Marstallplan: Faust II

Zum Ende der Spielzeit wartet das Residenztheater noch einmal mit sechs Premieren in zwei Tagen auf: Der MARSTALLPLAN ist ein Minifestival in seiner kleinsten Spielstätte, das jungen Regisseuren eine Plattform bereitstellt, um sich auszuprobieren und ihre Arbeiten gemeinsam zu zeigen. Es ist dies der zweite Marstallplan nach der HOCHSTAPELEI im Sommer 2012.

Der Marstallplan 2014 widmet sich Faust II. Ganz unterschiedlich gehen sieben junge Regisseure mit dem Stoff um: Dabei ist mal ein Goethescher Satz, mal die Atmosphäre eines Aktes oder ein einzelnes Thema Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit einem der problematischsten Texte der klassischen Dramatik, der uns immer noch den Themenhorizont aufspannt, in dem sich die Menschheit seit der Moderne bewegt: Klassische Ideale als Projektionen alter Männer; die ungedeckten Schecks in ökonomischen Krisen; die unentwegte Beschleunigung des modernen Körpers; noch immer lässt uns die Sorge nicht in Ruhe; die Sehnsucht nach der künstlichen Erschaffung des Menschen im Labor. Die metaphysische Unbehaustheit des Menschen angesichts eines leeren Himmels ist beispielhaft in Goethes Werk angelegt, an dem er über Jahrzehnte immer wieder arbeitete, erschreckend vorausahnend und ungestüm aktuell. Die vielstimmige Herangehensweise innerhalb des Festivals reagiert auf die Überkomplexität des Stoffes und erörtert, verknotet und verspinnt diese Dilemmata, Freuden und letzten Fragen weiter

Für alle gelten folgende Bedingungen: Zwei bis drei Wochen Probenzeit, geringe Auf- und Abbauzeiten, knappes Budget. Und so werden mit begrenzten Mitteln, aber hohen Ambitionen skizzenhafte, schnelle und sehr unterschiedliche Beiträge entwickelt. Das geht nur mit einer gewissen Unbedenklichkeit, ohne zu viel Angst vor Fehlern und mit Zugriffen, die sich vor dem ehrfurchtgebietenden Stoff nicht verstecken. Darin liegt die Kraft. Am Ende des Premierenreigens steht am 5. Juli ein Fest auf dem Marstallplatz, das muss sein: Zur WALPURGISNACHT II sind alle Mitwirkenden und Zuschauer, Zaungäste und Stadtstreuner eingeladen. 

In diesem Jahr inszenieren die vier Regieassistenten des Residenztheaters Jakub Gawlik, Christoph Hetzenecker, Christoph Todt und Gregor Turecek sowie die beiden Jungregisseure Patrick Steinwidder und Sarantos Zervoulakos.

 

Marstallplan 1: 4., 17. + 18. Juli 2014

GRIECHE SUCHT GRIECHENLAND
Regie + Konzept SARANTOS ZERVOULAKOS

"VORBEI! - VERWEILE!"
Regie + Konzept JAKUB GAWLIK

TAKEN FROM REAL LIFE. EINE SHOW
Regie + Konzept GREGOR TURECEK

FAUST IST TOT
von Mark Ravenhill
Regie CHRISTOPH TODT

 

Marstallplan 2: 5., 6. + 19. Juli 2014

FINAL FAUST II FANTASY
Regie + Konzept PATRICK STEINWIDDER

LUSTGARTEN MORGENSONNE AFTERPARTY
Regie + Konzept MAGALI TOSATO
Die Vorstellungen von "Lustgarten Morgensonne Afterparty" entfallen. An diesen Abenden findet um 19:30 Uhr die Lesung "Ein kleines Magazin von Irrtümern" auf dem Marstallplatz statt, Eintritt frei. 

MEFISTOCKS
Regie + Konzept CHRISTOPH HETZENECKER

WALPURGISNACHT II: Fest auf dem Marstallplatz
Samstag, 5. Juli, 22.00 Uhr, Marstallplatz

 

Der reguläre Preis beträgt 9 Euro je Einzelvorstellung. Beim Kauf von Karten für mindestens 3 Einzelvorstellungen von Marstallplan 1 und/oder Marstallplan 2 erhalten Sie die Einzelkarte für je 6 Euro. Dieses Package ist nur telefonisch unter 089/2185 1940 und an den Kassen der Staatstheater erhältlich. Schüler und Studenten erhalten gegen Vorlage eines gültigen Ausweises Karten für 6 Euro je Einzelvorstellung.

Shenja Lacher erhält Kurt-Meisel-Preis 2014

Verleihung zusammen mit dem Marstallplan-Publikumspreis am 20. Juli 2014

Residenztheater-Ensemblemitglied Shenja Lacher erhält den mit 5.000 Euro dotierten Kurt-Meisel-Preis 2014 des Vereins der Freunde des Residenztheaters. Die Mitglieder des Vereins würdigen damit Lachers herausragende schauspielerische Leistungen am Residenztheater, dessen Ensemble er seit 2008 angehört. Der diesjährige Förderpreis wird erstmals als Publikumspreis zum Abschluss des Marstallplans an eine der sechs Festival-Inszenierungen vergeben. Der Förderpreis ist dieses Jahr mit 6.000 Euro dotiert, die Bekanntgabe ist im Rahmen der Preisverleihung am 20. Juli 2014. Die feierliche Verleihung der Preise findet im Rahmen einer öffentlichen Theatermatinee im Residenztheater am Sonntag, den 20. Juli, um 11.00 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

Shenja Lacher erhält Kurt-Meisel-Preis 2014
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Mefistocks. Eine musikalische Spekulation

Mefistocks. Eine musikalische Spekulation

Marstallplan 2: Mefistocks
Final Faust II Fantasy

Final Faust II Fantasy

Marstallplan 2: Final Faust II Fantasy
Walpurgisnacht II

Walpurgisnacht II

Faust ist tot

Faust ist tot

von Marc Ravenhill

Marstallplan 1: Faust ist tot
Taken from real life. Eine Show

Taken from real life. Eine Show

Marstallplan 1: Taken from real life. Eine Show
"Vorbei! - Verweile!"

"Vorbei! - Verweile!"

Marstallplan 1: "Vorbei! - Verweile!"
Grieche sucht Griechenland

Grieche sucht Griechenland

Marstallplan 1: Grieche sucht Griechenland

FINAL FAUST II FANTASY (FOTOGALERIE)

TAKEN FROM REAL LIFE. EINE SHOW

GRIECHE SUCHT GRIECHENLAND (FOTOGALERIE)

Marstall

Der Marstall, erbaut von Leo von Klenze, diente der adeligen Gesellschaft Anfang des 19. Jahrhunderts als Hofreitschule. Doch mit dem Untergang der Monarchie findet auch das Reiten im Marstall ein Ende. 1971 wird im Marstall das Potential einer Studio- und Experimentierbühne erkannt und ein gutes Jahr später eröffnet Walter Schmidinger mit Franz Xaver Kroetz‘ Stück "Globales Interesse" die neu gewonnene Spielstätte.

Marstall