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Warten auf Godot

von Samuel Beckett

Gastspiel Deutsches Theater Berlin

Landstraße. Ein Baum. Abend. Zwei Akte, zweimal zwei Personen: Wladimir und Estragon, Pozzo und Lucky. Manchmal geht ein Junge vorbei. Nichts geschieht. Und es ist, wie gleich die erste Replik von Becketts Text sagt, auch "nichts zu machen". Was bleibt, ist das Warten. Und das Sprechen. Als ob es keine andere Möglichkeit gäbe, sich seiner selbst zu versichern. Als ob die sich wiederholenden Rituale der Rede zugleich dazu dienten, das Leiden an der Leere der Welt, den puren Zeitvertreib, erträglich zu machen. Mit ihm zu spielen. Sich zu retten.

Kurz bevor Ivan Panteleevs Inszenierung von "Warten auf Godot" beim diesjährigen Berliner Theatertreffen gezeigt wird, gastiert das Stück für zwei Abende im Residenztheater. "Finzi und Koch sind Meister der Selbst-Nachstellung, Fantasten der Gegenwart und doch Träger verborgener Geschichte, Virtuosen der Verabredung, Bescheidwisser im Jetzt der Ewigkeit und Versiegler der Zeit.", heißt es in der Begründung der Jury. Auch das Residenztheater wartet – freudig - auf Godot, nur dass es in diesem Fall nicht vergeblich ist.