt von großen anspruchsvollen Produktionen sowie reich an neuen, vielfältigen Spiel- und Erzählformen, mit denen Martin Kušej zusammen mit seinem Ensemble seit 2011 das Residenztheater prägt.

DAS SPIEL ALS POLITISCHER AKT: Die Spielzeit 2018/19 am Residenztheater

Spielzeit 2018/2019

Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2018/19 am Residenztheater! Weitere Infos zu den einzelnen Inszenierungen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das ab sofort in unseren Spielstätten für Sie bereit liegt und das Sie hier herunterladen (PDF) oder hier direkt online durchblättern können.

Spielzeit 2018/2019