Die Jagd nach Liebe

Inhaltsangabe

Heinrich Mann schrieb seinen Roman Die Jagd nach Liebe 1903 in Italien – Schauplatz ist aber vor allem München, das zur Jahrhundertwende mit neu gebauten Prachtstraßen, repräsentativen Gebäuden und einem lebendigen Künstlermilieu aufwartete. Claude Marehn ist Exponent des wohlhabenden Münchner Bürgertums wie auch Symptom seines Verfalls. Nach dem Tod seines Vaters steht ihm als Erbe von dessen Millionenvermögen die Welt offen – doch es fehlt ihm am Elan der alten Generation, um tätig in die Welt einzugreifen. Einer tiefen Gleichgültigkeit gegenüber etwaigen Zielen ergeben, weidet er sich im Gespräch mit seinem Dichterfreund Spießl am von beiden gepflegten Nihilismus und hegt Zweifel an der Rechtmäßigkeit seines ererbten, unmäßigen Reichtums.

Nur eines hat für ihn Bedeutung: seine Jugendfreundin Ute. Ihre Liebe zu erlangen ist sein einziges Ziel.

Ute indes erteilt dem Konzept Verlieben eine Absage. Sie will Schauspielerin werden und kann sich den Weg zu einer glanzvollen Karriere nicht durch eine Heirat verbauen. Ihr erstes Engagement tritt sie an einer kleinen Sommerbühne an. Sie kehrt desillusioniert zurück nach München. Begleitet wird sie von Panier, Claudes Vormund und ehemals Geschäftsfreund seines Vaters; ein Greis aus der Generation der lebensstarken Väter, ein Emporkömmling, der gerade deshalb die Rechtmäßigkeit seines Vermögens vehement verteidigt, und trotz seines Alters Claudes einziger Konkurrent ist. Utes nächste Abreise steht bevor, sie tritt ein Engagement an einer Provinzbühne an. Auf der Suche nach immer neuen Reizen, die die Abwesenheit von Ute übertönen können, taumelt Claude in erotischer Hyperaktivität und gelähmter Ergebenheit durch München und tritt hier wie dort vor allem über Geld in Kontakt mit der Welt: Bei Gisela Gigereit und ihrer Tochter Theodora findet er in kleinbürgerlicher Häuslichkeit käuflichen Sex; zur Gelegenheitsprostituierten Nelly unterhält er eine Weile eine bequeme Beziehung; dem Ästheten Köhmbold folgt er in dessen weltabgewandten Anschauungen; dem Erfinder Killich wie dem Mediziner Matthacker stellt er die Finanzierung ihrer Forschungstätigkeiten in Aussicht. Mit diesen Schlaglichtern entwirft und karikiert Heinrich Mann ein Panorama der Münchner Gesellschaft jener Zeit. Doch landet jede Exkursion durch ein facettenreiches München wieder bei Ute. Kurz vor ihrer Abreise ans Theater der Provinzstadt Düren gesteht sie Claude, dass ein sexueller Übergriff Paniers ihr das neue Engagement verschafft hat.

Claude, der Ute vor den Zumutungen der prekären Existenz als Schauspielerin bewahren und Ute in seiner Nähe wissen will, plant seinen verwegensten Coup. Er will in München ein Theater für Ute bauen. In Düren hat Ute mit dem beschwerlichen Berufsalltag und mit einer starken Konkurrentin zu kämpfen. Die Franchini scheint alle Stärken zu besitzen, derer es Ute ermangelt: Temperament, Sinnlichkeit, ein Hang zum schnellen Verlieben.

Als Claude zu Besuch kommt, lässt er sich sofort mit der Franchini ein und kränkt damit Ute schwer. In München wird die Eröffnung von Claudes neuem Theater ein Flop. Zudem hat er sich endgültig verspekuliert und ist pleite. Ute bereitet ihren Absprung nach Berlin vor und findet wiederum einen mächtigen Greis, der ihr für sexuelle Dienste den Karriereschritt ermöglicht. Vor ihrer Abreise kommt es zum Schlagabtausch mit dem rasend eifersüchtigen Claude. Er bricht nach Italien auf, wo er die Franchini trifft und sich mit ihr in ein nach Opernmotiven gestaltetes Leben der Überfülle stürzt, das beide verzehrt. Claude, dessen Lebenskräfte nie stark ausgeprägt waren, liegt schließlich als junger Mensch im Sterben. Ute kehrt aus Berlin zurück zu ihm. Die Beteuerung ihrer Liebe bedeutet ihm auch in seinem letzten Moment noch die größte Erfüllung.

Die neue Frau

Wer ist das, die neue Frau? Existiert sie überhaupt? Schauen Sie um sich, sehen Sie scharf, überlegen Sie, und sie werden sich überzeugen: die neue Frau ist da – sie existiert. Der Urtyp der Frau in der jüngsten Vergangenheit war die ‘Gattin’, die Frau, die der Schatten des Mannes war, eine Beigabe, ein Anhängsel. Die neue Frau, die ‘ledige Frau’ hat aufgehört, diese untergeordnete Rolle zu spielen und nichts weiter als der Reflex des Mannes zu sein.

Die neue Frau

Spielzeit 2013/2014

Das Jahr der unruhigen Träume hat begonnen! Neben einem Themenkreis um die Jahre 1913/14, in denen vor hundert Jahren der Erste Weltkrieg die Moderne erschütterte, prägt, ausgehend von Johann Wolfgang Goethe, ein "Faust"-Schwerpunkt den Spielplan dieser Spielzeit. Unsere Spielzeithefte liegen an unseren Spielstätten und am Zentralen Kundenschalter am Marstallplatz 5 aus.

Spielzeit 2013/2014
Die Jagd nach Liebe

Die Jagd nach Liebe

nach Heinrich Mann

Die Jagd nach Liebe