Der Marstallplan

Zum Ende der Spielzeit wartet das Residenztheater noch einmal mit 6 Premieren in 2 Tagen auf: Der  MARSTALLPLAN ist ein Minifestival in unserer kleinsten Spielstätte, das jungen Regisseuren eine Plattform bereitstellt, um sich auszuprobieren und ihre Arbeiten gemeinsam zu zeigen.

Für alle gelten folgende Bedingungen: zwei bis drei Wochen Probenzeit, geringe Auf- und Abbauzeiten, knappes Budget. Und so werden mit begrenzten Mitteln, aber hohen Ambitionen skizzenhafte, schnelle und sehr unterschiedliche Beiträge entwickelt, die alle um ein gemeinsames Thema kreisen: Hochstapelei.

Die klassische Hochstapler-Geschichte wird gerne erzählt und ist immer ähnlich gestrickt: Da erschwindelt sich ein Protagonist mit gefälschten Zeugnissen oder zumindest simuliertem Habitus Ruhm, Reichtum und Macht. Der Höhenflug endet stets mit der Enttarnung der Lüge, der Rückkehr zur Wahrheit und der Wiederherstellung der Ordnung.
Auch wer sich heute im Berufsleben behaupten will, ist dazu aufgerufen, ein konkurrenzfähiges Selbst zu Markte zu tragen. Wenn aber Authentizität als Disziplinierungsmodell fungiert und das wahre „Ich“ zur unverwechselbaren Marke gemacht werden muss, dann geht es um neue Perspektiven jenseits des Befehls: „Sei einfach du selbst!“

Und so treten beim MARSTALLPLAN wechselnde Identitäten, Spekulationen, Hochstapeleien auf den Plan, reine Behauptungen zwischen Spiel und Risiko, voller Lust an der Verkleidung, an der Grenze zwischen echt und erfunden, auf der Suche nach einer anderen künstlerischen und Lebens-Praxis.

Die drei Regieassistenten des Residenztheaters Martina Gredler, Robert Gerloff und Katrin Plötner, das Gewinnerteam eines hochschulinternen Wettbewerbs der Bayerischen Theaterakademie August Everding sowie die beiden Jungregisseure Alexander Riemenschneider und Gernot Grünewald loten das Thema „Hochstapelei“ in seinen unterschiedlichen Facetten aus.

 

Marstallplan 1: Am 5., 7. und 27. Juli

LÜGENSUCHT IM DIENSTE DER ICH-ERHÖHUNG
ein Projekt von Gernot Grünewald

WIR SCHLAFEN NICHT
von Kathrin Röggla
Regie Gregor Turecek

CONTAINER PARIS
von David Gieselmann
Regie Robert Gerloff

DAS GROSSE FEST DER HOCHSTAPELEI
am 7. Juli 2012 ab 22.00 Uhr, Eintritt frei!

 

Marstallplan 2: Am 6., 15. und 28. Juli

DIE HAMLETMASCHINE
von Heiner Müller
Regie Katrin Plötner

FRAGEBOGEN
von Max Frisch
Regie Alexander Riemenschneider

HUNDEHERZ
von Michail Bulgakow
Regie Martina Gredler

 

Der reguläre Preis beträgt 9 Euro je Einzelvorstellung. Beim Kauf von Karten für mindestens 3 Einzelvorstellungen von Marstallplan 1 und/oder Marstallplan 2 erhalten Sie die Einzelkarte für je 6 Euro. Dieses Package ist nur telefonisch unter 089/2185 1940 und an den Kassen der Staatstheater erhältlich. Schüler und Studenten erhalten gegen Vorlage eines gültigen Ausweises Karten für 6 Euro je Einzelvorstellung.

DAS GROSSE FEST DER HOCHSTAPELEI (FOTOGALERIE)

MARSTALLPLAN 2: DIE HAMLETMASCHINE (FOTOGALERIE)

MARSTALLPLAN 2: HUNDEHERZ (FOTOGALERIE)

MARSTALLPLAN 2: Fragebogen

MARSTALLPLAN 2: Fragebogen

von Max Frisch

Making of: Marstallplan
MARSTALLPLAN 2: Hundeherz

MARSTALLPLAN 2: Hundeherz

von Michail Bulgakow

Hundeherz
Die Hamletmaschine

Die Hamletmaschine

von Heiner Müller

Die Hamletmaschine
Bild 
MARSTALLPLAN 1: Container Paris

MARSTALLPLAN 1: Container Paris

von David Gieselmann

Container Paris
MARSTALLPLAN 1: wir schlafen nicht

MARSTALLPLAN 1: wir schlafen nicht

von Kathrin Röggla

wir schlafen nicht
MARSTALLPLAN 1: Lügensucht im Dienste der Ich-Erhöhung

MARSTALLPLAN 1: Lügensucht im Dienste der Ich-Erhöhung

ein Projekt von Gernot Grünewald

Lügensucht im Dienste der Ich-Erhöhung

MARSTALLPLAN 1: LÜGENSUCHT IM DIENSTE DER ICH-ERHÖHUNG (FOTOGALERIE)

MARSTALLPLAN 1: CONTAINER PARIS (FOTOGALERIE)

MARSTALLPLAN 1: WIR SCHLAFEN NICHT (FOTOGALERIE)

Ein verwegener Plan

Spiegel Online berichtet über das "verwegene Projekt", beim MARSTALLPLAN innerhalb von zwei Tagen sechs Hochstapler-Produktionen zur Premiere zu bringen und dabei lustvoll mit den Identitäten zu spielen: "Und so befreien sie Zuschauer wie Schauspieler im besten Fall vom Fetisch der vergangenen Jahre: der Authentizität."

Ein verwegener Plan

"In der wirklich verkehrten Welt ist das Wahre ein Moment des Falschen." G. Debord

MAKING OF: MARSTALLPLAN (FOTOGALERIE)

Marstall

Der Marstall, erbaut von Leo von Klenze, diente der adeligen Gesellschaft Anfang des 19. Jahrhunderts als Hofreitschule. Doch mit dem Untergang der Monarchie findet auch das Reiten im Marstall ein Ende. 1971 wird im Marstall das Potential einer Studio- und Experimentierbühne erkannt und ein gutes Jahr später eröffnet Walter Schmidinger mit Franz Xaver Kroetz‘ Stück "Globales Interesse" die neu gewonnene Spielstätte.

Marstall