NEUE DRAMATIK FÜR NEUE DYNAMIKEN: Die Spielzeit 2017/18 am Resi

Intendant Martin Kušej stellte am 26. April im Rahmen einer Pressekonferenz das Programm für die kommende Spielzeit 2017/18 vor. Der Spielplan folgt der politischen und gesellschaftskritischen Ausrichtung des Residenztheaters, dabei stehen viele Deutschsprachige Erst- und Uraufführungen auf dem Spielplan.

In Zeiten des Umbruchs ist für Martin Kušej die gemeinsame Auseinandersetzung in einer offenen Gesellschaft umso dringender: "Gerade in unseren Zeiten erscheinen die Qualitäten des Theaters als Notwendigkeiten politischen Handelns – mobilisieren, versammeln, aussprechen, zuhören, widersprechen."

WER IST WIR?

"Eigentlich müssten wir uns wundern, dass wir uns so oft wundern." Der Wandel, die Gefahren und die neuen Möglichkeiten kommen schließlich nur scheinbar von außen, weil auch das Innen des behaglichen Lebens mit den alten Gewissheiten nur scheinhaft ist. Vielfach ergibt man sich der Ohnmacht gegenüber tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen und zieht sich zurück in die Vertrautheit.

Theater ist Rückzugsort, aber eben auch Zufluchtsort und Resonanzraum im anderen Sinne – ein Ort der Selbstreflexion. In Zeiten des Umbruchs steht die Frage im Zentrum: WER IST WIR? Für das neue Spielzeitheft wurde vom Residenztheater daher das Gespräch mit seinen Zuschauern gesucht. Das Publikum wurde vom Berliner Fotografen Peter Kaaden genauso porträtiert wie das Resi-Ensemble.

Die Frage nach dem Umgang mit einer Zeit voller Umbrüche prägt auch die Stoffe, mit denen die kommende Spielzeit eröffnet wird: Die "Kinder der Sonne" im gleichnamigen Stück von Maxim Gorki schotten sich selbst ab, obwohl vielleicht gerade von ihnen als Wissenschaftler, Künstler und Intellektuelle eine besondere Kompetenz und ein erhöhtes gesellschaftliches Engagement in Krisenzeiten zu erwarten wäre und ebenso gilt das für die im Berlin des auf-kommenden Nationalsozialismus an den gesellschaftlichen Rand gedrängten Artisten in Ingmar Bergmans "Schlangenei". Für scheinbare Konfliktlosigkeit und die Erfüllung aller innerweltlichen Versprechen steht auch die Uraufführung von "Philipp Lahm". Michel Decars Anti-Drama um einen der berühmtesten Bayern ist einer von vielen neuen Texten, die am Residenztheater 2017/18 zur Aufführung kommen. Neue Dramatik für rapide sich ändernde Zeiten.

NEUE DRAMATIK FÜR NEUE DYNAMIKEN

Nahezu die Hälfte aller Vorhaben für die nächste Spielzeit basiert auf zeitgenössischen Texten.

Beispielsweise Branden Jacobs-Jenkins´ "Gloria": Der Autor beleuchtet darin den täglichen Kampf des modernen Arbeitnehmers in einer Zeitschriftenredaktion; erarbeitet wird die Deutschsprachige Erstaufführung von Amélie Niermeyer im Residenztheater. Wie dominant die moderne Arbeitswelt einwirkt auf uns Menschen wird auch am Schicksal Cookies deutlich, einer jungen Kosmetikverkäuferin und ihrem American Way of Life in "Für immer schön" von Noah Haidle.

Die (bild-)stärkste Frau der europäischen Geschichte steht bei Milo Raus neuem Projekt "Jeanne d’Arc" im Zentrum. Um eine ganz andere Frau dreht sich das neue Projekt von Bernhard Mikeska: "Playing :: Karlstadt" führt den Zuschauer auf den Spuren von Liesl Karlstadt auf eine subjektive Reise ins Innere.

Mit dem Wirtschaftskrimi "Junk" zeigen wir nach "Geächtet" das neueste Stück von Ayad Akhtar (Regie: Tina Lanik).

Und "Erschlagt die Armen!" von Shumona Sinha verhandelt Fragen der Repräsentation von Migrantinnen und Migranten in einem brisanten Gegenwartstext (Regie: Zino Wey).

 

"Has the world changed, or have I changed?"

Eines Morgens, aus unruhigen Träumen erwachend, im Ohr die alte Liedzeile: "Has the world changed, or have I changed?" Es ist der Petersburger Blutsonntag 1905, Berlin im Novemberregen 1923, ein Junitag im Jahr 1483 in London oder New York in den späten 1980ern. Und auch die schönen Tage von Aranjuez sind bereits vorbei.

"Has the world changed, or have I changed?"

Die Spielzeit 2017/18 im Schnelldurchlauf

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Spielzeit 2017/2018

Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2017/18 am Residenztheater! Weitere Infos zu den einzelnen Inszenierungen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das ab sofort in unseren Spielstätten für Sie bereit liegt und das Sie hier herunterladen (PDF) oder hier direkt online durchblättern können.

Spielzeit 2017/2018
Für immer schön

Für immer schön

von Noah Haidle

Für immer schön
Philipp Lahm

Philipp Lahm

von Michel Decar

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Richard III

Richard III

von William Shakespeare

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Der Streit

Der Streit

von Pierre Carlet de Marivaux

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Heilig Abend

Heilig Abend

von Daniel Kehlmann

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Jeanne d´Arc

Jeanne d´Arc

Ein Projekt von Milo Rau

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Don Juan

Don Juan

von Molière

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Don Karlos

Don Karlos

von Friedrich Schiller

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Alice im Wunderland

Alice im Wunderland

von Lewis Carroll für alle ab 6 Jahren

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Playing :: Karlstadt

Playing :: Karlstadt

von Berhard Mikeska + Alexandra Althoff + Lothar Kittstein (Raum + Zeit)

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Gloria

Gloria

von Branden Jacobs-Jenkins

Gloria
Junk

Junk

von Ayad Akhtar

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Homevideo

Homevideo

nach dem Drehbuch von Jan Braren

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Erzählungen aus dem Gulag (AT)

Erzählungen aus dem Gulag (AT)

von Warlam Schalamow

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Erschlagt die Armen!

Erschlagt die Armen!

von Shumona Sinha

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Ein Volksfeind

Ein Volksfeind

von Henrik Ibsen

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Der Balkon

Der Balkon

Jean Genet

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Das Schlangenei

Das Schlangenei

von Ingmar Bergman

Das Schlangenei
Kinder der Sonne

Kinder der Sonne

von Maxim Gorki

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Studenten

Hier trifft dich nicht nur Goethes Faust!

Großes Theater zum kleinen Preis: Für Studierende gibt es am Resi Studentenkarten zum Kinopreis, erhältlich für jede Theatervorstellung des Residenztheaters. Daneben gibt es spezielle Angebote, Sonderaktionen und ein vielseitiges Programm u.a. mit der TheaterBar, Führungen oder Workshops.

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