4 Premieren in 10 Tagen

Premierenrausch auf allen Resi-Bühnen mit "Der Balkon", "Ein Volksfeind", "Erschlagt die Armen!" + "Am Kältepol"

Innerhalb von 10 Tagen feiern 4 Neuinszenierungen mit insgesamt 24 Resi-Schauspielern auf den Bühnen des Residenztheaters Premiere: "Der Balkon" von Jean Genet erleben Sie ab 22. Februar im Marstall, Ibsens "Ein Volksfeind" ab dem 24. Februar im Resi, ab dem 2. März das Solo "Erschlagt die Armen!"  im Marstall und Warlams Schalamows Erzählungen aus dem Gulag "Am Kältepol" werden am 3. März im Cuvilliéstheater uraufgeführt.

Am 22. Februar feiert der kroatische Regisseur Ivica Buljan mit "Der Balkon" von Jean Genet im Marstall Premiere. Die Verwechslungskomödie fragt nach der Macht der Bilder und Buljan bringt wie bei seiner ersten Inszenierung "Der Schweinestall" eine Live-Band aus Schauspielern des Resi-Ensembles auf die Bühne im Marstall.

Madame Irma, gespielt von Juliane Köhler, bietet den Besuchern ihres Bordells neben Sex auch die Gelegenheit, in neue Identitäten zu schlüpfen. Gegen Bezahlung inszenieren Bürger, als Bischof, Richter oder General verkleidet, das Leben als Illusion. In den Straßen tobt die Revolution und das Volk folgt den Bildern, nicht den Ideen. Der Schein bestimmt das Bewusstsein.

Der BalkonDer Balkon

Nur zwei Tage später, am 24. Februar, feiert die slowenische Regisseurin Mateja Koležnik ihre fünfte Premiere bei uns: Nach den gefeierten Theaterabenden "Tartuffe", "König Ödipus", "Nora oder Ein Puppenheim" und "Madame Bovary" bringt sie am 24. Februar Ibsens "Ein Volksfeind" als kritisches Zeitstück über die Macht und Ohnmacht des Einzelnen auf die Resi-Bühne.

Der Badearzt Tomas Stockmann, gespielt von Thomas Schmauser, hat seine Heimatstadt zu einem Kurort und damit reich und berühmt gemacht, bis er entdeckt, dass die Kurgäste vergiftet werden. Krankheitserreger belasten das Ökosystem und das Gewissen des Arztes. Stockmann will seine Ergebnisse veröffentlichen und findet Unterstützung bei Presse und Bürgern. Sein Bruder jedoch, der Bürgermeister – gespielt von Thomas Huber –, weiß um die Folgen.

Mateja Koležniks gefeierte Inszenierungen am Resi: "Tartuffe", "König Ödipus" und "Nora oder Ein Puppenheim"Mateja Koležniks gefeierte Inszenierungen am Resi: "Tartuffe", "König Ödipus" und "Nora oder Ein Puppenheim"

Das zweite Premierenwochenende startet mit Zino Weys Inszenierung von "Erschlagt die Armen!"  am 2. März. Resi-Ensemblemitglied Anna Drexler bringt Shumona Sinhas autobiographisch geprägte Auseinandersetzung mit dem Asylsystem als Solo auf die Bühne im Marstall.

In einem Pariser Gefängnis sitzt eine junge Frau in Untersuchungshaft: Am Abend hatte sie in der Métro einem Migranten, der sie zuvor angesprochen hat, eine Weinflasche über den Kopf geschlagen. Nun wird sie vernommen und versucht, sich selbst zu erklären, warum dies geschehen ist. Einige Jahre zuvor war sie als Einwanderin nach Paris gekommen, wo sie inzwischen als Dolmetscherin in einer Asylbehörde tätig ist. Was treibt eine Frau, die in einer solchen Behörde als Dolmetscherin zwischen Asylbewerbern und Beamten vermittelt, zu einer solchen Tat? Ist sie mehr und mehr selbst zu einer Beamtin geworden? Oder sind es die tagtäglich sich wiederholenden Geschichten der Asylbewerber, die in ihrem Innern das Elend der Heimat und die Übermacht der Männer reproduzieren, vor denen sie geflohen ist?

Ensemblemitglied Anna DrexlerEnsemblemitglied Anna Drexler

Die Uraufführung von Warlam Schalamows "Am Kältepol – Erzählungen aus dem Gulag" am 3. März im Cuvilliéstheater in der Regie des russischen Regisseurs Timofej Kuljabin bildet den Abschluss des Premierenquartetts.

Timofej Kuljabin, 1984 geboren, ist leitender Regisseur am Nowosibirsker Theater "Rote Fackel" und eines der aufsehenerregendsten Regietalente seiner Generation. 2015 wurde seine international beachtete Inszenierung von "Tannhäuser" an der Nowosibirsker Staatsoper auf Betreiben der orthodoxen Kirche hin wegen Blasphemie abgesetzt, ebenso wie der damalige Intendant. Mit einem rein weiblichen, deutschsprachigen Ensemble überwindet er dabei nicht nur sprachliche Grenzen und feiert seine erste Schauspielpremiere in Deutschland.

Warlam Schalamows Erzählungen sind in Russland ähnlich bekannt wie Solschenizyns "Archipel Gulag". Mit einer Sprache, die nach dem Wesentlichen sucht, ergründet Schalamow den dünnen Firnis von Zivilisation und Kultur. Im Zentrum steht die Frage: An welcher letzten Grenze kommt das Menschliche abhanden? Wie davon erzählen?

Wir wünschen Ihnen eine anregende Premierenzeit, rauschen Sie mit uns!

Timofej Kuljabin bei den Proben zu "Am Kältepol – Erzählungen aus dem Gulag"Timofej Kuljabin bei den Proben zu "Am Kältepol – Erzählungen aus dem Gulag"

 

 

 

"Erschlagt die Armen!" im Radio

Feature auf B5 aktuell über Zino Weys Inszenierung im Marstall

"Es geht nicht darum, eine Figur darzustellen, sondern es geht darum, sich in einem Themenpool zu bewegen und verschiedene Blickwinkel einzunehmen." Solo-Schauspielerin Anna Drexler im Interview

"Erschlagt die Armen!" im Radio

"Ich irgend-wo
dazwi-schen" Shumona Sinha, "Er-schlagt die Armen!"

Probeneinblick: "Am Kältepol – Erzählungen aus dem Gulag"

Der russische Regisseur Timofej Kuljabin, eines der aufsehenerregendsten Regietalente seiner Generation, erarbeitet mit einem rein weiblichen Ensemble die Uraufführung von Warlam Schalamows Erzählungen aus dem Gulag. Mit "Am Kältepol – Erzählungen aus dem Gulag" feiert er am 3. März im Cuvilliéstheater Premiere. Ein Probeneinblick in Bildern. MEHR ...
Probeneinblick: "Am Kältepol – Erzählungen aus dem Gulag"
Am Kältepol – Erzählungen aus dem Gulag

Am Kältepol – Erzählungen aus dem Gulag

von Warlam Schalamow

Am Kältepol – Erzählungen aus dem Gulag
Erschlagt die Armen!

Erschlagt die Armen!

von Shumona Sinha

Erschlagt die Armen!
Ein Volksfeind

Ein Volksfeind

von Henrik Ibsen

Ein Volksfeind
Der Balkon

Der Balkon

von Jean Genet

Bild