Das Residenztheater trauert um Helmut Stange

Der Schauspieler Helmut Stange ist am 1. Januar 2018 im Alter von 88 Jahren verstorben.

Helmut Stange, geboren am 20.2.1929, begann seine Laufbahn als Schauspieler in Bremen. Er spielte in den folgenden Jahren in Lübeck, Bochum, an der Landesbühne Hannover, wo er Dieter Dorn kennen lernte, sowie in Mannheim. 1973 wurde er von Hans-Reinhard Müller an die Münchner Kammerspiele engagiert. 2001 wechselte er zusammen mit Dieter Dorn ans Bayerische Staatsschauspiel, wo er bis 2011 zu erleben war. Er arbeitete neben Dieter Dorn u.a. mit den Regisseuren Jan Bosse, Barbara Frey, Elmar Goerden, Jens Daniel Herzog, Alexander Lang und Thomas Langhoff zusammen.

Ein feiner, sensibler, kluger Ensembleschauspieler ist am Neujahrstag 2018 in München gestorben. Der Wahrheit jeder Bühnenfigur galt sein Interesse. Diese Wahrheit dem Zuschauer nahe zu bringen war für ihn immer das Wichtigste.

In den 1970er Jahren arbeitete Helmut Stange viel mit Regisseur Ernst Wendt. Eindrucksvoll waren seine Auftritte in "Der Balkon" von Jean Genet (Regie: Ernst Wendt, 1976) und "Germania Tod in Berlin" von Heiner Müller (Regie: Ernst Wendt, 1978). Mit Dieter Dorn arbeitete er an den Münchner Kammerspielen erstmals in Wedekinds "Lulu – Der Erdgeist und Die Büchse der Pandora" 1977 zusammen. Helmut Stange bildete über fast 35 Jahre eine unverwechselbare Größe im Dorn-Ensemble. Er konnte in seinen vielen Rollen dem jeweiligen Stück eine ganz eigene Prägung geben. Es war ihm möglich, in Komödien wie in Tragödien dem Zuschauer eine zutiefst menschliche Seite der jeweiligen Rolle zu zeigen. In besonderer Erinnerung bleiben seine Auftritte in William Shakespeares "in Mittsommernachtstraum" (Regie: Dieter Dorn, 1978), Tankred Dorsts "Merlin oder Das wüste Land" (Regie: Dieter Dorn, 1982), William Shakespeares "Cymbelin" (Regie: Dieter Dorn, 1998), Gotthold Ephraim Lessings "Nathan der Weise" (Regie: Elmar Goerden, 2003) und Heinrich von Kleists "Das Käthchen von Heilbronn" (Regie: Dieter Dorn, 2011). Von großer Bedeutung war seine Rolle des Ilja Iljitsch Telegin in Anton Tschechows "Onkel Wanja" in der Inszenierung von Barbara Frey, die 2004 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde.

Über all seine wunderbaren Bühnenfiguren hinaus war Helmut Stange über Jahrzehnte ein gefragter Sprecher in vielen Hörfunkproduktionen und unterrichtete an der Otto-Falckenberg-Schule München.