Der Sommer im Resi

Große Theaterabende vor der Spielzeitpause

Am 29. Juli verabschiedet sich das Ensemble nach einer erfolgreichen Theatersaison mit der jüngsten Resi-Produktion, "Tartuffe" von Molière in die Sommerpause. Bis dahin erwarten Sie in den letzten zwei Wochen vor dem Sommer noch viele große Theaterabende!

Heinrich von Kleists Klassiker "Prinz Friedrich von Homburg" mit Shenja Lacher in der Titelrolle verabschiedet sich am 25. Juli von der Bühne des Residenztheaters. Keists letztes Drama ist eine große Auseinandersetzung um Unterwerfung und Subversion, Gemeinwohl und Eigensinn, Recht und Gewalt und den utopischen Rest.

Starke antike Frauenbilder zeigen "Die Troerinnen" von Euripides/Sartre am 24. Juli und Hans Neuenfels' Inszenierung von Sophokles' "Antigone" am 28. Juli im Residenztheater: Troja ist zerstört – wie Sindschar und Aleppo. Als Verfügungsmasse im Krieg auf das nackte Leben zurückgeworfen, werden die Troerinnen mit der eigenen Schuld und Verantwortlichkeit konfrontiert. Dabei lässt Euripides die Grenzen zwischen Opfer und Täter, zwischen Besiegten und Siegern verschwimmen. Die Götter verlieren ihre Schutzwirkung und verfluchen die Menschen und ihren selbstzerstörerischen Krieg. Die starke Antigone fordert Kreons Gesetze und Sanktionen heraus, indem sie den verfemten Bruder zweimal bestattet. Die Frage danach, wann und unter welchen Umständen Gesetze Gültigkeit beanspruchen können, stellt Antigone radikal. 

In Martin Kušejs Inszenierung "Jagdszenen aus Niederbayern" erleben Sie bereits vor der Sommerpause zwei Schauspielerinnen, die ab September Teil des Resi-Ensembles sind: Anna Drexler und in der Hauptrolle Katja Bürkle am 22. Juli zudem zum Theatertag-Preis.

In unserer Gegenwart, die mit einer hysterischen Aushebelung des Rechtsstaates Geschichte macht, befragt Tina Laniks Inszenierung von "Hexenjagd" Arthur Millers aggressives Stück zeitgenössisch: am 23. Juli zum letzten Mal im Residenztheater.

 

Freuen Sie sich mit uns auf spannende Premieren in der neuen Spielzeit 2017/18

 

Als Eröffnungpremiere inszeniert David Bösch für das vom russischen Dramatiker Gorki am Choleraaufstand 1892 angelehnte Drama "Kinder der Sonne" über den eitlen Chemiker Páwel Fjódorowitsch Protássow. Seit Anfang Juni steckt das Ensemble in den Vorproben. David Bösch ist kein unbekanntes Gesicht in München. In den letzten Jahren konnte er am Residenztheater große Erfolge mit Inszenierungen wie "Mensch Meier" und zuletzt "Glaube Liebe Hoffnung" feiern.

Maxim Gorki schrieb sein 1905 Uraufgeführtes Drama in russischer Festungshaft. Bereits dreizehn Jahre zuvor standen die Zeichen allerdings schon auf Sturm. Die Cholera trifft Russland nach der großen Hungersnot von 1891. Die gewalttätigen Ausschreitungen richten sich gegen die wissenschaftlichen Eliten, vor allem gegen Ärzte, die der Geschäftemacherei und sogar der aktiven Vergiftung der Bevölkerung bezichtigt werden. Im Haus des Chemikers Protassow ist von den stürmischen Zeiten draußen wenig zu spüren. Viel zu sehr ist er auf die großen Fragen seines Fachs konzentriert.  Einen Blick in die Realität außerhalb der eigenen vier Wände und des eigenen Milieus hat einzig Lisa gewagt, Protassows Schwester. "Ich habe den blanken Hass auf der Straße gesehen, Massen von rasenden Bestien, die sich gegenseitig voll Lust abgeschlachtet haben. Sie hassen euch, weil ihr euch entfremdet habt und ihr hartes unmenschliches Dasein ignoriert. Ihr Hass ist blind, aber ihr provoziert ihn und er wird euch vernichten!"

Am 30. September zeigen wir die zweite Premiere der neuen Spielzeit: "Das Schlangenei" von Ingmar Bergman im Cuvilliéstheater beschreibt ein Deutschland, dessen Ordnung am Zerbrechen ist und dessen Gemütlichkeit sich nur noch im Zuge von Abschottung und Besitzstandswahrung zeigt, und führt dabei tief in die Hölle von Perversion und Verbrechen, von Terror und Totalitarismus. Regisseurin Anne Lenk inszeniert den Film von Ingmar Bergman, der 2018 hundert Jahre alt geworden wäre und dem Residenztheater von 1977 bis 1984 als Theaterregisseur eng verbunden war, als intensives Kammerspiel über die Katastrophe des menschlichen Selbstvernichtungsdrangs, die sich immer wieder aufs Neue erleben lässt.

PREMIERE: 23. SEP 2017, 19.30 Uhr, Residenztheater
KINDER DER SONNE
von Maxim Gorki
Mit Mathilde Bundschuh, Till Firit, Pauline Fusban, Norman Hacker, Thomas Huber, Max Koch, Aurel Manthei, Joachim Nimtz, Katharina Pichler und Hanna Scheibe

PREMIERE: 30. SEP 2017, 19.30 Uhr, Cuvilliéstheater
DAS SCHLANGENEI 
von Ingmar Bergmann
Mit Nora Buzalka, Thomas Lettow, Oliver Nägele, Franz Pätzold, Wolfram Rupperti und Ulrike Willenbacher.

Karten erhalten Sie ab 20. Juli an der Tageskasse am Marstallplatz 5, online sowie unter 089 2185 1940. 

Wir freuen uns mit Ihnen auf die letzten, spannenden Theaterabende in der aktuellen Spielzeit!

Eröffnung der Spielzeit 2017/18

Politisches Schauspielertheater mit "Kinder der Sonne" + "Das Schlangenei"

Mit der Premiere von Maxim Gorkis "Kinder der Sonne" eröffnet das Residenztheater am 23. September die Spielzeit 2017/18. Es ist die siebte Spielzeit unter Intendant Martin Kušej, in der mit der Frage "Wer ist wir?" eine neue Perspektive auf das eigene Schaffen und das Publikum eingenommen wird. David Bösch inszeniert das vom russischen Dramatiker Gorki am Choleraaufstand 1892 angelehnte Drama "Kinder der Sonne" über den eitlen Chemiker Protássow. Am 30. September zeigen wir die zweite Premiere der neuen Spielzeit: "Das Schlangenei" von Ingmar Bergman im Cuvilliéstheater inszeniert von Anne Lenk.

Eröffnung der Spielzeit 2017/18

NEUE DRAMATIK FÜR NEUE DYNAMIKEN: Die Spielzeit 2017/18 am Resi

Intendant Martin Kušej stellte am 26. April im Rahmen einer Pressekonferenz das Programm für die kommende Spielzeit 2017/18 vor. Der Spielplan folgt der politischen und gesellschaftskritischen Ausrichtung des Residenztheaters, dabei stehen viele Deutschsprachige Erst- und Uraufführungen auf dem Spielplan.

NEUE DRAMATIK FÜR NEUE DYNAMIKEN: Die Spielzeit 2017/18 am Resi

"Die Räuber" im Herbst auf 3sat

Die zum Berliner Theatertreffen eingeladene Inszenierung wird aufgezeichnet.

Auf Grund der technisch anspruchsvollen Bühnenkonstruktion mit den sich kippenden Laufbändern konnten "Die Räuber" leider beim Theatertreffen im Mai nicht live gezeigt werden. Stattdessen wird die Inszenierung von 3sat aufgezeichnet und in Berlin auf Leinwand zu sehen sein. Die Fernsehausstrahlung ist für Herbst geplant.

"Die Räuber" im Herbst auf 3sat

Multimedia Story "Die Troerinnen"

Mit der multimedia story kommen Sie hinter die Kulissen und sind bei der Entstehung der Resi-Inszenierung live dabei. Erfahren Sie mehr über Troja und die Bezüge zu Frauen in heutigen Kriegen. Den Probenprozess und die Arbeiten in den Werkstätten erleben: Mit der multimedia story kommen Sie backstage zu den Arbeitsprozessen für "Die Troerinnen."

Multimedia Story "Die Troerinnen"

Spielzeit 2017/2018

Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2017/18 am Residenztheater! Weitere Infos zu den einzelnen Inszenierungen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das ab sofort in unseren Spielstätten für Sie bereit liegt und das Sie hier herunterladen (PDF) oder hier direkt online durchblättern können.

Spielzeit 2017/2018
Das Schlangenei

Das Schlangenei

von Ingmar Bergman

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Kinder der Sonne

Kinder der Sonne

von Maxim Gorki

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JAGDSZENEN AUS NIEDERBAYERN INHALTSANGABE

Martin Sperr schrieb mit seinem Erstlingsstück "Jagdszenen aus Niederbayern" eine "Fabel von der Jagbarkeit der Menschen". Der Text, entstanden zwischen 1962 und 1965 (Sperr war damals kaum 21 Jahre alt), handelt von einer Dorfgemeinschaft in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Diese richtet sich gegen alle, die sich nicht der Norm anpassen können oder wollen. Die Bäuerin Maria, die mit ihrem Knecht Volker zusammenlebt, nachdem ihr Mann nicht aus dem Krieg zurückkam, wird als Schandfleck angesehen. Ihr Sohn Rovo gilt als Dorftrottel, das Mädchen Tonka ist die Dorfhure.

JAGDSZENEN AUS NIEDERBAYERN INHALTSANGABE

Einladung zum Berliner Theatertreffen 2017 für "Die Räuber"

als eine der "zehn bemerkenswertesten Inszenierungen" des vergangenen Jahres

Wie die Berliner Festspiele mitteilen, ist das Residenztheater mit Ulrich Rasches Inszenierung von Schillers "Die Räuber" zum Berliner Theatertreffen 2017 eingeladen. Die Inszenierung gehört damit zu den "zehn bemerkenswertesten Inszenierungen" des vergangenen Jahres, eine der höchsten Auszeichnungen in der deutschsprachigen Theaterlandschaft.

Einladung zum Berliner Theatertreffen 2017 für "Die Räuber"
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DIE RÄUBER (FOTOGALERIE)

Tartuffe

Tartuffe

von Molière

TARTUFFE / Residenztheater
Die Troerinnen

Die Troerinnen

von Euripides/Jean-Paul Sartre

Die Troerinnen
Jagdszenen aus Niederbayern

Jagdszenen aus Niederbayern

von Martin Sperr

JAGDSZENEN AUS NIEDERBAYERN
Antigone

Antigone

von Sophokles

Antigone

Sind wir nicht alle Hexen?

Präsentation der Zusammenarbeit im Rahmen der TUSCH–Kooperation des Theresia–Gerhardinger–Gymnasiums am Anger mit dem JUNGEN RESI/Residenztheater

Schuld, Rache, Lüge, Macht sind allgegenwärtige Themen - mit denen beschäftigen sich 16 Mädchen des TGGAA. Der Originaltext "Hexenjagd" von Arthur Miller und die Inszenierung in der Regie von Tina Lanik dienen als Vorlage und Inspiration.

Sind wir nicht alle Hexen?

HEXENJAGD

INHALTSANGABE

Als Arthur Miller im Sommer 1952 an seinem Stück „The Crucible“ (dt. „Hexenjagd“) schreibt, beherrscht die Angst vor kommunistischer Infiltration die US-amerikanische Öffentlichkeit. Die Gründung der kommunistischen Volksrepublik China 1949, die erste Zündung einer sowjetischen Atombombe und der Umbau eines Teils von Europa zum kommunistischen Ostblock verbinden sich zu einer bedrohlichen Kulisse, zudem steckt das Land mitten im Koreakrieg – durch die Straßen der Neuen Welt pfeift der Atem des Kalten Krieges.

HEXENJAGD
Hexenjagd

Hexenjagd

von Arthur Miller

Hexenjagd
Prinz Friedrich von Homburg

Prinz Friedrich von Homburg

von Heinrich von Kleist

Prinz Friedrich von Homburg