FAUST-Preis für Bibiana Beglau

Wichtigster Theaterpreis für Bibiana Beglaus Rolle als Mephisto in Martin Kušejs "Faust"-Inszenierung

Am 14. November 2015 wurde Residenztheater-Ensemblemitglied Bibiana Beglau für ihre Rolle als Mephisto in Martin Kušejs "Faust"-Inszenierung in der Kategorie Darsteller/Darstellerin Schauspiel mit dem deutschen Theaterpreis FAUST ausgezeichnet.

Bibiana Beglau mit dem FAUST 2015. Sie fordert: "Stellen wir uns in der Ursprünglichkeit unseres Berufes allen zur Verfügung! Teilen wir unsere Kunst!" © Deutscher BühnenvereinBibiana Beglau mit dem FAUST 2015. Sie fordert: "Stellen wir uns in der Ursprünglichkeit unseres Berufes allen zur Verfügung! Teilen wir unsere Kunst!" © Deutscher Bühnenverein

Der FAUST ist ein nationaler, undotierter Theaterpreis, der Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeit wegweisend für das deutsche Theater ist. Er wird in Kooperation mit der Kulturstiftung der Länder, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und einem Bundesland, diesmal dem Saarland, vergeben.

In ihrer Dankesrede im Saarländischen Staatstheater Saarbrücken forderte Bibiana Beglau die Theater dazu auf, ihre Kunst mit allen zu teilen und die Zuschauerräume auch für alle Geflüchteten zu öffnen: "Die Festung 'Goethe und Schiller', Fetisch kultureller Identifikation und ewiges Kulturgut, ist kein Rückzugsort mehr. Wir können wieder Avantgarde sein, indem wir gemeinsam Neues entdecken, ein neues, gemeinsames Abenteuer begehen, uns aussetzen und vorstoßen, nicht im eigenen Vorteil, sondern im Sinn des Risikos, auch das Nicht-Richtige zu tun, auch in dem Risiko, dass die schöne Kunst eine hässliche ist, auch mit dem Risiko, dem Nicht-Wissen und dem Chaos zu begegnen. Wir müssen unsere Kunst teilen, denn es gibt Mangel auch an geistiger Nahrung bei den Menschen, die ihre Kultur schmerzhaft vermissen müssen, sie aufgeben mussten auf ihrem Weg  durch Krieg, Repressalien und Flucht. (…) Theaterkultur teilen heißt aber auch ganz konkret, dass diese Menschen in unsere Zuschauerräume gehören. Da sollen sie sitzen, als Gleiche unter Gleichen. Es sind nicht nur die Flüchtlinge, die aus ihren Staaten, aus ihrem Zuhause vertrieben wurden, sondern auch wir, die wir uns selbst aus unseren Ideen oft vertrieben haben. Stellen wir uns in der Ursprünglichkeit unseres Berufes allen zur Verfügung! Teilen wir unsere Kunst!"

Bibiana Beglau wurde 1971 in Braunschweig geboren, erhielt ihre Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Sie spielte am Schauspielhaus Düsseldorf, am Schauspielhaus Zürich, an der Volksbühne Berlin, an der Schaubühne Berlin, am Thalia Theater Hamburg und am Wiener Burgtheater. Seit 2011 ist sie Ensemblemitglied am Residenztheater in München. Außerhalb des Theaters ist sie auch in zahlreichen Produktionen für Film und Fernsehen zu sehen. Für Ihre Arbeit ist sie mehrfach ausgezeichnet worden, darunter mit dem Grimme Preis und dem Silbernen Bären der Berlinale. Sie arbeitete u. a. mit Christoph Schlingensief, Einar Schleef, Falk Richter, Thomas Ostermeier, Frank Castorf, Dimiter Gotscheff und Sebastian Nübling.

Aktuell ist sie am Residenztheater neben ihrer Rolle als Mephisto in Martin Kušejs "Faust"-Inszenierung als Petra von Kant in "Die bitteren Tränen der Petra von Kant", als Dascha Tschumalowa in "Zement" sowie als Martha in "Wer hat Angst vor Virginia  Woolf?" zu erleben.

 

Das Spiel des Scheiterns

Bibiana Beglau in einem sehr persönlichen Interview

Bibiana Beglau gab mona lisa ein sehr persönliches Interview. Im Video spricht sie über die Tücken ihres Berufs, schauspielerische Inspirationen, ihre Kindheit und auch heute noch allgegenwärtige Ängste: "Warum gibt es so viele Heldenfiguren? Weil wir sie so gerne stürzen sehen.", so Beglau.

Das Spiel des Scheiterns

"Wir müssen unsere Kunst teilen"

Gestern wurde Resi-Schauspielerin Bibiana Beglau für ihre Rolle als Mephisto in Martin Kušejs "Faust"-Inszenierung am Residenztheater mit dem deutschen Theaterpreis FAUST ausgezeichnet. In ihrer Dankesrede forderte sie die Theater dazu auf, ihre Kunst mit allen zu teilen und die Zuschauerräume auch für alle Geflüchteten zu öffnen. MEHR ...
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Faust

Faust

von Johann Wolfgang Goethe

Faust