"Geächtet"-Autor Ayad Akhtar zu Besuch am Resi

Tina Lanik bringt den Wirtschaftskrimi "Junk" des Erfolgsautors auf die Bühne am Resi

Im Februar war der amerikanische Autor Ayad Akhtar zu Gast am Residenztheater. Auf der Bühne wurde sein Erfolgsstück "Geächtet" in zwei Inszenierungen gezeigt und im Anschluss diskutierten der Autor, Martin Kušej und Produktionsdramaturg Sebastian Huber über den Stoff und die unterschiedlichen Interpretationsansätze. Außerdem nutzten Regisseurin Tina Lanik und Sebastian Huber die Gelegenheit, um mit dem Autor über sein neues Stück "Junk" zu sprechen, das am 22. April am Residenztheater Premiere feiert und gerade auf der Resi-Bühne probt.

Regisseurin Tina Lanik und Autor Ayad Akhtar im Februar am ResidenztheaterRegisseurin Tina Lanik und Autor Ayad Akhtar im Februar am Residenztheater

Ayad Akhtars Wirtschaftskrimi "Junk" über die entfesselte Finanzwelt der 1980er Jahre erleben Sie in der Inszenierung von Tina Lanik mit 17 Schauspielerinnen und Schauspielern ab 22. April im Residenztheater. Es kritisiert "Kapitalismus von innen, zeigt auf wie das Bürgertum zum "Kunden des Staates" wurde und dessen einziger Ausweg, so Ayad Akhtar, Bildung sei. "Es ist unmöglich zu begreifen, was es heißt, Mensch zu sein, wenn man nicht verstanden hat, wie sich das Menschsein durch das Finanzwesen neu definiert hat. Diese Überzeugung, dass man für ein Verständnis unserer aktuellen Weltlage ein tiefergehendes Verständnis für Finanzen braucht, ist Ayad Akhtars Ausgangspunkt für sein Ensemblestück, das im "Goldenen Zeitalter der Schulden", der freak economy der 1980er Jahre, spielt. In einer Zeit, welche die Regeln der alten Finanzwelt grundlegend änderte, in der das Geld seine letzten Bindungen an die Realität verlor und endgültig seinen illusionären Charakter offenbarte; aus den alten Opferungen hervorgegangen wurde es – Religion.

Im rasant erzählten Finanzthriller gelingt es dem Investment-Banker Robert Merkin – Reales Vorbild für die Hauptfigur ist Michael Milken, gespielt am Residenztheater von Till Firit – feindliche Übernahmen angeschlagener Unternehmen aus Krediten zu finanzieren, die er mit dem Vermögen des übernommenen Unternehmens zu tilgen gedenkt. Er bezahlt den Kauf des Unternehmens also mit dessen eigenen Schulden und verdient anschließend an seiner Zerschlagung. Das Stück zeigt den Abwehrkampf eines Stahl-Unternehmers, gespielt von Oliver Nägele, gegen eine solche Übernahme und gleichzeitig den Jäger als Gejagten, dem die Staatsanwaltschaft bereits im Nacken sitzt. Insofern Geld keinen Wert darstellt, sondern ein Versprechen, dreht sich in "Junk" alles um die "Kluft zwischen angenommenem Wert und wirklichem Wert, zwischen Sprache und Bedeutung, zwischen Erscheinung und Wirklichkeit" (Ayad Akhtar).

JunkJunk

Ayad Akhtar, 1970 in New York geboren, aufgewachsen in Wisconsin und Absolvent der Brown und Columbia University, ist als Schauspieler und Autor tätig. Sein Stück "Geächtet", das in der Inszenierung von Antoine Uitdehaag seit Februar 2016 im Residenztheater zu sehen ist, wurde mit dem Pulitzer Preis sowie als "ausländisches Stück des Jahres 2016" von der Fachzeitschrift Theater heute bzw. "Bestes Stück" mit dem Nestroy 2017 ausgezeichnet.

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Junk Programmheft Auszug (PDF)

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JUNK INHALTSANGABE

Als "eine Geschichte von Königen" wird Ayad Akhtars neues Stück in der ersten Zeile angekündigt, und tatsächlich schildert es Vorgänge an der Wall Street um die Mitte der Achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts in den erzählerischen Strukturen eines Historiendramas.

JUNK INHALTSANGABE

NEUE DRAMATIK FÜR NEUE DYNAMIKEN: Die Spielzeit 2017/18 am Resi

Intendant Martin Kušej stellte am 26. April im Rahmen einer Pressekonferenz das Programm für die kommende Spielzeit 2017/18 vor. Der Spielplan folgt der politischen und gesellschaftskritischen Ausrichtung des Residenztheaters, dabei stehen viele Deutschsprachige Erst- und Uraufführungen auf dem Spielplan.

NEUE DRAMATIK FÜR NEUE DYNAMIKEN: Die Spielzeit 2017/18 am Resi

Spielzeit 2017/2018

Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2017/18 am Residenztheater! Weitere Infos zu den einzelnen Inszenierungen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das ab sofort in unseren Spielstätten für Sie bereit liegt und das Sie hier herunterladen (PDF) oder hier direkt online durchblättern können.

Spielzeit 2017/2018
Junk

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von Ayad Akhtar

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